Unsere schöne Umgebung

Es ist nicht so einfach, zwischen zwei Welten festzustecken. Einerseits fühlen wir uns sehr wohl hier, andererseits vermissen wir auch gewissen Dinge und vor allem Menschen aus der Schweiz. Wir versuchen deshalb im Moment – mehr denn je – die schönen Seiten von Madagaskar zu geniessen und schöne Erinnerungen als Familie zu sammeln.

Bei unseren Streifzügen in der näheren Umgebung haben wir einige Orte entdeckt, welche uns sehr gefallen. Wir geniessen diese Spaziergänge und Ausflüge durch die hügelige Landschaften und quer über die Reisfelder sehr. Auch für die Kinder sind diese Touren spannend, da es hier nie einer langweiligen Strasse entlang geht. Es hat immer Löcher, welche man überspringen kann, Dämme, über die man balancieren muss und Trampelfpade, auf denen man nur hintereinander gehen kann.

Blick von unserem Standard-Spaziergang auf unser Dorf Ambohidratrimo
Beim Pfeil ist unser Haus (Bild anklicken für grössere Ansicht)
wunderbares Panorama (Bild anklicken für grössere Ansicht)

Einsatz im Busch mit der Helimission – Teil 5: Ab in die nächsten Dörfer

Dies ist der fünfte und letzte Teil der Serie von Martins Einsatz im Busch mit der Helimission in Januar.

Am nächsten Morgen machen die Piloten die Helikopter startbereit. Alles funktioniert wie geplant. Schon bald sind Ross und ich im reparierten Helikopter auf dem Weg zum zweiten Dorf. Der andere Helikopter ist mit den beiden Mechanikern auf dem Weg zurück zur Base.

Als wir im zweiten Dorf ankommen, ist das Einsatzteam bereits seit einigen Stunden im Einsatz. Ich habe noch etwas Zeit und spiele mit den Kindern Fussball. Der Fussball besteht aus einem mit Schnur umwickelten Krungel aus Plastiksäcke. Alle Kinder kommen und möchten sehen, wie gut ich als Weisser Fussball spielen kann und fordern mich heraus. Bald ist es bereits wieder Zeit alles einzupacken und zum dritten Dorf zu fliegen.

Im dritten Dorf habe ich die Möglichkeit, einige Gedanken an die Leiter weiterzugeben. Mich fasziniert es, wie die Leute hier im Busch mit ganz anderen Voraussetzungen und einer anderen Lebensweise den gleichen Gott anbeten wie wir. Sie kennen die gleiche Botschaft wie wir. Das erläutere ich anhand von meinem «Die 4 Punkte»-Armband.

im Anflug zum dritten Dorf

Am Abend ist es in den Dörfern immer noch bis spät in die Nacht sehr lebhaft. Entweder trommelt einer oder jemand kann doch irgendwie eine Musikanlage mit Lautsprecher betreiben und beschallt damit das Dorf. Sobald es am Morgen nach 5 Uhr langsam hell wird, beginnt auch das Dorfleben wieder. Dann werden die Tiere versorgt, gekocht, gehämmert und es herrscht reges Treiben.

Diese Nacht verbringe ich auf einer sehr weichen «Matratze» aus Bananenblättern und geniesse die paar ruhigen Stunden im Dorf.

An diesem Morgen ist noch eine Taufe geplant. Sedera weiss von sechs erwachsenen Personen, welche sich gerne taufen lassen möchten. Eine Taufe ist immer ein ganz spezieller Moment und berührt alle Leute sehr. Um welche Zeit es losgeht weiss niemand so genau. Irgendwann beginnen einige Personen mitten im Dorf Lieder zu singen. Das ist das Zeichen, dass die Taufe startet. Es kommen immer mehr Personen dazu. Begleitet von Gesang spazieren alle Leute gemeinsam zum nahegelegenen Fluss. Am Fluss erklärt Sedera den Sinn der Taufe. Anschliessend werden die Personen nacheinander im Fluss getauft. Während der ganzen Zeit singen die Leute Lieder. Am Schluss sind es 26 Personen, welche sich taufen liessen.

Taufe im Fluss

Nach der Taufe gilt es, möglichst schnell alles einzupacken und in das vierte und letzte Dorf zu fliegen. Dieses Dorf liegt nicht mehr auf dem Hochplateau von Madagaskar. Hier ist es nochmals deutlich wärmer. Es ist umringt von hohen Bergen. Inmitten dieser Kulisse fühle ich mich wohl.

Im vierten Dorf fasziniert mich das Singen in der offenen «Kirche». Die Leute singen hier sehr schön. Sie singen auch am Abend noch lange in die Nacht hinein. Unser Haus ist direkt neben der Kirche und ich geniesse es, bei diesem Gesang einzuschlafen.

die offene Kirche

In diesem Dorf waren es ausnahmsweise nicht so viele Personen, welche eine medizinische Behandlung nötig hatten. Setra und Mbula konnten bereits am Tag davor alle Patienten behandeln. So können sich diese beiden an diesem Morgen etwas erholen.

Da unser Rückflug zur Base etwas länger ist und wir zusätzlich noch einen Tankstopp machen müssen, ist es gut, wenn wir früh losfliegen können.

Unser Pilot Ross macht den Helikopter bereit. Das Wetter ist im Moment gut. Auch er möchte bald losfliegen, bevor dann die angekündigten Wolken den Flug hinauf auf das Hochplateau verunmöglichen.

unser Weg hinauf auf das Hochplateau von Madagaskar

Das Bereitmachen des Helikopters dauert heute Morgen noch etwas länger. Über die Nacht haben sich im Cockpit einige hundert Ameisen eingenistet. Sie haben in einer Box ein paar Tropfen ausgelaufene Kondensmilch gefunden. Es gibt vom Boden eine Ameisenstrasse über die Metallstangen in den Helikopter und dann quer durch das ganze Cockpit. Ameisen, welche während dem Flug dem Piloten das Bein hochkriechen, sind nicht so ideal… Wir brauchen fast eine Stunde, um die vielen Ameisen wieder aus dem Cockpit zu bekommen.

Es ist hier Brauch, dass man den Gästen zum Abschied ein Geschenk mitgibt. In diesem Dorf erhalten wir mehrere Kilo Reis, mehrere Kilo Bananen, eine grosse Jackfruit und mehrere lebende Güggel. Hühner und Güggel überreicht man lebend, da sie so länger haltbar sind und damit wir selber entscheiden können, was wir damit machen. Von den Besuchen in vorherigen Dörfern haben wir bereits schon andere Geschenke. Nun muss unser Pilot Ross das Gewicht kontrollieren und sicherstellen, dass wir nicht zu schwer sind. Er packt die Waage aus und wägt jedes einzelne Gepäckstück. Wir haben leider zu viel Gepäck und können nicht alle Geschenke mitnehmen. Es ist gar nicht so einfach zu entscheiden, welche Geschenke wir dalassen wollen.

Wir können trotzdem noch genügend Geschenke mitnehmen. Für mich bleibt ein Güggel übrig. Ich habe zwar keine Ahnung, wie man einen Güggel füttert und pflegt, nehme ihn aber mit. Wir werden sicher irgendwie einen Platz finden, wo wir ihn halten können. Die Einheimischen wissen das schon und können uns helfen.

Unser Hahn „Fanomezana“ darf die Nacht in der Dusche verbringen

Trotz allem können wir noch genügend früh im Dorf losfliegen. Nach einem Tankstop auf einem kleinen Regionalflughafen, landen wir müde, aber sicher wieder auf dem Flughafen in Antananrivo. Ich freue mich Silvana und die Kinder wieder zu sehen und in den Arm zu nehmen.

Tankstopp auf einem kleinen Regionalflughafen

Insgesamt hat Setra in den vier Dörfern bei über 150 Menschen einen oder mehrere Zähne gezogen.

Das Einsatzteam ist müde und nutzt die Zeit während dem Flug zum Schlafen

Die Helimission finanziert sich ausschliesslich über Spenden. Die Piloten der Helimission finanzieren sich über einen eigenen Freundeskreis. Die Organisationen, welche Einsätze mit der Helimission machen, bezahlen einen sehr günstigen Preis für die Benützung des Helikopters.

Einsatz im Busch mit der Helimission – Teil 4: Reparatur des Helikopters im Busch

Dies ist der vierte Teil der Serie von Martins Einsatz im Busch mit der Helimission in Januar.

Am zweiten Tag unseres Einsatzes ist unser Helikopter nicht mehr flugtauglich und wir sitzen im Busch fest.

Die Einsatzleitung auf der Basis bespricht im Laufe des Morgens das weitere Vorgehen. Da wir in einem Tal sind und der Satellitenempfang schlecht ist, macht sich unser Pilot Ross auf den Weg in die Höhe. Dort ist der Empfang besser und die Einsatzleitung auf der Basis teilt Ross das weitere Vorgehen mit. Um unseren Helikopter wieder flugtauglich zu machen, muss ein Mechaniker mit einer neuen Benzinpumpe zu uns in den Busch kommen. Das geht nur mit einem anderen Helikopter.

In Madagaskar gibt es 12 flugtaugliche Helikopter. Vier davon gehören dem Militär und zwei sind von der Helimission. Der zweite Helikopter ist zum Glück gerade nicht in Revision, aber auf einem Einsatz im Norden von Madagaskar. Dort wird der Helikopter nicht die ganze Zeit gebraucht. Es gibt keine andere Möglichkeit, als diesen Einsatz im Norden zu unterbrechen, mit dem Heli zur Basis zu fliegen und von dort mit den Mechanikern zu uns in den Westen zu fliegen.

Da der Pilot auf dem Einsatz im Norden an diesem Tag schon die Flüge vor Ort gemacht hat und nun noch zwei Stunden bis zur Basis fliegen muss, muss für den Weiterflug in den Busch noch ein anderer Pilot aufgeboten werden. Aber auch das passt und der zusätzliche Pilot ist verfügbar.

Es gibt im Dorf aber genügend Patienten und so macht das Einsatzteam einfach mit ihrer Arbeit weiter. Auch Sedera nutzt die zusätzliche Zeit in diesem Dorf für weitere Treffen.

Im Laufe des Nachmittags ertönt dann plötzlich lauter Motorenlärm. Der zweite Helikopter ist im Anflug. Dieser landet mit zwei madagassischen Mechanikern und einer Benzinpumpe im Gepäck. Nicht nur das Dorf, sondern auch wir vom Einsatzteam empfangen den Heli freudig.

Der zweite Helikopter ist im Anflug

Da unser nächstes Dorf nur einige Flugminuten entfernt liegt, wird unser Einsatzteam mit dem zweiten Helikopter in das nächste Dorf geflogen. So kann auch das zweite Dorf durch das Team versorgt werden. Aus Kapazitätsgründen kann jedoch eine Person aus dem Team nicht mitfliegen. Da ich keine konkrete Aufgabe im Team habe, bleibe ich mit unserem Pilot Ross zurück beim defekten Helikopter.

Das Team fliegt mit dem zweiten Helikopter sofort weiter.

Die Mechaniker schauen sich den defekten Heli sofort an. Aber auch sie bringen die Benzinpumpe nicht zum Laufen. Die Benzinpumpe scheint also defekt zu sein und muss ausgetauscht werden. Damit die Pumpe ausgebaut werden kann, muss zuerst das ganze Benzin abgelassen werden. Leider gibt es dafür unten im Tank nur eine kleine Öffnung. Das Ablassen des Benzins in die Kanister dauert deshalb bis zum Eindunkeln. Wir können nicht viel machen. Wir sind eine lustig zusammengewürfelte Truppe. Da sind die beiden madagassischen Mechaniker, Ross aus Australien, der Pilot des zweiten Helikopters aus der Schweiz und ich. Wir haben viel Spass miteinander und so vergeht die Zeit recht schnell. Der eine Mechaniker hat heute Geburtstag. Nun feiern halt wir den Geburtstag mit ihm im Busch.

Sobald der Tank leer ist, bauen die Mechaniker die Pumpe aus. Mittlerweile ist es zwar schon dunkel, aber da es nicht regnet wird entschieden die neue Pumpe trotzdem noch einzubauen. Obwohl es für alle schon ein langer Tag ist und alle langsam müde sind, bauen die Mechaniker die Pumpe mit grösster Sorgfalt und ohne Eile fachmännisch ein.

Um ca. 20:00 ist es endlich soweit. Die neue Pumpe kann nun ausprobiert werden. Der Helikopter wird wieder eingeschaltet. Wir warten gespannt auf das Surren der Benzinpumpe. Wir hören alle das Klicken der Schalter im Cockpit, aber kein Surren der Benzinpumpe. Das darf doch nicht wahr sein! Bevor die neue Pumpe eingebaut wurde, haben die Mechaniker die neue Pumpe am Helikopter angeschlossen und sie hatte dann noch funktioniert. Weshalb läuft die eingebaute Pumpe nicht mehr? Das kann nicht sein, denken alle. Liegt das Problem nicht bei der Pumpe? Wir kontrollieren nochmals die Stromversorgung. Die Strommessungen an den Kabeln zeigen irgendwie komische Resultate. Wir verstehen die Messungen nicht. Nach ein bisschen Überlegen wird mir klar, wo das Problem liegt. Da ich eine Elektronikerlehre absolviert habe, kenne ich mich mit Elektronik ziemlich gut aus. Ich gebe den Mechanikern nun Anweisungen, was sie messen sollen. Es gelingt mir das Problem einzugrenzen und einen Wackelkontakt beim Stecker der Benzinpumpe zu identifizieren. Wenn wir den Stecker richtig halten, dann läuft die Pumpe. Hallelujah!

auch im Dunkeln wird im Team gemeinsam weitergearbeitet

Nun wird es mir klar. Die Benzinpumpe war wirklich defekt und musste ausgetauscht werden. Beim Aus- und Einbauen der Benzinpumpe ging jedoch zusätzlich noch der Stecker kaputt. Der Helikopter wird zwar vorschriftsgemäss und sauber gewartet, aber bei einem 40-jährigem Helikopter kann das halt durchaus vorkommen.

die defekte Benzinpumpe ist ausgebaut

Damit wir wieder fliegen können, muss der defekte Stecker repariert werden. Wie repariert man einen defekten Stecker im Busch? Wir haben keinen Ersatzstecker dabei… Obwohl es mittlerweile schon spätabends ist, arbeiten wir alle miteinander weiter. Wer kein Werkzeug in der Hand hat, hält eine Taschenlampe und sorgt dafür, dass genügend Licht unter dem Helikopter vorhanden ist. Dem Mechaniker gelingt es, den Stecker zu öffnen. Dieser ist allerdings gelötet. «Wie lötet man denn im Busch?», denke ich. Vor langer Zeit hat ein Pilot der Helimission ein Lötset für 24-Volt zusammengestellt. Wir finden diesen Lötkolben tatsächlich. Die beiden Mechaniker haben nur wenig Erfahrung mit Löten. In meiner Elektronikerzeit habe ich fast jeden Tag gelötet und ich kenne mich damit sehr gut aus. Ich schaue mir den Lötkolben und die Kabel an und bin der Meinung, dass das gehen müsste. Wir stecken die Kabel zusammen und ich schliesse den Lötkolben im Cockpit am Helikopter an. Ich bin mir ziemlich sicher, dass alles korrekt ist. Trotzdem wird es mir ein bisschen mulmig beim Gedanken, falls doch etwas schief geht und danach die Elektronik des Helikopters beschädigt wird. In diesem Fall hätten wir ein grösseres Problem…

unser Lötkolbenset

Ich gebe die Anweisung den Strom des Helikopters nun einzuschalten. Und siehe da, der Lötkolben wird wie gewünscht warm. Die Batterie des Helikopters macht das auch alles mit. Wir warten bis der Lötkolben richtig heiss ist. Da die Kabel zu kurz sind, müssen wir ihn dann ausstecken und möglichst schnell unter den Helikopter zum defekten Stecker rennen. Auch das klappt und so gelingt es mir, den defekten Stecker zu löten. Dass ich mal im Busch einen defekten Helikopter flicken werde, hätte ich nie geträumt. Aber es macht sehr viel Spass!

Die Mechaniker schliessen die Arbeiten ab. Ross ist zwar kein Mechaniker und trotzdem ist es ganz am Schluss Aufgabe des Piloten, alle ausgeführten Arbeiten zu kontrollieren.

Am Schluss muss das Benzin spätabends wieder eingefüllt werden

Wir machen nochmals einen Test und stellen alle zufrieden fest, dass die Benzinpumpe nun wieder sauber arbeitet. Der Helikopter ist wieder flugtauglich. Das ist eine grosse Erleichterung für uns alle. Da ich die Reparatur gesehen habe und sogar selber gelötet habe, mache ich mir keine Sorgen, wenn wir mit diesem Helikopter wieder in der Luft sind.

Obwohl es schon spät ist und nicht geplant war, dass wir für eine zweite Nacht in diesem Dorf sind, werden wir nochmals mit einer üppigen Mahlzeit versorgt. Müde, aber zufrieden, dass doch noch alles geklappt hat, richten wir unser Nachtlager ein und schlafen schnell ein. Für die Mechaniker ist die Nacht im Busch auch eine neue Erfahrung.

Einsatz im Busch mit der Helimission – Teil 3: Es geht los

Dies ist der dritte Teil der Serie von Martins Einsatz im Busch mit der Helimission in Januar.

Am Montagmorgen machen wir uns als ganze Familie auf zur Base der Helimission. Diese ist in einem Hangar auf dem internationalen Flughafen von Antananarivo. Direkt neben der Helimission hat die Mission Aviation Fellowship (MAF) ihren Hangar. Ross hat den Helikopter bereits vorbereitet. Bei unserem Eintreffen werden die Passagiere und ihr Gepäck gewogen. Er notiert alles fein säuberlich und rechnet aus, ob wir das Totalgewicht nicht übersteigen. Nach ein paar Instruktionen geht es auch bald los. Der Helikopter wird auf das Startfeld gerollt. Ich verabschiede mich von der Familie und nehme neben den Piloten Platz.

Ich bin noch nie mit einem Heli geflogen. Wie wird das Fliegen behagen? Was erwartet mich wohl im Busch? Ich habe keine Ahnung und es ist schwierig sich das alles vorzustellen. Ich freue mich aber riesig auf das Abenteuer und lasse mich gerne darauf ein. Angst habe ich keine.

Nachdem Ross die Starterlaubnis vom Flughafen erhalten hat, startet er die Motoren und wir fliegen schnell los. Es ist toll mit dem Heli über den Flugplatz zu fliegen und weiter aufzusteigen. Ich geniesse jede Minute in der Luft. Die Landschaft in Madagaskar ist sehr schön. Im Westen ist alles saftig grün. Die Landschaft ist hügelig und es hat immer wieder grössere oder kleinere Flüsse.

Nach ca. 30 Minuten Flugzeit erreichen wir das erste Dorf. Wir werden, wie später auch jedesmal, grossartig begrüsst. Danach gibt es Mittagessen und das Einsatzteam beginnt mit der Arbeit. Ich bete für die einzelnen Mitarbeiter, bevor sie mit der Arbeit beginnen.

An diesem Nachmittag helfe ich Setra beim Ziehen der Zähne. Meine Aufgabe ist es, die medizinischen Werkzeuge zu reinigen oder wenn nötig den Kopf des Patienten zu halten. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals als zahnmedizinischer Assistent arbeiten werde! Bei einem Missionseinsatz muss man halt flexibel sein und man erlebt immer mal wieder etwas Neues mit Gott.

Bei den ersten 10 Patienten kann ich fast nicht zusehen, wie die Zähne gezogen werden. Ich denke an den enormen Schmerz, welche die Patienten erfahren. Mir tut es beim Zusehen weh. Die Patienten erhalten eine lokale Betäubung und deshalb ist der Schmerz beim Ziehen ertragbar. Zudem ist das Schmerzempfinden dieser Leute anders als bei uns. Durch die minimale medizinische Versorgung sind sich diese Leute starke Schmerzen auch über längere Zeit gewohnt. Viele Patienten leben wegen abgestorbenen oder verfaulten Zähnen und entzündetem Zahnfleisch schon länger mit Starken Zahnschmerzen. Da ist dieser kurze heftige Schmerz beim Ziehen des Zahns ertragbar und schlussendlich auch eine Erlösung. Beim Eindunkeln stoppen Setra und Mbula die medizinische Arbeit.

Zum Nachtessen gibt es nochmals Reis mit Huhn und Früchte. Es ist schon dunkel und wir richten uns nach der Mahlzeit für die Nacht ein. Wir können zwar in einem Haus übernachten, aber Setra und ich haben ein kleines Zelt, Mätteli und Schlafsack mitgebracht. Das Zelt und der eigene Schlafsack schützen uns vor Ratten, Mücken, Flöhen und anderem Ungeziefer. Die Dorfbewohner haben noch nie ein Zelt gesehen und wundern sich sehr über unsere Art zu schlafen. Uns ist das egal und wir schlafen bald ein.

Camping im Haus

Zum Zmorge gibt es Kaffee und Tee. Die meisten von euch wissen ja, dass ich Kaffee nicht gerne habe. Trotzdem probiere ich. Der Kaffee im Busch ist etwas ganz anderes! Die Bohnen dafür kommen von den Kaffeebäumen im Dorf. Sie werden geröstet und danach der Kaffee zubereitet. Ich mag diese Art Kaffee und trinke ihn ab jetzt bei jeder Gelegenheit.

gemeinsamer Worship im Busch

Danach macht sich jeder wieder an die Arbeit. Ich helfe Setra und schaue bei einem Treffen bei Sedera vorbei. Im Laufe des Morgens kommt unser Pilot Ross vorbei und meint, dass sich unser Abflug heute vor dem Mittag allenfalls etwas verzögert. Etwas später schaue ich mal beim Helikopter vorbei. Ross erklärt mir, dass die Benzinpumpe nicht anspringt. Sie macht kein Wank und so kann der Motor nicht gestartet werden. Über das Satellitentelefon nimmt Ross Kontakt mit der Basis auf. Der Mechaniker auf der Basis gibt Ross über Telefon einige Anweisungen. Ich helfe Ross beim Helikopter und schaue mir das Problem auch an. Leider gelingt es uns nicht, die Pumpe zum Laufen zu bringen.

Unser Helikopter ist also defekt und wir sitzen im Busch fest!

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Einsatz im Busch mit der Helimission – Teil 2: Einsatz

Dies ist der zweite Teil der Serie von Martins Einsatz im Busch mit der Helimission in Januar.

Die Einsätze in den einzelnen Dörfern laufen immer gleich ab. Im Laufe des Morgens startet das Einsatzteam mit dem Helikopter und fliegt das neue Dorf an. Die Leute im Busch freuen sich riesig auf den Helikopter. Zu diesem Ereignis kommen auch viele Leute aus den umliegenden Dörfern. So sind bei der Landung mit dem Helikopter immer sehr viele Leute anwesend.

Die Landung eines Helikopters ist faszinierend. Das will niemand verpassen. Sobald der Motorenlärm des Helikopters leiser wird, beginnen die Leute zu singen. Das sind immer sehr freudige, christliche Lieder. Nach einigen Liedern begrüsst man sich. Die Begrüssung vom Team hat immer Sedera gemacht. Der Leiter der christlichen Gemeinde und der Dorfverantwortliche begrüssen das Team mit einigen Worten. Danach folgt eine kurze christliche Botschaft von einzelnen Teammitgliedern. Auch ich durfte zweimal vor dem versammelten Dorf eine kurze Rede halten. Da es keine Lautsprecher gibt und viele Leute da sind, muss man halt einfach so laut wie möglich reden.

freudiger Empfang bei der Ankunft mit dem Helikopter im Dorf

Am Schluss erklärt Sedera jeweils noch, wie die medizinische Hilfe genau abläuft und welche Treffen geplant sind. Da die Leute im Busch keine Uhren haben, erfolgen diese Treffen nicht um eine fixe Zeit. Man beginnt solche Treffen einfach und dann kommen die Leute nach und nach.

Nach der Begrüssung wird der Helikopter ausgeladen. Das Material wird von Helfern aus dem Dorf zu «unserem» Haus gebracht. Auf dem Weg zum Haus wird weiter gesungen und alle Leute laufen mit. Das ist dann eine Art Festumzug durch das Dorf. Besonders uns Weissen möchte jeder die Hand schütteln. Es ist schon etwas speziell, wenn einem so viele Leute so freudig begrüssen und jeder einem die Hand geben möchte, ohne dass man etwas getan hat.

In jedem Dort werden wir nach der Ankunft im Haus sofort mit Essen versorgt. Es wurde uns jedes Mal bestes Essen aufgetischt. Es gibt immer Reis und Huhn. Reis ist Grundnahrungsmittel und gibt es jeden Tag. Ein geschlachtetes Huhn gibt es nur bei ganz besonderen Anlässen. Die Reissorte und die Zubereitung des Huhns ändern immer ein bisschen. Zur Vorspeise und zum Dessert gibt es Früchte. Wir essen viel Banane und Ananas. Es gibt aber auch Litchi und einmal sogar Jackfruit (Jakobsfrucht). In einem Dorf gibt es zusätzlich noch Rüeblisalat. Zum Trinken gibt es immer heisses Reiswasser.
Diese Mahlzeit gibt es zum Zmorge, Zmittag und Znacht.

Obwohl die hygienischen Bedingungen und die Zubereitung im Busch sehr rudimentär sind, ist das Essen auch für uns gut vertragbar. Die Leute wissen, dass man die Esswaren gut kochen muss und achten sehr darauf. Ich habe immer von allem gegessen und hatte nie Probleme mit der Verdauung.

Nach dem Willkommensessen richten sich Setra und Mbula für medizinische Hilfe ein. Das Dorf muss hierfür einen geeigneten Ort und Stühle und Tische zur Verfügung stellen. Als Zahnarztstuhl reicht irgendeine Art von normalem Holzstuhl völlig aus. Wichtig ist einzig, dass der Stuhl eine Querleiste für die Füsse hat, damit der Zahnarzt dem Patienten nicht auf die Füsse steht 🙂

Die Leute, welche eine Behandlung wünschen, tragen sich auf einer Liste ein.

Mbula macht medizinische Konsultationen. Sie untersucht die Patienten und gibt mitgebrachte Medikamente ab. Eine Konsultation kostest 1’000 Ariary. Das entspricht ca. 28 Rappen, ist aber für die Leute im Busch doch ein grösserer Betrag. Die Leute sind Selbstversorger und haben daher nicht viele Möglichkeiten, um an Geld zu kommen.

Mbula behandelt einen Patienten

Setra zieht Zähne. Bevor er damit beginnt, erklärt er den Leuten ein paar Grundsätze zur Zahnhygiene. Vielen Leuten im Busch ist Zahnhygiene fremd. Die Zähne werden praktisch nicht gereinigt. Zahnbürsten und Zahnpasta gibt es da nicht. Wenn, dann reinigen die Leute die Zähne mit Kohle. Das ist durchaus eine gute Variante und funktioniert.

Den Patienten erklärt er die Bedingungen für eine Behandlung. Das Ziehen eines Zahns ist im Busch nicht unproblematisch und deshalb gibt es ein paar Bedingungen, an welche sich die Patienten strikt halten müssen.

Die Bedingungen sind folgendermassen:

  • Nach dem Ziehen eines Zahns, muss für 3 Tage strikte Ruhe eingehalten werden. Es darf keine Arbeit verrichtet werden und auch sonst keine Anstrengungen gemacht werden. Werden mehrere Zähne gezogen, verlängert sich die Ruhezeit.
  • Es dürfen für 3 Tage keine warmen Esswaren oder Getränke eingenommen werden.
  • Vor der Behandlung muss der Magen gefüllt sein.
  • Das Ziehen eines Zahns kostet 1’000 Ariary (ca. 28 Rappen).

Einsatz im Busch mit der Helimission – Teil 1: Vorbereitungen

Der Leiter von YWAM Land of Canaan geht zusammen mit einer anderen christlichen Organisation etwa einmal pro Monat auf Einsatz in abgelegene Dörfer im Busch. Diese Einsätze werden zusammen mit der Helimission durchgeführt.

Ich (Martin) verfolge die Arbeit der Helimission schon länger. Besonders die Berichte über die Arbeit im Busch haben mich immer wieder fasziniert. Ich habe ab und zu davon geträumt, das mal zu erleben. Ich wusste schon bei den Vorbereitungen für unseren Einsatz in Madagaskar, dass die Helimission eine Basis in Madagaskar hat. Da ich aber weder missionarische oder medizinische Erfahrung habe, habe ich nie einen Sinn gesehen, so einen Einsatz zu machen und daran teilzunehmen.

Etwas kurzfristig kam dann die Anfrage an mich, ob ich das Team beim Einsatz im Januar begleiten möchte. Silvana und ich haben es zusammen besprochen und waren der Meinung, dass dies möglich ist. So konnte ich für vier Tage vom 14. – 18. Januar mit der Helimission auf Einsatz in den Busch.

Es ist zwar schon eine Weile her, aber nun berichte ich in einer mehrteiligen Serie über diese Arbeit und meine Erlebnisse. Diese Berichte sind garantiert „Virusfrei“ und lenken hoffentlich ein bisschen von diesem ganzen Thema ab.

Ziel der Einsätze

Das Ziel dieser Einsätze ist geistliche und medizinische Hilfe in abgelegene Dörfer zu bringen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Kombination von geistlicher und medizinischer Hilfe am effektivsten ist.

Im Moment liegt der Schwerpunkt dieser Einsätze bei abgelegenen Dörfern im Osten von Madagaskar. Das Team geht in Dörfer, wo vor kurzem eine christliche Gemeinde gegründet wurde.

abgelegenes Dorf im Osten von Madagaskar

Die nächste Strasse ist meistens nur in einigen Tagesmärschen zu Fuss erreichbar. Es gibt dort keine Wasser- und Stromversorgung. Wasser nimmt man vom Fluss. Einige Leute haben Solarzellen und laden damit ein paar Lampen für die Nacht. Handyempfang gibt es an diesen Orten nur selten.

Unser Einsatzteam

Unser Einsatzteam besteht aus 5 Personen.

Ross: Er ist unser Pilot. Er plant im Voraus die Flüge und kümmert sich um alles was mit dem Helikopter zu tun hat.

Sedera: Er ist Pastor und für die geistigen Themen zuständig. Er ermutigt und unterstützt die lokalen Leiter und Kirchen im christlichen Glauben. Auf den Einsätzen holt er Feedback von den Gemeindeleitern ein und bespricht mit ihnen ihre aktuellen Herausforderungen. Er ermutigt sie und gibt Inputs zu Leiterschaft. Auch Predigten für alle Leute aus dem Dorf gehören zu seiner Tätigkeit.

Mbula: Sie ist ausgebildete Krankenschwester. Sie macht medizinische Behandlungen für die Leute in den Dörfern.

Setra: Er ist YWAM-Mitarbeiter und arbeitet auf den Einsätzen als Zahnarzt. Neben einer medizinischen Grundausbildung hat er über mehrere Jahre von einem Zahnarzt gelernt, wie man Zähne zieht.

Wichtig ist, dass die Einsätze gut vorbereitet sind. Die regionalen Leiter und Leiter der christlichen Gemeinde im Dorf müssen frühzeitig informiert werden. Sie sind auch verantwortlich, dass das Einsatzteam während dem Aufenthalt im Dorf gut versorgt wird. Es müssen Zimmer zum Essen und Schlafen bereit gemacht werden. Stühle, Tische und Betten sind an diesen Orten nicht selbstverständlich… Wir hatten bei unserem Einsatz immer saubere Zimmer in einem guten Gebäude und Betten. An einem Ort hatten die Betten sogar Schaumstoffmatratzen. Das Essen und Kochen muss von den Leuten im Dorf organisiert werden und manchmal muss auch das WC-Häuschen noch extra gebaut werden.

Natürlich werden auch die regionalen und lokalen Behörden über den Heliflug und die Art des Einsatzes informiert. Der Pilot muss auf der Karte anhand der verfügbaren Informationen das richtige Dorf finden. Das ist oft eine schwierige Aufgabe. Die Karten sind von schlechter Qualität, veraltet und es kommt immer wieder vor, dass es den gleichen Ortsnamen mehrmals gibt. Manchmal sogar ganz nahe beieinander. Sobald klar ist, wo die Dörfer sind, muss der Pilot Flugzeiten berechnen und vor allem die Tankstopps planen. Da es nur wenige Flughäfen mit Tankstellen hat, hat die Helimission einige eigene Tanklager in Madagaskar. Das macht die Flugplanung etwas einfacher.

Ein bewegtes Wochenende

Wir haben ein bewegtes Wochenende hinter uns.

Wir durften dieses Wochenende zusammen mit unserer Mitbewohnerin im Haus von ihren Verwandten im Busch verbringen. Sie haben ein einfaches Haus mit einem riesigen Garten dazu. Dieser Ort ist von hier aus mit dem Auto in ca. 90 Minuten erreichbar. Zuerst ging es über die Nationalstrasse und dann noch einige Kilometer über eine Dreckpiste. Die Landschaft ist wunderschön. Wir sahen Dinge, welche wir vorher noch nie gesehen haben. Zum Beispiel die „crying stones“. Aus diesen Steinen fliesst das ganze Jahr Wasser und es sieht so aus, als ob sie weinen würden.

Im Garten hinter dem Haus wachsen ganz viele Früchte und Gemüse. Wir durften ernten so viel wir wollten. Es fühlte sich an, wie im Garten Eden. Wir staunten über die Vielfalt! Da das Wetter viel besser als erwartet war, konnten wir viel Zeit draussen verbringen.

Wir pflückten viele Mandarinen, verschiedene Sorten Guavas und eine riesige Staude Bananen. Wir fanden auch Mais, Maniok (Cassava), Chili, grüne Bohnen und Sosetti (so spricht man es aus).
Wisst ihr wie Erdnüsse wachsen? Wir haben das dieses Wochenende gelernt. Jetzt sind wir dabei die Erdnüsse zu trocknen, bevor wir sie rösten.

Einige Kinder aus dem Dorf haben uns das ganze Wochenende begleitet, mit unseren Kindern gespielt und uns die Umgebung gezeigt.

Am Samstagvormittag staunten wir nicht schlecht, als die Polizei vorbeikam. Erst haben wir gar nicht so genau verstanden was los ist. Der Gendarme kam in zivil. Er wollte unsere Papiere sehen und wissen, wie lange wir schon in Madagaskar sind und wo wir wohnen. Erst nach einer Weile wurde uns deutlich, dass dies wegen dem Corona-Virus ist. Dieser ist nämlich seit Freitagabend offiziell in Madagaskar angekommen. Da sich einige Dorfbewohner Sorgen machten, als sie Europäer sahen, kam die Polizei zu uns, um dies genauer abzuklären. Martin musste mit unseren Passkopien auf den Polizeiposten. Unser Mitbewohnerin übersetzte für uns und erklärte wie lange wir bereits hier sind und was wir machen. Dem Polizeichef war die Angelegenheit auch unangenehm und er entschuldigte sich mehrmals, dass er uns so genau prüfen musste. Da wir belegen konnten, dass wir bereits seit Dezember hier sind, war es kein Problem und Martin durfte den Polizeiposten bald wieder verlassen. Die Polizei informierte dann die Verantwortlichen des Dorfes und teilte ihnen mit, dass alles in Ordnung ist. Es ist gut, dass die Leute hier wachsam sind und jeder seine Arbeit seriös macht.

Neben der schönen Zeit im Garten beim Ernten mussten wir uns dieses Wochenende aber auch viele Gedanken machen, wie es weitergehen soll für uns. Nachdem die Regierung die Landesgrenzen am Donnerstag für alle Ein- und Ausreisen gesperrt hat, konnte die Air France am Freitag- und Sonntagabend noch zwei Evakuierungsflüge für Europäer nach Paris anbieten. Dies ist wohl bis auf weiteres die letzte Chance auszureisen.

Wir haben uns viele Gedanken gemacht, mit vielen Einheimischen und Schweizern in Madagaskar gesprochen und als Familie gebetet. Es war keine einfache Entscheidung! Wir haben auch die Empfehlungen der Schweizer Botschaft in Madagaskar gelesen und uns in den lokalen Nachrichten so gut es geht über die Situation informiert. Wir sind zur Überzeugung gekommen, dass es richtig ist, noch hier zu bleiben. Wir denken, dass wir hier aktuell mehr helfen können als in der Schweiz. Zudem hätten wir die Ausreise unter höchstem Zeitdruck organisieren müssen. Es wäre ein sehr schwieriger Abschied gewesen.

Am Sonntag wurde bekannt, dass es weitere bestätigte Fälle von Corona in der Umgebung von Antananarivo gibt. Sofort wurden alle Bus- und Taxiverbindungen eingestellt und alle Märkte müssen ab sofort schliessen. Die vielen Epicerien (kleiner Laden) dürfen am Vormittag noch geöffnet haben, müssen aber am Mittag jeweils schliessen. Die Bevölkerung wird aufgefordert zu Hause zu bleiben und die Hände fleissig mit Seife zu waschen. Pro Familie darf nur noch eine Person aus dem Haus. Auf den Strassen werden Gesundheits-Checks gemacht und es gilt eine Ausgangssperre zwischen 20:00 und 05:00 Uhr.

Nach dem Bekanntwerden der Corona-Fälle gab es sofort ein grosser Anstrum auf Grundnahrungsmittel, Gas, Benzin und Medikamente. Viele Güter sind deshalb im Moment nur noch schwer erhältlich. Die Preise für Grundnahrungsmittel sind bereits um bis zu 50 Prozent angestiegen. Dies wird für viele Familien hier zu grossen Problemen führen. Wir haben am Montag 50 kg Reis und etwas Vorrat an Salz und Zucker gekauft.

Wir haben drei Angestellte, welche bis anhin wöchentlich für uns gearbeitet haben. Diese Arbeit ist im Moment nicht mehr möglich und so fehlt diesen Familien das Einkommen.

Wir haben entschieden, dass wir ihnen weiterhin den Lohn zahlen wollen und sie jede Woche bei uns Reis, Zucker und Salz abholen dürfen. Wenn es möglich ist, zusätzliche Lebensmittel zu besorgen, werden wir diese ebenfalls verteilen.

50 kg Reis

Wir sind gespannt, wie sich die Lage hier weiterentwickeln wird. Bis anhin geht die Regierung davon aus, dass die Lage unter Kontrolle ist und wir in zwei Wochen wieder zum gewohnten Alltag zurückkehren können. Hoffen und beten wir, dass das so klappt!

Reise an die Ostküste – Teil 4: Im Busch

In einem abgelegen Dorf ausserhalb von Vavatenina leitet Jelimis, eine Mitarbeiterin von Kings Kinds (ein Arbeitszweig von YWAM) einen Kinderclub. Das war das nächste Ziel unserer Reise. So machten wir uns nach dem erholsamen Hotelaufenthalt in Foulpointe auf den Weg in den Busch.

Bis Vavatenina waren es nochmals etwas über 70 km auf einer löchrigen und kurvigen Teerstrasse. Zuerst ging die Fahrt der Küste entlang und später ging es ins hügelige Landesinnere. Auch auf diesem Abschnitt hatte es teilweise mehr Löcher als Strasse und grosse Pfützen. Nicht selten sieht man Enten, die in diesen Tümpeln schwimmen.

Enten auf der Strasse

Die Reise verlief ohne Probleme und so waren wir planmässig am frühen Nachmittag in Vavatenina. Dort trafen wir Jelimis. Sie hatte zehn Helfer plus ein paar Kinder organisiert, welche uns beim Tragen von unserem Gepäck helfen sollten.

Unterwegs auf der Nationalstrasse

Da die Strasse zur Zeit in einem relativ guten Zustand ist und Martin die Grenzen unseres 4×4-Autos ausprobieren wollte, beschlossen wir, dass wir es probieren mit den Autos die sieben Kilometer bis ins Dorf zu fahren. Damit die Träger nicht wieder zwei Stunden zurück ins Dorf laufen mussten, luden wir alle in unsere zwei Autos. Aus Platzgründen verfrachteten wir Irina in den Kofferraum zwischen das Gepäck, setzten Elio bei Mami auf dem Beifahrersitz auf den Schoss, queschten Laura zwischen den Fahrersitz und den Beifahrersitz und 5 weitere Personen drängten sich auf dem Rücksitz. In Schärers Auto sah es ähnlich aus. Die beiden Autos waren nun auch für madagassische Verhältnisse gut gefüllt. So machten wir uns auf den Weg den Hügel hinauf.

Die Strasse war holprig aber grösstenteils trocken. Dank dem 4×4-Antrieb kamen wir gut voran. Ab und zu gab es Schwellen, welche von der Höhe her an der Grenze für unser Autos waren. Dann mussten wir aussteigen und ein paar Steine aufschichten. Wenn es eine Stelle mit vielen tiefen Furchen war, liefen zwei der einheimischen Helfer vor den Autos her um zu sehen, wo man am besten fahren kann. An einigen Stellen kamen wir schon nahe ans Limit und es brauchte eine gute Fahrtechnik. Mit ein paar Kratzern am Unterboden erreichten wir schlussendlich nach etwas mehr als einer Stunde das Dorf.

Im Dorf wurden wir wie Könige empfangen. Das halbe Dorf war da und staunte über die Weissen mit ihren Autos. Aus Sicherheitsgründen mussten die Autos im Vorhof von Jelimis Grundstück parkiert werden. Dazu musste der Zaun abmontiert werden. Mit viel Geduld und Geschick parkten Martin und Marcel die Autos dann rückwärts im engen Hof. Es passte genau. Wichtig beim Parkieren war zudem, dass er Steinaltar auf dem Vorplatz ja nicht berührt werden durfte. Das ist ein Opferaltar für Götter und ist den Eltern von Jelimis heilig. Auch die Kinder wurden instruiert, dass man diesen Altar keinesfalls berühren darf. Falls das jemand trotzdem tun würde, kostet das mindestens eine Kuh als Wiedergutmachung für die Götter. Dieser Altar beschäftigte uns. Vor allem Laura sagte, dass er ihr ein sehr ungutes Gefühl gibt. Wir haben dann als Gruppe gebetet und uns unter Gottes Schutz gestellt.

Jelimis und ihre Familie

Die Familie von Jelimis lebt, wie die meisten Leute im Dorf, in Bambushütten. Die Eltern haben ein Haus aus Brettern mit einem Wellblechdach. Da diese Häuser bei einem Zyklon allerdings nur unzureichend Schutz bieten, war es ihr Wunsch, ein stabiles Haus zu haben. Jelimis konnte nach langem sparen nun ein Haus mit einem gemauerten Fundament und stabilen Holzwänden für sich bauen. Dieses Haus soll bei Stürmen Zuflucht für die ganze Verwandtschaft bieten. Es wurde am Tag vor unserer Ankunft fertig und so hatten wir die Ehre, als erste in diesem Haus zu übernachten. Es besteht aus zwei Räumen und einer Küche.

Hinter dem Haus hat es zwei kleine Hütten. In der einen befindet sich ein Plumpsklo. In der anderen hat es Wassereimer und eine Wäscheleine. Sie wird zum „Duschen“ genutzt. Das Wasser wird entweder aus dem Regenfass geholt oder im Dorf am öffentlichen Wasserhahn geholt. Es war sehr heiss im Busch und so waren wir sehr dankbar für die Möglichkeit uns zu waschen. Wir begnügten uns mit möglichst wenig Wasser. Kaum waren wir im Duschhaus, wurde uns extra viel Wasser gebracht. Für uns Vazaha (so nennt man hier die Weissen) war nur das Beste gut genug.

WC-Häuschen im Busch

Wir hatten uns darauf eingestellt, in den nächsten Tagen nur Reis und Bananen zu essen. Umso erstaunter waren wir, als uns am ersten Abend Pasta mit einer feinen Gemüsesauce serviert wurde! Gegessen wurde auf kleinen Hockern mit dem Teller auf den Knien. Nach dem Nachtessen wurden alle Hocker zusammengestellt, unsere Matratzen ausgelegt und die Moskitonetze aufgehängt. Es war beim Einschlafen immer noch über 30 Grad warm. Die laute Musik im Dorf machte das Einschlafen etwas schwierig. Martin wusste von seinem Helimissioneinsatz, dass dies in den Buschdörfern dazugehört und bis spät in die Nacht dauern kann. Gott sei Dank hatte Dorothee für alle Oropax dabei und so konnten wir doch relativ gut schlafen.

Der Samstagvormittag hatten wir zur freien Verfügung. Wir nutzten die Zeit als Familie und die Kinder lauschten den Geschichten von „Globi im Engadin“ (weil es dort so eng ist, heisst es das Tal Eng-adin 🙂 ). Da es sonnig und heiss war, hatten wir nicht so das Bedürfnis uns zu bewegen.

Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg zum Gelände des Clubs. Dort haben sie eine grössere Hütte für ihre Treffen und ein paar kleinere Hütten. Die Eingänge waren mit Pflanzen und Blumen schön geschmückt. Das ist hier üblich um Gäste zu begrüssen. Wir wurden mit fröhlichen Liedern begrüsst. Die Leiter und Kinder freuten sich sehr über unser Eintreffen.

Zum Mittagessen gab es Reis und sogar ein bisschen Fleisch dazu. Nach dem gemeinsamen Mittagessen kam ein Mann vorbei, welcher einen Bambuspfahl auf dem Sandplatz aufstellte. Für uns sah es aus wie ein Maibaum. Daran waren acht Seile befestigt. Er leitete die Kinder an, wie sie um den Pfahl tanzen müssen und dabei die Seile flechten. Es war lustig zu sehen, wie schwierig es ist, wenn alle zusammen sich nach der Vorgabe um den Pfahl bewegen müssen. Diese Art Tanz wird mit den Jugendlichen eingeübt und an offiziellen Anlässen aufgeführt. Unser Kinder durften es auch ausprobieren. Sie lernten es schnell. Ihr Vorteil war, dass sie schon ein paar Runden zuschauen konnten. Ausserdem merkt man auch den Unterschied an Bildung. Kinder in Madagaskar sind sich ein ganz anderes Lernsystem gewohnt, als wir es in der Schweiz haben. Das Bildungsnivau ist tief und in Situationen, wo es darum geht zuzuschauen und etwas umzusetzen, merkt man diesen Unterschied zwischen madagassischen und unseren Kindern deutlich.

Zum Abschluss des Kinderprogrammes verteilten wir dann unsere mitgebrachten Zahnbürsten und Zahnpasta. Unsere Kinder zeigten den Kindern, wie man die Zähne korrekt putzt. Das haben sie in der Schule in der Schweiz sehr gut geübt und sie konnten sehr genau erklären, wie man das richtig macht. Habt ihr schon mal mit 80 Leuten zusammen die Zähne geputzt? Wir hatten viel Spass miteinander 🙂 Die Kinder freuten sich sehr über das Geschenk und nahmen die Zahnbürsten stolz mit nach Hause.

Hier im Busch gibt es keine Spielsachen, so wie wir es uns gewohnt sind. Die Kinder fanden trotzdem immer etwas um sich zu beschäftigen. Sie helfen, den Reis zu schütteln und auszusortieren, sie jagen die Hühner oder sie beobachten die Tiere im Nachbargarten. Da unsere Kinder die kleinen Hühner so toll fanden, wollte man uns so ein Kücken zum Abschied schenken. Sie hätten sehr gerne einen Spielkameraden für unseren Hahn Fanomezana mitgenommen. Da wir aber noch mehrere Tage mit dem Auto unterwegs sein würden, lehnten wir das Geschenk freundlich und dankend ab.

Reis aussortieren

Am Sonntag besuchten wir den Gottesdienst in der nahe gelegenen Kirche. Es waren extra für uns ein paar Bankreihen ganz vorne reserviert worden. Sie freuten sich sehr über unseren Besuch. Wir wurden während dem Gottesdienst nach vorne gebeten, durften uns vorstellen und einen kurzen Input geben. Am Ende des Gottesdienstes wurde für uns gebetet.

Wenn jemand mit dem Auto kommt, ist das für die Leute immer eine Gelegenheit für einen Transport. So wurden wir gebeten 70kg Reis mit nach Vavatenina mitzunehmen und dort abzuliefern. Ein Sack voll Kohle und eine Matratze musste bis nach Tamatave. So waren unsere Autos auch bei der Abreise wieder ziemlich voll.

Jelimis Vater wünschte sich sehr, mal in einem Auto mitfahren zu dürfen. Diesen Wunsch wollten wir ihm nicht abschlagen und so boten wir ihm an, bis zum Dorfrand mitzufahren. Er liess sich nicht zweimal bitten und natürlich wollte der Rest der Verwandtschaft diese Gelegenheit ebenfalls nutzen und auch mitfahren. So liefen Dorothee und Silvana mit uns Kindern zu Fuss durchs Dorf und Martin und Marcel chauffierten die Verwandtschaft in den vollgestopften Autos.

Da es die letzten beiden Nächte viel geregnet hatte, waren wir etwas besorgt, wie wohl die Rückreise gehen würde. Aber Gott sei Dank war die Strasse auch diesmal gut passierbar und wir kamen ohne Zwischenfälle wieder in der Zivilisation an.

Wir sind sehr dankbar, dass wir diese drei Tage in Tanamarna verbringen durften. Danke für all die guten Gespräche und die Zeit, welche wir mit tollen Leuten haben konnten. Es war uns eine Ehre, dass wir für viele Leute beten durften und sie uns an einem Teil ihrer Sorgen und Nöte teilhaben liessen. Wir sind immer wieder tief beeindruckt, wie zufrieden die Leute hier sind, obwohl sie in ganz einfachen Verhältnissen leben. Wir können viel von ihnen lernen.

Wasser

Die letzten Wochen hatten wir ständig fliessend Wasser und Strom. Auch vom Dach tropfte das Wasser bei Regen nicht mehr so häufig in das Haus. Das war sehr angenehm. Dafür hatten wir neulich ein anderes Problem mit dem Wasser…

Am Sonntagmorgen vor einer Woche kam Laura um 3:30 in unser Schlafzimmer und weckte uns. Sie sagte uns, es laufe irgendwo Wasser und der Boden sei nass. Wir meinten, dass sie das Wasser abstellen und es doch einfach lassen soll. Und wenn es viel Wasser ist, soll sie einen Bodenlumpen nehmen und es aufwischen. Sie insistierte aber heftig und meinte: „Ich weiss nöd, wo’s lauft und es isch ebe seeeehr viel Wasser!“

Wir standen auf und sahen nach. Wow, es tönte nach viel Wasser und ein Wasserstrahl spritze aus der Wand im WC. ein Wasserstrom floss durch den Eingang und weiter in den Wohnbereich. Martin rannte sofort im Piyama aus dem Haus und suchte ausserhalb des Hauses den Hauptwasserhahn. Bald war das Wasser abgestellt und immerhin spitzte kein Wasser mehr durchs Haus. Nun sahen wir uns die Situation mal an: im WC war eine Leitung gebrochen. Der WC-Raum und der Eingangsbereich waren nass. Ein Teil des Wassers floss unter der Türe hindurch auf den Vorplatz. Im Wohnbereich stand das Wasser ca. 3cm tief.

Und jetzt? Der Boden im Eingangs- und Wohnbereich besteht aus Holzparkett. Wie bringen wir das viele Wasser wieder aus dem Haus? Mit Lumpen und Kübel sind wir ewig dran…

WC und Eingangsbereich konnten wir mit Lumpen trocknen. Im Wohnbereich hat es eine Schiebetüre. Diese konnten wir öffnen und nun lief ein Teil des Wassers ab. Mit Besen schoben wir das Wasser Richtung Schiebetüre. Martin fand noch ein Brett und konnte damit Wasser schieben. Bald waren auch Elio und Irina wach und so waren wir irgendwann zu fünft mitten in der Nacht am Wasser schieben.

Nach etwas mehr als einer Stunde hatten wir es geschafft und das Wasser war draussen. Wir gingen wieder ins Bett und versuchten nochmals ein bisschen zu schlafen.

Am Morgen war der Boden schon wieder erstaunlich trocken. Da der Boden unter dem Parkett nicht speziell abgedichtet ist, läuft das Wasser auch dort gut ab. Tagsüber trocknete es weiter ab und so nahm der Parkettboden nur wenig Schaden. Zwei bis drei Stellen müssen neu gemacht werden. Wegen dem Wasser, welches bei Regen vom Dach in den Wohnbereich tropft, gab es sowieso schon Stellen, welche repariert werden müssen. Es braucht zwar Zeit und einiges an Geduld, die aufgequollenen Hölzchen auf die richtige Grösse abzuschleifen und neu zu verleimen, aber schwierig ist es nicht.

Über Kontakte in der Kirche, konnte am Sonntagnachmittag ein Sanitär aufgeboten werden. Dieser konnte das Rohr abdichten und so konnten wir den Hauptwasserhahn wieder aufdrehen.

Leider nahm die Anschlussleitung zum Spülkasten Schaden bei der Reparatur der Wasserleitung. Deshalb müssen wir das WC im Moment mit einem Wasserkübel spülen. Martin arbeitet noch daran, die richtigen Ersatzteile zu bekommen. Da es ein alter Spülkasten ist, ist das nicht so einfach… Zudem sind die meisten Ersatzteile, welche man hier bekommt sehr schlechte Qualität und so ist ab und zu mal etwas schon kaputt, unvollständig oder nicht genau die richtige Grösse.

Zusätzlich bot die ganze Aktion auch eine gute Mathematikaufgabe für Laura. Sie arbeitet im Moment am Thema „Grössen und Mengen“ und macht Rechnungen mit Längen und Volumen. Das passte somit wunderbar in den Schulstoff. Sie hat die Aufgabe aus der Praxis mit Hilfe von Papi diese Woche gelöst.

Lauras Mathematikaufgabe aus der Praxis

Reise an die Ostküste – Teil 3: Strandferien in Foulpointe

Von Tamatave mit seinen vielen Pouse-Pouse, Vespas, Velos und Autos ging es weiter nördlich der Küste entlang nach Foulpointe.

Von verschiedenen Seiten waren wir schon vorgewarnt worden, dass diese Strasse in einem schlechten Zustand sei und man für diese ca. 60km 3 bis 4 Stunden braucht. Anfangs war die Strasse noch relativ gut, doch schon bald waren vom Strassenbelag oftmals nur noch Bruchstücke vorhanden. Grosse Löcher erforderten viel Aufmerksamkeit beim fahren. Wegen der Regensaison sind viele dieser Löcher mit Wasser gefüllt. Da man wegen dem trüben Wasser nicht sehen kann, wie tief und uneben die Löcher sind, ist es ziemlich abenteuerlich. Dafür ist die Landschaft unterwegs sehr schön und abwechslungsreich.

In Foulpointe mieteten wir im Manda Beach Hotel zwei Bungalows direkt am Strand.

Hier in Madagaskar sind zur Zeit keine Schulferien und wegen der Regensaison sind nicht viele Reisende unterwegs. So hatten wir das Hotel und den Pool fast für uns alleine. Auch am Stand hatte es kaum andere Touristen, dafür aber umsomehr Strandverkäufer. Teilweise waren sie sehr aufdringlich. Jede halbe Stunde kamen sie mit etwas Neuem an, was sie verkaufen wollten. Von frischem Pfeffer, über Zimt oder Vanille bis zu Schmuck, Früchten oder Kokosnüssen kann man alles kaufen. Auch Massagen direkt am Stand, Boottouren mit Schnorcheln oder Nachtessen am Strand sind im Angebot. Martin freute sich immer, wenn die Frauen mit den selbstgemachten, frittierten Spezialitäten vobei kamen. Er liebt die verschiedenen süssen Köstlichkeiten sehr.

frische frittierte Köstlichkeiten am Strand

Auch wenn es zeitweise nervenaufreibend war, all die Verkäufer abzuwimmeln, hat es uns doch auch gezeigt, wie dringend die Leute hier auf die Einnahmen von den Touristen angewiesen sind. Das was sie verkaufen ist oft die einzige Einnahmequelle, welche diese Familien haben. Wenn keine Touristen da sind, ist Geld verdienen für sie sehr schwierig.

Am ersten Tag war es wunderschön und warm und wir konnten den Strand richtig geniessen. Beim baden ist uns aufgefallen, dass das Wasser zwar fast keine Wellen hat, dafür eine relativ starke Strömung strandabwärts. Immer wieder musste man zurück zum Ausgangspunkt laufen.

Am Abend gönnten sich Martin und Silvana Nachtessen zu zweit am Strand. Mit etwas Verspätung wurde das vorgängig bestellte Nachtessen geliefert. Es wurde zwar nicht ganz das bestellte geliefert, und es war auch schon fast kalt, dafür war das Ambiente wunderschön! Nur wir zwei, die Kellner und der Sicherheitsmann vom Hotel. Vor uns das ruhige Meer und über uns ein klarer Sternenhimmel!
Die Kinder durften mit Schärers ihre obligaten Spaghetti im Restaurant essen. Sie bestellten jeden Abend immerhin eine andere Sauce zu ihren Teigwaren 🙂

Datenight am Strand

Am zweiten Tag regnete es leider. Da die Temperatur immer noch sehr angenehm war, badeten die Kinder trotzdem den ganzen Vormittag im Pool. Am Nachmittag haben wir dann alle die Badehosen angezogen und sind bei Regen dem Strand entlang bis zum Ende des Riffs spaziert. Dort hatte es richtig grosse Wellen, welche den Kindern gefallen haben!
Zurück liessen wir uns dann von der Strömung tragen. Das hat Spass gemacht und war erst noch schneller, als wenn wir zu Fuss gegangen wären.

Der nächste Schwerpunkt unserer Reise war der Besuch des Kidsclub von Kings Kids in einem abgelegen Dorf. Hier in Foulpointe hiess es deshalb auch, uns vorzubereiten für die Zeit im Busch.

Da die Strasse bis in dieses Dorf sehr schlecht und oftmals auch rutschig ist, mussten wir alles, was wir im Busch benötigten so verpacken, dass man es tragen kann. Das Auto würde dann in Vavatenina bleiben und wir müssen zu Fuss gehen. Da wir nicht so genau wussten, was uns erwartet, war es nicht so einfach zu entscheiden, was wir mitnehmen sollen. Es wurde uns im Vorfeld gesagt, dass es im Busch heiss ist, wenig Wasser hat und dass unser Essen aus Reis und Bananen bestehen wird.

Wir hatten den Wunsch ein Geschenk für die Kinder vom Kinderclub im Dorf mitzubringen. Nach einigem hin und her überlegen, haben wir entschieden, dass wir jedem Kind eine Zahnbürste und Zahnpasta schenken wollen. Diese mussten also auch noch mit ins Gepäck.

100 Zahnbürsten und Zahnpasta müssen eingepackt werden