Macht Geld glücklich?

Erst kürzlich haben wir folgenden Spruch gelesen:

Geld alleine macht nicht glücklich, aber kein Geld zu haben auch nicht. Geld an sich ist nichts anderes, als Energie, die es uns ermöglicht, Wertschätzung auszudrücken.

Laura Malina Seiler

Wir erleben hier oft, was es heisst, wenn Menschen kein Geld für das Allernötigste haben.
Es ist eine grosse Herausforderung ein gutes Familienleben zu haben, wenn man täglich ums überleben kämpft!
Deshalb sind wir umso dankbarer für alle, die uns immer wieder Geld spenden um Menschen hier zu helfen! Ohne euch könnten wir all diese Hilfe hier nicht möglich machen.

Vielen herzlichen Dank!

Jemand hat uns kürzlich geschrieben: „Ich weiss nicht, ob ihr immer noch in Madagaskar seid, aber ich würde gerne noch Geld spenden“.
Erst am Tag zuvor hat uns eine Familie, mit welcher wir bei YWAM zusammenarbeiten, erzählt, dass sie dringend noch Geld brauchen, um die Geburt und alles Zubehör für ihr Baby bezahlen zu können. Es ist eine Risikoschwangerschaft. Um das Risiko für Mutter und Kind so gering wie möglich zu halten, wollen sie in einem guten Krankenhaus gebären.
Das Geld, welches uns gespendet wurde, reicht genau, um die Geburt zu bezahlen! So kann die Familie das Geld, welches sie selber bereits gespart haben, für die Babyausstattung nutzen.
Wir haben im Gespräch mit der Familie nachgefragt, was sie denn von ihrer ersten Tochter noch an Babysachen haben. Sie haben gar nichts mehr! Weshalb? Sie haben es an Familien, welche in Not waren, weitergegeben. Es tut gut, zu sehen, dass Gott diese Grosszügigkeit belohnt, indem diese Familie jetzt ebenfalls beschenkt wird.

Wir sind zur Zeit intensiv mit der Familie der jungen Frau dran, welche seit einiger Zeit bei uns im Haus wohnt. Ursprünglich war der Plan, ihr bei der Finanzierung ihres Studiums zu helfen. In den letzten Wochen haben wir ihre Familie besser kennengelernt und gesehen, wie gross die Not in ihrer Familie ist. Auch sie sind permanent am Kämpfen, um die Familie einigermassen über Wasser halten zu können. Eigentlich reicht das Geld vorne und hinten nicht. Dies führt zu grossem Frust beim Vater und diesen lässt er dann in unkontrollierten Wutausbrüchen an den Kindern aus.

Letzte Woche war es so heftig, dass die älteste Tochter uns gebeten hat, ihr zu helfen, den Vater anzuzeigen. Wir waren mit ihr auf dem Einwohneramt, welches für den Kinderschutz zuständig ist. Die Verantwortliche Frau dort ging mit uns zur Polizei und der Vater wurde vorgeladen. Um die Kinder zu schützen, haben wir mit der ältesten Tochter zusammen den Pastor der Familie um Hilfe gebeten.

Wir waren sehr erstaunt, als wir seine Reaktion hörten. Er sagte uns und den Kindern ganz deutlich, dass Kinder den Eltern in jeder Situation absolut zu gehorchen haben. Wenn sie es nicht tun, ist es die Pflicht der Eltern, diesen Gehorsam einzufordern. Nötigenfalls auch mit den Stock.

Gemeinsam mit der Hilfsorganisation Nehemia sind wir jetzt auf der Suche nach einem Weg, diese Eltern zu einer Kooperation mit uns zu bewegen. Viele Probleme in dieser Familie hängen mit der finanziellen Notlage und der fehlenden Bildung der Eltern zusammen. Da das Rechts- und staatliche Sozialsystem hier nur schlecht funktioniert, gibt es fast keine Möglichkeit, den Kindern zu helfen, wenn die Eltern das nicht wollen.

Wir hoffen sehr, dass die Eltern einwilligen, dass ein Sozialarbeiter vorbeikommt, um mit ihnen zu besprechen, wie man die finanzielle Situation der Familie verbessern könnte. An die finanzielle Hilfe, kann man dann die Bedingung koppeln, dass die Eltern Schulungen zum Thema Finanzen und Erziehung besuchen. Zudem hätten die Kinder eine Ansprechsperson für Probleme.

Wie bereits am Anfang erwähnt: Geld macht nicht glücklich. Aber wenn man nicht täglich um jeden Rappen kämpfen muss, bleibt mehr Energie, welche man in die Familie investieren kann. So gesehen lohnt es sich, weiter in diese Familie zu investieren.