Einsatz im Busch mit der Helimission – Teil 3: Es geht los

Dies ist der dritte Teil der Serie von Martins Einsatz im Busch mit der Helimission in Januar.

Am Montagmorgen machen wir uns als ganze Familie auf zur Base der Helimission. Diese ist in einem Hangar auf dem internationalen Flughafen von Antananarivo. Direkt neben der Helimission hat die Mission Aviation Fellowship (MAF) ihren Hangar. Ross hat den Helikopter bereits vorbereitet. Bei unserem Eintreffen werden die Passagiere und ihr Gepäck gewogen. Er notiert alles fein säuberlich und rechnet aus, ob wir das Totalgewicht nicht übersteigen. Nach ein paar Instruktionen geht es auch bald los. Der Helikopter wird auf das Startfeld gerollt. Ich verabschiede mich von der Familie und nehme neben den Piloten Platz.

Ich bin noch nie mit einem Heli geflogen. Wie wird das Fliegen behagen? Was erwartet mich wohl im Busch? Ich habe keine Ahnung und es ist schwierig sich das alles vorzustellen. Ich freue mich aber riesig auf das Abenteuer und lasse mich gerne darauf ein. Angst habe ich keine.

Nachdem Ross die Starterlaubnis vom Flughafen erhalten hat, startet er die Motoren und wir fliegen schnell los. Es ist toll mit dem Heli über den Flugplatz zu fliegen und weiter aufzusteigen. Ich geniesse jede Minute in der Luft. Die Landschaft in Madagaskar ist sehr schön. Im Westen ist alles saftig grün. Die Landschaft ist hügelig und es hat immer wieder grössere oder kleinere Flüsse.

Nach ca. 30 Minuten Flugzeit erreichen wir das erste Dorf. Wir werden, wie später auch jedesmal, grossartig begrüsst. Danach gibt es Mittagessen und das Einsatzteam beginnt mit der Arbeit. Ich bete für die einzelnen Mitarbeiter, bevor sie mit der Arbeit beginnen.

An diesem Nachmittag helfe ich Setra beim Ziehen der Zähne. Meine Aufgabe ist es, die medizinischen Werkzeuge zu reinigen oder wenn nötig den Kopf des Patienten zu halten. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals als zahnmedizinischer Assistent arbeiten werde! Bei einem Missionseinsatz muss man halt flexibel sein und man erlebt immer mal wieder etwas Neues mit Gott.

Bei den ersten 10 Patienten kann ich fast nicht zusehen, wie die Zähne gezogen werden. Ich denke an den enormen Schmerz, welche die Patienten erfahren. Mir tut es beim Zusehen weh. Die Patienten erhalten eine lokale Betäubung und deshalb ist der Schmerz beim Ziehen ertragbar. Zudem ist das Schmerzempfinden dieser Leute anders als bei uns. Durch die minimale medizinische Versorgung sind sich diese Leute starke Schmerzen auch über längere Zeit gewohnt. Viele Patienten leben wegen abgestorbenen oder verfaulten Zähnen und entzündetem Zahnfleisch schon länger mit Starken Zahnschmerzen. Da ist dieser kurze heftige Schmerz beim Ziehen des Zahns ertragbar und schlussendlich auch eine Erlösung. Beim Eindunkeln stoppen Setra und Mbula die medizinische Arbeit.

Zum Nachtessen gibt es nochmals Reis mit Huhn und Früchte. Es ist schon dunkel und wir richten uns nach der Mahlzeit für die Nacht ein. Wir können zwar in einem Haus übernachten, aber Setra und ich haben ein kleines Zelt, Mätteli und Schlafsack mitgebracht. Das Zelt und der eigene Schlafsack schützen uns vor Ratten, Mücken, Flöhen und anderem Ungeziefer. Die Dorfbewohner haben noch nie ein Zelt gesehen und wundern sich sehr über unsere Art zu schlafen. Uns ist das egal und wir schlafen bald ein.

Camping im Haus

Zum Zmorge gibt es Kaffee und Tee. Die meisten von euch wissen ja, dass ich Kaffee nicht gerne habe. Trotzdem probiere ich. Der Kaffee im Busch ist etwas ganz anderes! Die Bohnen dafür kommen von den Kaffeebäumen im Dorf. Sie werden geröstet und danach der Kaffee zubereitet. Ich mag diese Art Kaffee und trinke ihn ab jetzt bei jeder Gelegenheit.

gemeinsamer Worship im Busch

Danach macht sich jeder wieder an die Arbeit. Ich helfe Setra und schaue bei einem Treffen bei Sedera vorbei. Im Laufe des Morgens kommt unser Pilot Ross vorbei und meint, dass sich unser Abflug heute vor dem Mittag allenfalls etwas verzögert. Etwas später schaue ich mal beim Helikopter vorbei. Ross erklärt mir, dass die Benzinpumpe nicht anspringt. Sie macht kein Wank und so kann der Motor nicht gestartet werden. Über das Satellitentelefon nimmt Ross Kontakt mit der Basis auf. Der Mechaniker auf der Basis gibt Ross über Telefon einige Anweisungen. Ich helfe Ross beim Helikopter und schaue mir das Problem auch an. Leider gelingt es uns nicht, die Pumpe zum Laufen zu bringen.

Unser Helikopter ist also defekt und wir sitzen im Busch fest!

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