der Abschied kommt näher

Zur Zeit werden wir oft gefragt: „Wisst ihr schon, wann ihr nun zurück kommen könnt?“
Die Antwort lautet: „nicht wirklich“.

Der Flughafen hier in Madagaskar bleibt voraussichtlich bis zum 15. Juni geschlossen. Reguläre Flüge sind bis dann also nicht möglich.

Die Schweizerische Botschaft hat uns am Montag informiert, dass es wahrscheinlich am 21. Mai einen Sonderflug geben könnte. Dieser wird hauptsächlich von der Französischen Botschaft zusammen mit anderen europäischen Ländern organisiert. Der Flug würde von Antananarivo bis Paris gehen. Wir sind auf der Warteliste für diesen Flug. Neben den Personen aus anderen Ländern, sind schon ca. 20 Schweizer vor uns auf der Liste. Es ist deshalb nicht klar, ob es für uns Plätze geben wird. Wir erfahren das erst einen oder zwei Tage vor Abflug.

Das heisst, wir sind jetzt wirklich zwischen zwei Welten. Wir sind dabei die Dinge in der Schweiz zu regeln (Hausübergabe mit den Mietern, Schule, …) und gleichzeitig sind wir hier am Abschied nehmen, obwohl wir nicht wissen, ob wir wirklich fliegen werden. Zudem sind wir dabei unsere Sachen im Haus auszusortieren und zusammenzuräumen.
Emotional ist das für alle eine grosse Herausforderung!

Abschied bei YWAM Land of Canaan

Gestern haben wir uns bei YWAM Land of Canaan verabschiedet. Das Team, mit welchem wir 5 Monate zusammengearbeitet haben, hat uns zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Es gab viele madagassische Spezialitäten: jede Menge frittierte Sachen mit Teig und natürlich Reis und dazu weisse Bohnen. Nach dem Essen hat jedes Teammitglied einige besondere Erlebnisse erzählt, welche sie mit uns erlebt haben. Wir waren sehr berührt, wie viele kleine Begebenheiten die Leute und uns hier geprägt haben. Wir haben sehr viel miteinander erlebt! Diese Leute sind uns sehr ans Herz gewachsen. Zum Abschluss haben sie noch für uns gebetet.

Abschied Güggel Fanomezana

Heute haben wir uns von unserem Güggel Fanomezana verabschiedet. Das ist uns nicht leicht gefallen. Obwohl von Anfang an klar war, dass wir ihn nicht für immer behalten können, haben wir dieses Tier lieb gewonnen! Sein „Kikerikii“ wird uns fehlen!

Wir haben lange überlegt, wohin wir ihn geben können, damit er nicht sofort geschlachtet wird. Die Kinder haben viel dafür gebetet. Uns kam dann die Idee, ihn einer Familie zu schenken, welche für eine andere YWAM-Base hier in der Nähe arbeitet. Wir wussten, dass sie auch Hühner haben.

Am Morgen haben die Kinder Fanomezana nochmals mit seinem Lieblings-Unkraut gefüttert und seine Kiste mit frischen Heu für die Reise schön gemacht. Dann ging es los. Nach einer holperigen Fahrt und etwas Suchen (es gibt hier keine Strassennamen und Hausnummern), haben wir das Haus der Familie gefunden. Der Mann dieser Familie heisst überigens auch Fanomezana 🙂
Sie haben die Kiste geöffnet und begannen zu strahlen! Sie haben schon 44 Hühner und Güggel, aber genau diese Art Güggel fehlte noch in ihrem Stall. Bis jetzt konnten sie sich nicht dazu durchringen, einen solchen zu kaufen. Die Freude auf beiden Seiten war gross! Sie haben uns dann den Hühnerstall und die zukünftige Frau von unserem Güggel gezeigt.

Es ist schön zu wissen, dass er an einem guten Ort ist jetzt und dass man sich gut um ihn kümmern wird. Zudem hat er dort viel mehr Auslauf als bei uns und erst noch ganz viele Gspänli.

So wurde dieser Abschied um einiges leichter als erwartet! Unglaublich, Gott kümmert sich sogar um so banale Anliegen wie ein gutes Zuhause für ein lieb gewonnenes Haustier.