Sozialhilfe geht weiter

Wir hatten auch diese Woche wieder die Möglichkeit den 20 ärmeren Familien Lebensmittel abzugeben.

Auch dieses mal mussten wieder 125kg Reis und 20kg getrocknete Bohnen abgepackt werden. Es ist uns auch gelungen 20kg Rüebli, 20kg Kartoffeln und 100 Eier zu besorgen. Zusätzlich haben wir jedem Paket noch eine Seife dazugelegt.

Die Familien konnten die Pakete am Karfreitag abholen.

Silvana hat den Leuten anhand der „Vier Punkte“ die Osterbotschaft von Jesus am Kreuz weitergegeben.

Sie hat den Leuten auch erklärt, wie man mit diesen Lebensmittel jeden Tag eine möglichst ausgewogene Mahlzeit zubereiten kann und wie wichtig die Hygiene in dieser Zeit ist.

Die Spende, welche wir für dieses Lebensmittelprojekt bekommen haben, reichte, um zwei Mal Lebensmittelpakete zusammenstellen zu können.
Wir haben uns jedoch vorgenommen, dies noch mindestens zwei weitere Wochen zu machen. Am Donnerstagabend kam dann ganz unerwartet die Anfrage, ob wir noch Geld für dieses Projekt benötigen. Sofort wurde uns Geld für die nächsten zwei Wochen überwiesen. Wir staunen, wie das Timing auch dieses Mal wieder perfekt war und Gott versorgt!

Rückblick Days for Girls Schulung

Ich blicke auf einen gelungenen „Ambassador of Womans Health“ Kurs zurück!
Danke allen, die in an uns gedacht haben und für alle Spenden für dieses Projekt!

Die Referentinnen sind nach einer 27-stündigen Reise mit Sack und Pack gut bei uns im Kings Kids House angekommen. Wir haben unsere kleine Stube zu einem Schlafzimmer umfunktioniert und so konnten sie sich nach der Reise erst etwas erholen. Da sie so früh ankamen, konnten wir den Nachmittag nutzen, um die finanziellen Dinge zu organisieren.

Am Donnerstagmorgen haben wir die 100 Bindenset in die 50 Stoffsäcke abgepackt, welche eine Frau von hier für mich genäht hat. Für jede Kursteilnehmerin gab es als Geschenk zwei Binden mit 8 Einlagen, einem wasserdichten Etui und einem schönen Stoffbeutel dazu. Es hat Spass gemacht, diese liebevoll und sehr präzise genähten Sets zusammenzustellen.

Kurz vor Mittag sind wir zu Land of Canaan gegangen, um den Raum einzurichten. Für die vielen Teilnehmer mussten vorgängig Stühle von verschiedenen Orten organisiert werden.

Mit etwas Verspätung konnten wir den Kurs um 13:30 Uhr mit 21 Teilnehmerinnen beginnen. Die Referentinnen haben mit viel Begeisterung und sehr lebendig über Hygiene, die weiblichen und die männlichen Geschlechtsteile, den weiblichen Zyklus und die Entstehung von Babys unterrichtet. Dazu haben sie gutes Bildmaterial in madagassischer Sprache mitgebracht.

Als es dann um die Binden und ihre Handhabung ging, haben sie das ganz praktisch vorgeführt. Es war sehr unterhaltsam und kurzweilig ihnen zuzuhören (sogar für mich, obwohl ich kein madagassisch verstehe). Anhand von Bibelstellen haben sie erklärt, wie wunderbar jede von uns geschaffen wurde und was für ein Wunder es ist, dass unser Zyklus so gut funktioniert. Wir sind einzigartig und kostbar geschaffen und sollen unseren Körper deshalb auch mit Sorgfalt und Wertschätzung behandeln. Dazu gehört auch, dass wir uns nicht einfach an den Erstbesten verschenken sollen und das Recht haben „Nein“ zu sagen, wenn wir etwas nicht wollen. Gerade in einer Kultur, in der alles geteilt wird, ist es umso wichtiger zu sagen, dass man seinen Körper mit niemandem teilen muss, wenn man das nicht will.

Die Teilnehmerinnen hörten mit grossem Interesse zu und stellten auch viele Fragen. Unter anderem kam auch die Frage nach Menstruationstassen auf. Da ich meine beiden mit nach Madagaskar genommen habe, konnte ich diese am Freitag zeigen und erklären. Viele der Teilnehmerinnen können sich gar nicht vorstellen so etwas zu benutzen oder Mädchen in der Handhabung zu unterrichten. Die Binden sind da einfacher. Eine andere Frage war, wie man jetzt weiter vorgehen sollte, wenn man Mädchen in diesen Themen unterrichten möchte. Diese Frage haben wir mit nach Hause genommen und dort konkrete nächste Schritte für die Frauen zusammengestellt. Am Freitag konnten wir ihnen konkrete Vorschläge vorlegen, wie man so eine Arbeit starten könnte.

Besprechung der nächsten Schritte im Team

Am Freitag konnten wir Teilnehmer nicht mehr nur entspannt zuhören, sondern mussten selber aktiv werden. Wir bekamen die Schulungsbögen und hatten in Gruppen 20 Minuten Zeit das Gehörte von gestern nochmal zu repetieren. Anschliessend musste jede von uns ein paar Seiten präsentieren. Ich war beeindruckt, wie viel die Frauen noch wussten und wie selbstbewusst einige vor dem Publikum standen.

Vorbereitung für die eigene Präsentation

Am Schluss des Kurses gab es für jede Teilnehmerin ein Zertifikat und das Bindenset. Sie haben sich riesig gefreut!

Ich fand es in den letzten Monaten nicht immer einfach, dass wir hier mit ganz vielen verschiedenen Organisationen zusammenarbeiten. Es hat lange gedauert, sich einen Überblick über alle verschiedenen Zweige von YWAM zu verschaffen und es war nicht so einfach, sich da nicht zu verzetteln. Für diese Schulung kam mir das aber wieder zugute! Viele dieser kleineren Organisationen haben eine bis zwei Frauen geschickt und so konnten wir das Wissen von Days for Girls an vielen Orten verbreiten.

Nach dem Kurs fuhren wir noch bei einem Kinderheim der anglikanischen Kirche vorbei, um die Arbeit von Days for Girls vorzustellen. Sie waren sehr interessiert und hätten gerne bald eine Schulung während dem Unterricht.

Am Samstagvormittag sind wir noch beim Kinderheim hier in Ambohidratrimo vorbeigegangen. Sie nähen dort auch waschbare Binden. Wir wollten gerne sehen, wie diese aussehen und fragen, ob sie auch Schulungen anbieten. Wir wurden freundlich empfangen. Die verantwortlichen für die Arbeit mit den Mädchen meinten dann, sie hätten auch Binden, seien aber noch nicht so zufrieden mit der Wahl der verwendeten Materialien. Schulung gebe es bei ihnen bis jetzt nicht. Sie haben uns gebeten am Montag nochmal vorbeizukommen, um zu planen, wann wir im Schulunterricht über das Thema Hygiene und den weiblichen Zyklus lehren können.

Es ist unglaublich, wie schnell die Anfragen jetzt reinkommen. Wir wurden schon von Schulen und von einer Organisation, welche im Busch arbeitet, gefragt, ob wir Schulungen anbieten können. In den nächsten Tagen müssen wir einen Plan erarbeiten, wie wir weiter vorgehen wollen. COVID-19 macht das ganze etwas kompliziert. Offiziell sind weltweit alle Aktivitäten von Days for Girls gestoppt. Hier in Madagaskar gibt es aber im Land noch keine Einschränkungen und der Unterricht an den Schulen findet planmässig statt.

Zwischen August und Oktober kann man neue Unternehmen, welche Binden nähen, bei Days for Girls international anmelden. Ich hoffe, dass wir bis dahin genügend Frauen finden, welche bereit sind, so eine Firma zu starten. Frauen welche bereits nähen können und gerne lernen würden wie man Binden näht, habe ich bereits genügend gefunden.

Dank euren Spenden haben wir jetzt noch etwas Geld übrig, welches wir entweder ins Startup für die Firma oder in zusätzliche Binden für all die Präsentationen investieren können. Vielen Dank!

Schulung Days for Girls

Ein Traum von Silvana ist es, hier in Madagaskar eine Schulung von Days for Girls durchzuführen.

Schon vor zwei oder drei Jahren, hat sie an der Generalversammlung vom Frauenverein über die Arbeit von Days for Girls gehört. Damals kamen zwei Frauen und haben dieses Projekt vorgestellt. Die Mädchen und Frauen werden mit waschbaren Binden ausgestattet, damit sie trotz Menstruation am normalen Leben und Schulalltag teilnehmen können. Diese Binden werden mit viel Sorgfalt und besonderem Material, wenn immer möglich, im Land selber hergestellt. Das Nähen von diesen Binden schafft Arbeitsplätze und generiert so ein Einkommen für Frauen.
Die Binden werden immer zusammen mit vielen wertvollen Infos an die Mädchen und Frauen weitergegeben.

Unter anderem werden folgende Themen angeschnitten:

  • Hygiene: Wie wasche ich richtig die Hände
  • Wie pflege ich die Binden richtig
  • Selbstverteidigung: Wie kann ich mich wehren, wenn ich körperlich oder sexuell bedrängt werde
  • Wie funktioniert der weibliche Zyklus
  • Anatomie von Frauen und Männern
  • Wie entsteht ein Baby
  • Wie schütze ich mich vor Geschlechtskrankheiten

Unsere Mitbewohnerin Narindra war von Anfang an sehr begeistert über die Infos und Möglichkeiten von Days for Girls. Auch bei Land of Canaan stiess das Thema auf offene Ohren. So begannen Silvana und Narindra eine Schulung zu organisieren. 
Am Donnerstag und Freitag 12./13. März findet die erste Days for Girls Schulung hier in Ambohidratrimo auf madagassisch statt. Die Schulung ist auf grosses Interesse gestossen und wir freuen uns, dass sich 23 Frauen angemeldet haben.

Zwei Frauen, welche schon länger solche Schulungen anbieten und auch Binden nähen, kommen extra von der Westküste zu uns, um bei uns die Schulung durchzuführen.
Das Schulungsmaterial wurde schon vor einiger Zeit auf madagassisch übersetzt und so können wir den Kurs in der Landessprache anbieten.

Diese Woche liegt unser Fokus darauf, Frauen mit dem Wissen und Material von Days for Girls auszustatten, damit sie anschliessend dieses Wissen in ihren Einsatzbereichen an andere weitergeben können. In einem zweiten Schritt wollen Silvana und Narindra eine kürzere Schulung für Strassenkinder und auch für die Schulkinder hier in der Nähe anbieten und weitere Bindensets verteilen. 

Schon bevor wir die Schweiz verlassen haben, hat Silvana mit diversen Leuten über die Idee dieses Projekt gesprochen und von ein paar Frauen Geld für die Umsetzung bekommen. Viele Dinge sind hier in Madagaskar um einiges günstiger als in der Schweiz. Trotzdem summieren sich die Ausgaben. Wenn sich jemand vorstellen kann, dieses Projekt konkret zu unterstützen, sind wir sehr dankbar für Spenden.

Hier ist eine (mehr oder weniger vollständige) Zusammenstellung der Kosten:

  • Ausdrucken der Flyer und Einladungen: CHF 6.-
  • Ausdrucken der Unterlagen für Silvana: CHF 12.-
  • Ausdrucken der Präsentationen und Mappen: CHF 14.-
  • Ausdrucken der Unterlagen für Schulungsteilnehmer: CHF 54.-
  • Reise und Verpflegung für 2 Referentinnen: CHF 37.-
  • Lohn für 2 Referentinnen für 7 Tage: CHF 33.-
  • 50 Stoffsäcke: CHF 27.-
  • 100 Binden: CHF 311.-
  • Raummiete für 2 Tage Schulung: CHF 27.-

Das gibt ein Ausgabentotal von CHF 521.-.
Die Beiträge der Teilnehmerinnen belaufen sich auf 210’000 Ariary (CHF 57.-).
Drei Teilnehmerinnen können nicht die vollen Kurskosten bezahlen. Sie haben uns angeboten beim Vorbereiten und Aufräumen des Raumes zu helfen.

Uns ist es wichtig, die Frauen hier mit allem nötigen Material auszustatten, damit sie auch ohne uns zukünftig Binden mit den nötigen Infos verteilen können. Um dies zu ermöglichen, haben wir die Schulungsunterlagen für jede Frau ausgedruckt, Präsentationsmappen in englisch und madagassisch zusammengestellt und 100 Binden nähen lassen.

Wir haben uns entschieden, den Kurs relativ günstig anzubieten und jeder Frau ein vollständiges Bindenset zu schenken. So können sie damit eigene Erfahrungen sammeln. Wenn sie selber von der Nützlichkeit von diesen Binden überzeugt sind, können sie auch andere Frauen dafür begeistern. Der Kurs kostet 10’000 Ariary. Das entspricht etwa 2.60 Schweizerfranken. Das tönt für uns zwar nach wenig Geld. Wenn man aber bedenkt, dass 10’000 Ariary hier ein durchschnittlicher Tageslohn ist, ist für die Leute hier doch sehr viel Geld. 

Vieles ist bereits organisiert und liegt bereit für den Kursstart am Donnerstag. Heute werden die Unterlagen gedruckt, welche morgen geliefert werden. Die beiden Referentinnen werden bei uns im Haus übernachten. Jetzt geht es noch darum, Bettzeug und Essen für sie zu organisieren. Wir beten, dass die zweitägige Reise für sie mit dem Taxi Brousse ohne Zwischenfälle möglich ist und sie am Mittwoch pünktlich bei uns eintreffen werden.

Stoffsäcke und Bindenset liegen bereit

Wenn dir dieses Projekt ein Anliegen ist, dann sind wir dankbar, wenn du uns im Gebet untersützt. Im Moment steht vor allem die Schulung von Donnerstag und Freitag im Fokus.

Wenn du dieses Projekt finanziell untersützen möchtest, dann kannst du das folgendermassen machen:
IBAN: CH26 0021 4214 4147 8540 L
Bank: UBS Schweiz AG
lautend auf:
M. & S. Schelldorfer-Lüssi
Geissbergstrasse 48
8633 Wolfhausen

Vermerk: Missionseinsatz „Days for Girls“


Verwende Twint und unsere Handynummer, um uns zu unterstützen.



Nach dem Kurs werden wir hier einen kurzen Rückblick posten. 

Weihnachtsfeiern

Natürlich wurde auch in Madagaskar ausgiebig Weihnachten gefeiert!

YWAM Mitarbeiter in sommerlicher Weihnachtsstimmung

Bei den verschiedenen Arbeitsbereichen hier stand überall eine Weihnachtsfeier an. Wir kamen so in den Genuss an verschiedenen Ort mit ganz verschiedenen Leuten auf die unterschiedlichsten Arten Weihnachten zu feiern.

Silvana hat sich vor unserer Reise einige Gedanken zum Thema Weihnachten in der Ferne gemacht und ein paar wenige Dokosachen eingepackt. Um ehrlich zu sein, waren diese Sachen aber sehr lange im Koffer verstaut. Irgendwie fühlt es sich für uns bei 27 Grad nicht so richtig nach Weihnachten an.

Weihnachtsfeier auf der YWAM Base

Am Montag 16. Dezember durften wir auf einer YWAM Base in der Nähe an der Weihnachtsfeier teilnehmen. Die School of worship leitete den musikalischen Teil. So kamen wir in den Genuss von Weihnachtsliedern in verschiedenen Sprachen. Wer von euch hat schon mal Felice Navidad auf arabisch gesungen?

Es wurde viel gesungen und getanzt

Nach dem offiziellen Teil mit eher traditionellen Weihnachtsliedern wurde es dann sehr fröhlich und spontan gesungen und getanzt. Dabei gaben auch wir ein Weihnachtslied auf schweizerdeutsch zum besten.
Im Vorfeld von diesem Anlass wurden Lose gezogen und jeder brachte für jemanden ein Geschenk mit. Martin hat einen Strohhut bekommen und Silvana eine typisch madagassische Handtasche und ein Portemonnaie. Wir hoffen, dass wir mit unseren Victorinox Messern und Sparschäler ebenfalls Freude bereiten konnten!

Übergabe der Geschenke

Weihnachtsfeier mit ärmeren Familien

Die YWAM Base unterstützt 20 ärmere Familien aus dem Dorf. Für diese Familien findet zweimal im Jahr eine Feier statt. An dieser Feier erhalten sie auch Lebensmittel.

Einige Tage vor der Weihnachtsfeier gingen Laura und Martin mit einem Mitarbeiter auf Einkaufstour.

Der Einkaufszettel sah folgendemsassen aus:

  • 100kg Reis
  • 20l Öl
  • 8kg Salz
  • 20kg Zucker
  • 20kg Fleisch
  • 100 Pack Seife zum Waschen

Es hat Spass gemacht eine so grosse Menge einzukaufen!

Auf Einkaufstour

Die Weihnachtsfeier fand am Samstagmorgen 21. Dezember statt. Um nichts zu verpassen, waren alle Personen schon sehr früh da. Da auch wir mit den Vorbereitungen fertig waren, haben wir schon vor der geplanten Uhrzeit mit der Feier begonnen. Auch das gibt es in Afrika!

Alles ist bereit

Nach der Begrüssung haben wir ein paar madagassische Lieder gesungen. Dann gab es von einem Mitarbeiter ein Input zum Thema „Weihnachten und dass uns Jesus im Leben länger halt gibt als z.B. Lebensmittel“.

Als „Zmorge“ gab es dann für alle ein Thonsandwich und dazu Süssgetränke. Für diese Menschen war das etwas sehr besonderes und das haben sie auch entsprechend geschätzt.

Zmorge

Der Abschluss war dann die Übergabe des Lebensmittelsackes an die Familien.

Dank eurer finanziellen Unterstützung war es möglich, diese Weihnachtsfeier so zu gestalten. So wurde es auch für diese Familien „Weihnachten“. Vielen Dank an euch alle.