Start in den nächsten Abschnitt

Wir haben uns an die aktuelle Empfehlung des BAG gehalten und nach der Einreise in die Schweiz 10 Tage Selbstisolation gemacht. Wir haben unsere Kontakte auf das absolute Minimum beschränkt und diverse Freunde haben für uns eingekauft.

Es war gut, diese Tage für Erholung, Ankommen, Auspacken und Einrichten zu haben.

Am Sonntag sind diese 10 Tage abgelaufen und wir sind alle gesund. Dafür sind wir sehr dankbar! Wir dürfen uns also ab sofort wieder ganz „normal“ verhalten. Wir freuen uns vor allem auch sehr darauf, euch zu treffen!

Am Montag war dann für die Kinder bereits der erste Schultag und Martin arbeitet nun auch wieder in seinem normalen Home Office.

Die Schultheks waren bereits wieder im Einsatz

Damit ist unser Missionseinsatz in Madagaskar nun aber auch wirklich vorbei!

Das Eine geht zu Ende, aber es ist auch ein Start in einen neuen Abschnitt. Wir sind gespannt, was Gott als nächstes mit uns vorhat.

Silvana hatte sich schon vor einiger Zeit in Madagaskar gefragt, was sie in der Schweiz als nächstes angehen möchte. Sie ist dann sehr schnell auf eine Stellenausschreibung beim einem Missionswerk gestossen. Sie suchen eine Person, welche die Kurz- und Langzeiteinsätze koordiniert und die Leute begleitet. Die Stelle würde Silvana sehr viel Freude machen. Sie hätte mit Menschen zu tun, könnte diese begleiten und hat mittlerweile ja auch selber Erfahrung mit Missionseinsätzen. Sie hat die verantwortliche Person kontaktiert und diese hat Silvana eingeladen, mal vorbeizukommen, um das genauer zu besprechen.

Ein weiteres wichtiges Ereignis war letzen Montag natürlich auch noch!Wir durften Elios siebten Geburtstag feiern! Er hat sich sehr auf diesen Tag gefreut und hat ihn auch dementsprechend von früh bis spät genossen. Lange war nicht klar, wo wir an seinem Geburtstag sein werden und in welchem Rahmen wir feiern können.

Am Morgen haben wir als Familie „Happy Birthday“ gesungen und es gab Geschenke. Danach durfte er seine Gspänli im Chindgsi wieder sehen und mit ihnen feiern. Am Nachmittag haben wir dann noch mit Grossmami und Grosspapi Kuchen gegessen. Am Abend meinte Elio dann: „Es ist gut ist mein Geburtstag jetzt vorbei, dann kann ich endlich wieder in Ruhe schlafen.“ 🙂

Vielen Dank

Die Enttäuschung, nicht nach Hause fliegen zu können, war gross. Es hat uns sehr gut getan, zu spüren, wie gross die Anteilnahme von unserer Familie und den Freunden ist. Vielen Dank an alle, die sich bei uns gemeldet haben, uns ermutigt haben, mit uns enttäuscht waren und Hilfe angeboten haben. Es tut gut, sich in schwierigen Zeiten getragen zu fühlen.
Mittlerweile haben wir uns wieder aufgerafft und sehen auch die positiven Seiten wieder. Madagaskar ist nach wie vor ein Land, das uns sehr gut gefällt. Es ist auch schön, noch etwas mehr Zeit mit unseren Freunden hier verbringen zu dürfen.

Wie lange wir noch hier bleiben werden, ist noch nicht absehbar. Die Ethiopian Airline hat ab Anfang Juni wieder Flüge ausgeschrieben, die man offiziell buchen kann. Wir trauen dem aber noch nicht so ganz. Laut Informationen, welche hier verbreitet werden, ist der Flughafen noch bis sicher ca. Anfang Juni geschlossen.
Es hängt wohl auch davon ab, wie sich Corona hier weiter entwickelt. Zur Zeit werden täglich zwischen 30 und 50 neue Fälle gemeldet. Bei ca. 150 Tests pro Tag und 26 Mio. Einwohner ist diese Zahl nicht sehr aussagekräftig.



Bereits vor einigen Wochen hat ein Madagasse für unsere Kinder traditionelle Drachen aus Plastiksäcken gebastelt. Die Konstruktion war eher kompliziert und der Flugerfolg gering. Seither war für Elio aber klar, dass er nochmal Drachen steigen lassen will. Gestern haben dann ein paar Jungs aus dem Quartier hier unsere Drachen nochmal überarbeitet. Danach sind wir losgezogen, um die Drachen auf den Reisfeldern starten zu lassen. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten sind sie dann tatsächlich geflogen! Diese Drachen sind extrem leicht, weil sie aud dicken Gräsern, Plasik und Dornen gebastelt werden. Viele Kinder haben sehr lange Schnüre dran und so sieht man die Drachen schon von weit her in der Luft schweben. Einmal mehr sind wir beeindruckt, mit wie wenig die Madagassen etwas basteln können. Und das Resultat kann sich durchaus sehen lassen!

In den letzten Tagen war der Himmel hier bedeckt und die Sonne hat sich nur ab und zu gezeigt. Das hatte auch auf die Temperatur einen Einfluss. Es war relativ kühl. Wir sind sehr dankbar, dass wir von verschiedenen Freunden warme Beddecken und Kleider ausleihen durften. Wenn man nicht frieren muss, hat das einen grossen Einlfuss auf das Wohlbefinden!

herbstliche Morgenstimmung

Können wir nach Hause reisen?

Wir sind fest davon ausgegangen, dass wir am 21. Mai mit einem Sonderflug nach Paris fliegen können. Da uns mitgeteilt wurde, dass wir erst 1 oder 2 Tage im voraus erfahren, ob wir mitfliegen können oder nicht, haben wir alles vorbereitet und organisiert, dass wir dann auch parat sind und abreisen können.

Wir haben am letzten Sonntag mit verschiedenen Leuten in unserem Vorhof Abschied gefeiert. Gestern haben wir eine angenehme Zeit mit der Familie Schärer verbracht. Wir hatten sie, zum Dank für alles, was sie für uns gemacht hatten, in ein Restaurant zum Mittagessen eingeladen. Wir waren die einzigen Gäste und die Kinder genossen es, im geheizten Pool zu baden.

Abschiedsbuffet am letzten Sonntag

Heute waren wir beim Team der Soup-Kitchen zum Mittagessen eingeladen. Wir hatten nochmals eine sehr fröhliche und lustige Zeit zusammen und haben uns auch dort verabschiedet.

Im Haus haben wir gemistet und Sachen aussortiert. Viele Dinge haben wir weggegeben oder verkauft. Das meiste ist ziemlich bereit, so dass es praktisch nur noch eingepackt werden muss. Wir haben bereits eine Putzfrau organisiert, welche unsere Zimmer nach unserer Abreise reinigt. Die Lebensmittel haben wir so eingeteilt, dass nicht mehr viel übrig bleibt.

viele Sachen sind aussortiert und liegen zum Einpacken bereit

Am Morgen hat uns die Schweizerische Botschaft mitgeteilt, dass der Flug noch nicht bestätigt ist. Kurz vor Mittag haben wir von der Französischen Botschaft erfahren, dass der Flug durchgeführt wird. Wir waren danach sehr angespannt heute und haben darauf gewartet, dass die Fluggesellschaft uns kontaktiert.

Heute Abend haben wir erfahren, dass der Flug voll ist und wir nicht mitfliegen können. Es sind über 1’500 Personen auf der Warteliste. Davon haben 180 Personen aus medizinischen Gründen Priorität. Frankreich hat zudem Auflagen gemacht, dass aus Gesundheitsgründen die Kapazität des Flugzeuges nicht ausgeschöpft werden darf. Demzufolge ist die Anzahl Passagiere sehr limitiert.

Es fällt uns gerade schwer, damit umzugehen. Wir haben sehr fest damit gerechnet, dass wir Heimkehren können. Wir haben hier abgeschlossen und uns von allen Leuten verabschiedet. Nun müssen wir neue Motivation schöpfen und einen neuen Plan machen. Wir müssen vieles nochmals neu regeln und uns zum wiederholten Mal auf etwas „Neues“ einstellen. Es war die letzten Wochen ein emotional sehr intensives „auf und ab“. Das war kräftezehrend und geht nun weiter.

Hier ist es Spätherbst und die Temperaturen sinken immer mehr. Wenn die Sonne scheint, ist es am Mittag und Nachmittag weiterhin angenehm warm. Sobald die Sonne untergeht, wird es immer schneller sehr frisch. Da wir nicht geplant haben, dass wir in dieser Jahreszeit noch hier sein werden, fehlen uns auch die einen oder anderen warmen Sachen. Bettdecken und warme Socken haben wir organisiert, aber wir müssen wohl noch das eine oder andere warme Kleidungsstück besorgen. Die kalte Dusche am Morgen braucht mittlerweile auch sehr viel Überwindung…

Es ist im Moment völlig unklar, wann wieder ein Flug nach Europa durchgeführt wird und wann wir in die Schweiz reisen können. Wir werden wohl noch einige Zeit hier bleiben.

Ambohidratrimo wird noch für eine Weile unser „zu Hause“ bleiben

der Abschied kommt näher

Zur Zeit werden wir oft gefragt: „Wisst ihr schon, wann ihr nun zurück kommen könnt?“
Die Antwort lautet: „nicht wirklich“.

Der Flughafen hier in Madagaskar bleibt voraussichtlich bis zum 15. Juni geschlossen. Reguläre Flüge sind bis dann also nicht möglich.

Die Schweizerische Botschaft hat uns am Montag informiert, dass es wahrscheinlich am 21. Mai einen Sonderflug geben könnte. Dieser wird hauptsächlich von der Französischen Botschaft zusammen mit anderen europäischen Ländern organisiert. Der Flug würde von Antananarivo bis Paris gehen. Wir sind auf der Warteliste für diesen Flug. Neben den Personen aus anderen Ländern, sind schon ca. 20 Schweizer vor uns auf der Liste. Es ist deshalb nicht klar, ob es für uns Plätze geben wird. Wir erfahren das erst einen oder zwei Tage vor Abflug.

Das heisst, wir sind jetzt wirklich zwischen zwei Welten. Wir sind dabei die Dinge in der Schweiz zu regeln (Hausübergabe mit den Mietern, Schule, …) und gleichzeitig sind wir hier am Abschied nehmen, obwohl wir nicht wissen, ob wir wirklich fliegen werden. Zudem sind wir dabei unsere Sachen im Haus auszusortieren und zusammenzuräumen.
Emotional ist das für alle eine grosse Herausforderung!

Abschied bei YWAM Land of Canaan

Gestern haben wir uns bei YWAM Land of Canaan verabschiedet. Das Team, mit welchem wir 5 Monate zusammengearbeitet haben, hat uns zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Es gab viele madagassische Spezialitäten: jede Menge frittierte Sachen mit Teig und natürlich Reis und dazu weisse Bohnen. Nach dem Essen hat jedes Teammitglied einige besondere Erlebnisse erzählt, welche sie mit uns erlebt haben. Wir waren sehr berührt, wie viele kleine Begebenheiten die Leute und uns hier geprägt haben. Wir haben sehr viel miteinander erlebt! Diese Leute sind uns sehr ans Herz gewachsen. Zum Abschluss haben sie noch für uns gebetet.

Abschied Güggel Fanomezana

Heute haben wir uns von unserem Güggel Fanomezana verabschiedet. Das ist uns nicht leicht gefallen. Obwohl von Anfang an klar war, dass wir ihn nicht für immer behalten können, haben wir dieses Tier lieb gewonnen! Sein „Kikerikii“ wird uns fehlen!

Wir haben lange überlegt, wohin wir ihn geben können, damit er nicht sofort geschlachtet wird. Die Kinder haben viel dafür gebetet. Uns kam dann die Idee, ihn einer Familie zu schenken, welche für eine andere YWAM-Base hier in der Nähe arbeitet. Wir wussten, dass sie auch Hühner haben.

Am Morgen haben die Kinder Fanomezana nochmals mit seinem Lieblings-Unkraut gefüttert und seine Kiste mit frischen Heu für die Reise schön gemacht. Dann ging es los. Nach einer holperigen Fahrt und etwas Suchen (es gibt hier keine Strassennamen und Hausnummern), haben wir das Haus der Familie gefunden. Der Mann dieser Familie heisst überigens auch Fanomezana 🙂
Sie haben die Kiste geöffnet und begannen zu strahlen! Sie haben schon 44 Hühner und Güggel, aber genau diese Art Güggel fehlte noch in ihrem Stall. Bis jetzt konnten sie sich nicht dazu durchringen, einen solchen zu kaufen. Die Freude auf beiden Seiten war gross! Sie haben uns dann den Hühnerstall und die zukünftige Frau von unserem Güggel gezeigt.

Es ist schön zu wissen, dass er an einem guten Ort ist jetzt und dass man sich gut um ihn kümmern wird. Zudem hat er dort viel mehr Auslauf als bei uns und erst noch ganz viele Gspänli.

So wurde dieser Abschied um einiges leichter als erwartet! Unglaublich, Gott kümmert sich sogar um so banale Anliegen wie ein gutes Zuhause für ein lieb gewonnenes Haustier.

Immer noch in Madagaskar

Der 21. April 2020 war eigentlich unser Reisedatum für die Heimreise in die Schweiz. Wegen dem Lockdown wurde unser Flug jedoch gestrichen. Es gab noch ein paar wenige Flüge von Antananarivo nach Paris mit Air France. Wir haben es uns jedes Mal gut überlegt und sind immer wieder zum Schluss gekommen, dass es für uns besser ist, hier zu bleiben.

Wie geht es weiter?

Martin wird am Montag mit etwas reduziertem Pensum wieder mit der Arbeit bei seinem schweizer Arbeitgeber beginnen. Silvana wird ihre Arbeit bei YWAM Land of Canaan reduzieren und sich hauptsächlich um das Homeschooling und den Haushalt kümmern. Wenn möglich, würden wir gerne in der Auffahrtswoche vom 18. Mai in die Schweiz zurück reisen.
Auch wenn wir nicht mehr gleich viel bei YWAM mitarbeiten können, wollen wir uns weiterhin in die beiden Familien, welche wir hier sehr nahe begleiten, investieren.

In den letzten beiden Wochen hatten unsere Kinder Schulferien. So blieb etwas mehr Zeit, um die Umgebung zu erkunden. Lange wussten wir nicht so recht, wie sicher es ist, wenn wir hier zu Fuss durch die Gegend streifen. Mittlerweile fühlen wir uns aber sehr wohl und kennen doch schon einige Leute. So haben wir uns immer mal wieder auf Erkundungstour gewagt und schöne Plätze entdeckt. Besonders die Reisfelder sind zur Zeit wunderschön! Wer hätte gedacht, wie viele Schattierungen Grün es gibt!
Es hat uns gut getan, endlich mal wieder aus unserem Hof raus zu kommen und die Weite der Natur zu geniessen. Die Kinder sind viel ausgeglichener und auch wir Eltern sind entspannter.

Gott versorgt

Hier in Madagaskar gibt es vieles, was uns sehr gut gefällt. Auch wenn es einige Herausforderungen gibt, fühlen wir uns wohl. Wir haben in den letzten Monaten einiges mit Gott erlebt. Als wir in den letzten Wochen zurück blickten fiel uns auf, dass viele dieser Erlebnisse zusammenspielen und gemeinsam ein klares Bild geben, wie Gott uns führt und versorgt. Es ist gar nicht so einfach, das alles verständlich aufzuschreiben. Wir probieren es aber trotzdem. Und wenn es zu chaotisch oder unverständlich sein sollte, dürft ihr gerne nachfragen 🙂

Als wir unsere Aufenhaltsbewilligung Anfang Jahr erhielten, waren wir etwas erstaunt, dass diese bis Dezember 2020 gültig ist. Schliesslich haben wir ein Rückflugticket um Mitte April wieder in die Schweiz zurückzukehren.

Wir erwähnten im Spass immer mal wieder, dass wir bis Dezember bleiben dürfen. Wir verwarfen den Gedanken, etwas länger zu bleiben immer sofort wieder, da es einfach nicht realistisch war. Es gäbe zu vieles, was wir noch hätten regeln und umorganisieren müssen. Innerlich war der Wunsch aber doch irgendwie da, noch etwas länger bleiben zu dürfen.

Martin meinte mal, dass wir einfach mal das Haus in der Schweiz zur Vermietung ausschreiben sollten und dann schauen, ob sich jemand meldet. Wir haben das natürlich nicht gemacht! Wir hätten immer noch viel zu viel regeln und umorganisieren müssen. Zudem gab es ja keinen triftigen Grund länger zu bleiben. Wir wollten unsere Zusagen und Verpflichtungen in der Schweiz einhalten.

Dann kam Covid-19. Die Welt veränderte sich schlagartig und massiv. Das veränderte auch für uns fast alles. Sehr schnell wurden die Flüge zwischen Europa und Madagaskar eingestellt. Es wurde angekündigt, dass diese Einschränkungen im Flugverkehr bis zum 19. April gelten werden.

Wir mussten relativ schnell entscheiden, ob wir nun das Land sofort verlassen wollen oder ob wir bis auf unbestimmte Zeit bleiben sollen. Falls wir bleiben, ist eine Rückkehr in die Schweiz bis Ende April sehr fraglich.

Wie berichtet, haben wir uns vor zwei Wochen nach langen Überlegungen und Gebeten gegen eine sofortige Rückkehr entschieden.

Aber eben, länger bleiben bedeutete auch, dass wir eine Menge Probleme lösen müssen.

Im Rahmen der Rückholaktion des EDA wurde zusammen mit der französisches Botschaft für Samstag 4. April nochmals ein Flug von Madagaskar nach Paris organisiert. Wir wurden von der Schweizer Botschaft in Madagaskar konkret angefragt, ob wir davon Gebrauch machen wollen.

Durch diese Anfrage mussten wir uns nochmals mit der Frage einer frühzeitigen Rückkehr beschäftigten. Dies war nun mittelfristig die letzte Gelegenheit, das Land zu verlassen. Wir haben wieder lange abgewogen und es war kein einfacher Entscheid.

Beim Hören auf Gott realisierten wir aber, dass Gott eigentlich alles vorbereitet und geregelt hat, dass wir länger bleiben können. Er hat alle Punkte, welche uns Sorgen bereitet haben, gelöst.

  • Haus in der Schweiz
    ein Umzug ist in der aktuellen Situation nicht ideal. Unsere Mieter haben deshalb darum gebeten, das Haus deutlich länger als bis Mitte April zu mieten.
  • Haus in Madagaskar
    Unser Haus in Madagaskar wäre ab Mai durch Einsatzteams aus anderen Ländern belegt worden. Diese Einsätze wurden alle abgesagt und wir dürfen weiterhin hier wohnen bleiben.
  • Silvanas Tageskinder
    Silvanas Arbeitgeber (Verein Tagesfamilien) hat ihr gesagt, dass sie sich um Lösungen kümmern werden. Im Moment ist sowieso alles anders als sonst und es sei ihre Aufgabe Lösungen zu finden, wenn wir Anfang Mai noch nicht zurück sind. Wir sollen uns keine Sorgen machen.
  • Martins Arbeitgeber
    Erstaunlicherweise hat es bei Martins Arbeitgeber so viel Arbeit wie schon lange nicht mehr. Nachdem es letztes Jahr nicht so gut aussah, ist das sehr erfreulich. Sie warten deshalb auch sehnlichst darauf, dass Martin wieder zu arbeiten beginnt. Martins Arbeit kann recht gut im Home Office erledigt werden. Er hat den Geschäftscomputer dabei und wir haben hier in Madagaskar eine Internetverbindung. So findet das „Home Office“ halt in Madagaskar statt.
  • Medizinische Versorgung
    Die medizinische Versorgung ist hier auf einem anderen Stand als in der Schweiz. Das war uns schon bewusst, als wir unseren Einsatz geplant haben und haben wir selber schon mehrfach gesehen. Als Covid-19 hier zum Thema wurde, gab es sofort einen Ansturm auf Paracetamol. Sämtlich Lagerbestände waren leer gekauft und es war nicht mehr möglich Paracetamol zu kaufen. Um uns ein bisschen für die ungewisse Zukunft abzusichern, hätten wir gerne ein paar Tabletten im Vorrat gehabt. Ganz unerwartet kamen Freunde auf uns zu und gaben uns Paracetamoltabletten, welche sie extra für uns gekauft hatten.

Gott hat alle unsere Punkte, welche wir jeweils für schwierig zu lösen hielten, gelöst. Er hat uns deutlich gezeigt, dass es noch nicht an der Zeit ist, in die Schweiz zurückzukehren.

Auch wenn wir jetzt hier in Madagaskar „feststecken“, fühlen wir uns doch nicht völlig abgeschnitten von der Schweiz. Wegen Covid-19 stellen Schule, Vereine und Kirchen vieles auf digital um. Uns kommt das sehr entgegen. So sind wir wieder ein bisschen näher an der Heimat. Wie alle anderen, schauen wir die Predigt von unserem Pastor aus unserer Gemeinde per Video, unsere Kinder machen Fernunterricht („Schabi“ – Schule am Bildschirm) wie ihre Klassenkameraden in Wolfhausen und Kontakt halten wir per WhatsApp und Skype. Viel näher wären wir unseren Freunden und Verwandten auch in der Schweiz nicht.

Das öffentliche Leben ist seit zwei Wochen ziemlich eingeschränkt und auf das Minimum reduziert. Auch wir halten uns daran und gehen nur noch für das abolut Nötigste ausser Haus.

Etwas komisch ist die Situation nun aber schon. Es gibt aktuell keine Möglichkeit mehr in die Schweiz zurückzukehren und wir wissen nicht, wann dies wieder möglich ist. Dies ist vorallem für die Kinder schwierig. Sie haben sich gefreut ihre Freunde wieder zu sehen und wieder in die Schule zu gehen. Da wir den Entscheidungsprozess über heimreisen oder hier bleiben aber zu fünft gemacht haben, sind auch sie überzeugt, dass es richtig ist, hier zu bleiben.

Wir wissen , dass Gott dafür sorgen wird, dass wir zur rechten Zeit wieder in die Schweiz kommen dürfen.

Wir vertrauen auch darauf, dass er hier für uns sorgen und uns beschützen wird.

Macht euch keine Sorgen!

Wir lesen als Familie jeden Morgen den Bibelvers für den Tag. Es fasziniert uns, wie dieser Vers immer wieder in unsere aktuelle Situation passt.

Am vergangenen Montag, als es Laura am Morgen nicht mehr gut ging und wir nachher ins Spital mussten, war Philipper 4,6 der Vers des Tages.

Tagesvers für Montag

Es fiel uns nicht einfach, uns in dieser Situation keine Sorgen zu machen. Dieser Vers führte uns vor Augen, dass wir in Gotttes Hand sind und er sich um uns kümmern wird.

Gott hat dafür gesorgt, dass es Laura schnell wieder gut ging. Schon am Mittwoch ist bei uns wieder der „normale Alltag“ eingekehrt und die ganzen Krankheitserlebnisse traten in den Hintergrund.

Als wir heute in den Gottesdienst gingen, wurde Psalm 28,7 erwähnt.

Er hat mir neue Kraft geschenkt und mich beschützt. Ich habe ihm vertraut, und er hat mir geholfen. Jetzt kann ich wieder von Herzen jubeln! Mit meinem Lied will ich ihm danken.

Psalm 28,7

Dieser Psalm fasst die Erlebnisse der letzten Woche ziemlich gut zusammen. Er bewahrt uns nicht vor allen Schwierigkeiten, aber er gibt uns die Kraft dafür und versorgt uns mit allem was wir nötig haben.

Der Vers von Montag wird uns noch ein weiterhin begleiten. Martin hat die Möglichkeit von Dienstag bis Samstag einen Einsatz im Busch zu machen. Er wird mit der Helimission nach Osten in den Regenwald fliegen und dabei einen Mitarbeiter von YWAM unterstützen.

Diese Einsätze haben verschiedene Schwerpunkte. Einerseits geht es darum, in diesen Dörfern das Wort Gottes zu verkünden und neue Kirchen zu gründen. Andererseits bringen sie auch eine Krankenschwester mit, welche sich um die gesundheitlichen Anliegen kümmert. Der YWAM-Mitarbeiter wird den Einheimischen faule Zähne ziehen. Martin wird ihn dabei assistieren.

Wir wurden von den Mitarbeitern informiert, wie so ein Einsatz ungefähr aussehen wird und was man mitbringen soll. Das Gepäck ist sehr beschränkt, da der Heli nur ein beschränktes Ladegewicht hat. Geschlafen wird wegen den Ratten, Mücken und Flöhen entweder im eigenen Zelt oder unter einem Moskitonetz in einer einfachen Hütte. Diese wird von den Einheimischen extra leergeräumt und zur Verfügung gestellt. Zu Essen gibt es drei mal am Tag ungesalzener Reis und Hühnchen. Wasser gibt es nur die paar Liter, welche man selber mitbringt. Handyempfang gibt es keinen.

Wir sind gespannt, was Martin alles erleben wird. Wir verlassen uns darauf, dass wir uns keine Sorgen machen müssen! Gott wird bei diesem Einsatz dabei sein und für Schutz und Sicherheit sorgen. Zudem wird er auch für Silvana und die Kinder sorgen, wenn sie alleine Zuhause sind.

Krankenhaus

Wir hatten uns ja eingenlich fest vorgenommen, hier in Madagaskar die Krankenhauserfahrung auszulassen. Leider liess es sich am Montag nicht mehr vermeiden und wir mussten mit Laura, die je länger umso apatischer wurde, ins Krankenhaus.

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Centre Hospitalier Universitaire Anosiala

Laura beschreibt ihren Krankenhausaufenthalt wie folgt:

Wir waren alle krank mit Durchfall und Erbrechen. Weil wir am reisen waren als es anfing, haben wir uns am Telefon von Zaka (einem madagassischen Arzt) beraten lassen und mit einer Antibiotikakur begonnen. Das hat bei allen recht schnell geholfen, ausser bei mir. Als es am vierten Tag noch nicht besser war, gingen Mami und ich mit Setra als Übersetzer in ein Krankenhaus hier in der Nähe. Hier in Madagaskar muss man vor der Behandlung alle Medikamente, Gummihandschuhe, Pflaster, Spritzen und Watte selbst in der Apotheke besorgen. Nicht mal WC Papier, Bettwäsche oder Geschirr ist vorhanden. Die Matratzen waren sehr hart.
Ich bekam eine Ifusion. Dank dieser ging es mir schnell besser. Leider mussten wir über Nacht im Spital bleiben.

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Die verschriebenen Medikamente und Utensilien aus der Apotheke

Nach langem hin und her, haben wir uns für das „Chinesische Spital“ entschieden. Es wurde uns von mehreren Einheimischen und Europäern empfohlen. Es ist ein relativ neues, grosszügig gebautes Krankenhaus. Wir waren erstaunt über die Sauberkeit und auch mit der Behandlung waren wir zufrieden. Wir mussten nicht lange warten und wir bekamen sogar ein Zimmer für uns alleine mit zwei Betten drin.

Laura wurde gründlich untersucht und es wurden Blut- und Stuhlproben veranlasst. Jetzt wissen wir, dass wir keine Parasiten haben und auch sonst keine ernsten Infektionen zu finden sind. Wahrscheinlich war es einfach eine heftige Magendarm Infekton, die bei Laura (wie auch schon früher in der Schweiz) heftiger verlief, als bei uns anderen.

Wir sind sehr dankbar, dass sie dank der Infusion schnell wieder aufblühte und sich jetzt wieder fit fühlt.

Martins Zeh

Viele von euch haben die lange Geschichte mit Martins Zeh mitbekommen. Das war auch der Grund, weshalb er im ganzen November immer in Sandalen unterwegs war.

Sein grosser Zeh tat ihm schon seit Monaten immer mal wieder etwas weh. Es war nicht schlimm, aber auch nicht gut.

Nachdem keine der verschiedenen Behandlungen von aussen Erfolg brachte, hat er sich entschlossen, Anfang November einen kleinen operativen Eingriff beim Hausatzt zu machen. Dabei wurde ein eingewachsener Nagel entfernt.

Leider heilte die Wunde nicht wunschgemäss und er hatte immer wieder Schmerzen. Das zog sich über Wochen hinweg und auch ein zweiter Eingriff brachte keinen Erfolg. Drei Tage vor Abflug nach Madagaskar wurde notfallmässig ein dritter Eingriff gemacht mit der Hoffnung, dass es nun gut kommt.

Die Wunde musste morgens und abends gepflegt und verbunden werden und Medikamente sollten dafür sorgen, dass es gut heilt.

Mit etwas Schmerzen, Verbandsmaterial und einigen Medikamenten sind wir dann abgereist.

Einige Tage nach der Ankunft begann die Wunde trotz Antibiotikasalbe wieder zu eitern. Es sah nicht so gut aus.

Das Team hier hat sich dem Problem angenommen und wir haben zusammen gebetet. Ab diesem Zeitpunkt heilte die Wunde und sah jeden Tag besser aus.

Mittlerweile ist die Wunde zu und muss nicht mehr aufwändig gepflegt und eingebunden werden. Martin hat keine Schmerzen mehr. Einzig in geschlossenen Schuhen, spürt er die Wunde noch ein bisschen. Da es aber warm ist, sind die Sandalen sowieso ideal und niemand schaut hier komisch.

Dem Fussballspielen oder Baden im Meer steht nun nichts mehr im Weg.