Wir sind überwältigt

Am Freitagabend sind wir müde, aber dankbar, in Zürich gelandet. Obwohl dieser Flieger voll besetzt war, war der Flughafen fast wie ausgestorben. Ausser den vielen Polizisten überall, welche die Leute über verschiedene Wege zum Ausgang lotsten, trafen wir fast keine Menschen. Wir waren gespannt, ob all unsere Gepäck wohl unversehrt ankommen würde. Nachdem der Flughafen ein Rollband fand, welches auch funktionierte, kamen alle unsere Koffer schnell und vollständig an. Wir sind dafür sehr dankbar!

Nach der Zollkontrolle wurden wir von einem Freund mit grossem Auto erwartet. Er hat uns nach Hause gefahren und uns geholfen alle Koffer zum Haus zu tragen. Wir sind sehr dankbar für diesen Hilfsdienst. Das hat uns den Schluss der Reise sehr viel einfacher und angenehmer gemacht!

Zuhause erwarteten uns ganz viele Überraschungen! Verschiedene Plakate, Schilder, Blumen, Karten und sogar frisch gekochtes Essen und Gebäck stand bereit. Vielen Dank an all die lieben Menschen, die für uns eingekauft, gekocht, gebacken, gemalt und gebastelt haben! Es tut so gut, wenn man so empfangen wird. Wir hatten uns darauf eingestellt, dass es ein spezielles Ankommen werden wird, da persönlichen Kontakte nicht möglich sind. Umso überwältigter wären wir vom herzlichen Empfang!

Unsere Nachbarin, welche sich um unser Haus gekümmert hat, hatte alle Betten frisch bezogen (sogar mit persönlichem Gruss und Bettmümpfeli). So mussten wir nur noch die Pijamas und Zahnbürsten auspacken und konnten dann sofort schlafen gehen.

Die Betten sind bereit

Am Samstag haben wir lange ausgeschlafen und durften dann ein feines Frühstück mit selbstgebackenem Zopf, Konfi und Honig vom Grosspapi geniessen. Auch die warme Dusche wurde von allen sehr geschätzt und ausgiebig genutzt.

feiner Zmorge

Das BAG empfiehlt, dass man im Moment nach Auslandreisen 10 Tage zu Hause bleiben soll. Daran halten wir uns. Das tolle Wetter macht uns diese Zeit sehr viel einfacher. Die Kinder geniessen den Garten und ihre Spielsachen hier wieder sehr. Wir gehen es langsam an. Für jeden Tag nehmen wir uns etwas vor, was ausgepackt und verräumt werden soll. Den Rest der Zeit nutzen wir, um auch emotional wieder in der Schweiz anzukommen.

Auch wenn uns der Abschied in Madagaskar schwer gefallen ist, ist es schön wieder in der Schweiz zu sein. Wir sind dankbar für all die schönen Erfahrungen der letzten 6 Monate.

Macht Geld glücklich?

Erst kürzlich haben wir folgenden Spruch gelesen:

Geld alleine macht nicht glücklich, aber kein Geld zu haben auch nicht. Geld an sich ist nichts anderes, als Energie, die es uns ermöglicht, Wertschätzung auszudrücken.

Laura Malina Seiler

Wir erleben hier oft, was es heisst, wenn Menschen kein Geld für das Allernötigste haben.
Es ist eine grosse Herausforderung ein gutes Familienleben zu haben, wenn man täglich ums überleben kämpft!
Deshalb sind wir umso dankbarer für alle, die uns immer wieder Geld spenden um Menschen hier zu helfen! Ohne euch könnten wir all diese Hilfe hier nicht möglich machen.

Vielen herzlichen Dank!

Jemand hat uns kürzlich geschrieben: „Ich weiss nicht, ob ihr immer noch in Madagaskar seid, aber ich würde gerne noch Geld spenden“.
Erst am Tag zuvor hat uns eine Familie, mit welcher wir bei YWAM zusammenarbeiten, erzählt, dass sie dringend noch Geld brauchen, um die Geburt und alles Zubehör für ihr Baby bezahlen zu können. Es ist eine Risikoschwangerschaft. Um das Risiko für Mutter und Kind so gering wie möglich zu halten, wollen sie in einem guten Krankenhaus gebären.
Das Geld, welches uns gespendet wurde, reicht genau, um die Geburt zu bezahlen! So kann die Familie das Geld, welches sie selber bereits gespart haben, für die Babyausstattung nutzen.
Wir haben im Gespräch mit der Familie nachgefragt, was sie denn von ihrer ersten Tochter noch an Babysachen haben. Sie haben gar nichts mehr! Weshalb? Sie haben es an Familien, welche in Not waren, weitergegeben. Es tut gut, zu sehen, dass Gott diese Grosszügigkeit belohnt, indem diese Familie jetzt ebenfalls beschenkt wird.

Wir sind zur Zeit intensiv mit der Familie der jungen Frau dran, welche seit einiger Zeit bei uns im Haus wohnt. Ursprünglich war der Plan, ihr bei der Finanzierung ihres Studiums zu helfen. In den letzten Wochen haben wir ihre Familie besser kennengelernt und gesehen, wie gross die Not in ihrer Familie ist. Auch sie sind permanent am Kämpfen, um die Familie einigermassen über Wasser halten zu können. Eigentlich reicht das Geld vorne und hinten nicht. Dies führt zu grossem Frust beim Vater und diesen lässt er dann in unkontrollierten Wutausbrüchen an den Kindern aus.

Letzte Woche war es so heftig, dass die älteste Tochter uns gebeten hat, ihr zu helfen, den Vater anzuzeigen. Wir waren mit ihr auf dem Einwohneramt, welches für den Kinderschutz zuständig ist. Die Verantwortliche Frau dort ging mit uns zur Polizei und der Vater wurde vorgeladen. Um die Kinder zu schützen, haben wir mit der ältesten Tochter zusammen den Pastor der Familie um Hilfe gebeten.

Wir waren sehr erstaunt, als wir seine Reaktion hörten. Er sagte uns und den Kindern ganz deutlich, dass Kinder den Eltern in jeder Situation absolut zu gehorchen haben. Wenn sie es nicht tun, ist es die Pflicht der Eltern, diesen Gehorsam einzufordern. Nötigenfalls auch mit den Stock.

Gemeinsam mit der Hilfsorganisation Nehemia sind wir jetzt auf der Suche nach einem Weg, diese Eltern zu einer Kooperation mit uns zu bewegen. Viele Probleme in dieser Familie hängen mit der finanziellen Notlage und der fehlenden Bildung der Eltern zusammen. Da das Rechts- und staatliche Sozialsystem hier nur schlecht funktioniert, gibt es fast keine Möglichkeit, den Kindern zu helfen, wenn die Eltern das nicht wollen.

Wir hoffen sehr, dass die Eltern einwilligen, dass ein Sozialarbeiter vorbeikommt, um mit ihnen zu besprechen, wie man die finanzielle Situation der Familie verbessern könnte. An die finanzielle Hilfe, kann man dann die Bedingung koppeln, dass die Eltern Schulungen zum Thema Finanzen und Erziehung besuchen. Zudem hätten die Kinder eine Ansprechsperson für Probleme.

Wie bereits am Anfang erwähnt: Geld macht nicht glücklich. Aber wenn man nicht täglich um jeden Rappen kämpfen muss, bleibt mehr Energie, welche man in die Familie investieren kann. So gesehen lohnt es sich, weiter in diese Familie zu investieren.

der Abschied kommt näher

Zur Zeit werden wir oft gefragt: „Wisst ihr schon, wann ihr nun zurück kommen könnt?“
Die Antwort lautet: „nicht wirklich“.

Der Flughafen hier in Madagaskar bleibt voraussichtlich bis zum 15. Juni geschlossen. Reguläre Flüge sind bis dann also nicht möglich.

Die Schweizerische Botschaft hat uns am Montag informiert, dass es wahrscheinlich am 21. Mai einen Sonderflug geben könnte. Dieser wird hauptsächlich von der Französischen Botschaft zusammen mit anderen europäischen Ländern organisiert. Der Flug würde von Antananarivo bis Paris gehen. Wir sind auf der Warteliste für diesen Flug. Neben den Personen aus anderen Ländern, sind schon ca. 20 Schweizer vor uns auf der Liste. Es ist deshalb nicht klar, ob es für uns Plätze geben wird. Wir erfahren das erst einen oder zwei Tage vor Abflug.

Das heisst, wir sind jetzt wirklich zwischen zwei Welten. Wir sind dabei die Dinge in der Schweiz zu regeln (Hausübergabe mit den Mietern, Schule, …) und gleichzeitig sind wir hier am Abschied nehmen, obwohl wir nicht wissen, ob wir wirklich fliegen werden. Zudem sind wir dabei unsere Sachen im Haus auszusortieren und zusammenzuräumen.
Emotional ist das für alle eine grosse Herausforderung!

Abschied bei YWAM Land of Canaan

Gestern haben wir uns bei YWAM Land of Canaan verabschiedet. Das Team, mit welchem wir 5 Monate zusammengearbeitet haben, hat uns zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Es gab viele madagassische Spezialitäten: jede Menge frittierte Sachen mit Teig und natürlich Reis und dazu weisse Bohnen. Nach dem Essen hat jedes Teammitglied einige besondere Erlebnisse erzählt, welche sie mit uns erlebt haben. Wir waren sehr berührt, wie viele kleine Begebenheiten die Leute und uns hier geprägt haben. Wir haben sehr viel miteinander erlebt! Diese Leute sind uns sehr ans Herz gewachsen. Zum Abschluss haben sie noch für uns gebetet.

Abschied Güggel Fanomezana

Heute haben wir uns von unserem Güggel Fanomezana verabschiedet. Das ist uns nicht leicht gefallen. Obwohl von Anfang an klar war, dass wir ihn nicht für immer behalten können, haben wir dieses Tier lieb gewonnen! Sein „Kikerikii“ wird uns fehlen!

Wir haben lange überlegt, wohin wir ihn geben können, damit er nicht sofort geschlachtet wird. Die Kinder haben viel dafür gebetet. Uns kam dann die Idee, ihn einer Familie zu schenken, welche für eine andere YWAM-Base hier in der Nähe arbeitet. Wir wussten, dass sie auch Hühner haben.

Am Morgen haben die Kinder Fanomezana nochmals mit seinem Lieblings-Unkraut gefüttert und seine Kiste mit frischen Heu für die Reise schön gemacht. Dann ging es los. Nach einer holperigen Fahrt und etwas Suchen (es gibt hier keine Strassennamen und Hausnummern), haben wir das Haus der Familie gefunden. Der Mann dieser Familie heisst überigens auch Fanomezana 🙂
Sie haben die Kiste geöffnet und begannen zu strahlen! Sie haben schon 44 Hühner und Güggel, aber genau diese Art Güggel fehlte noch in ihrem Stall. Bis jetzt konnten sie sich nicht dazu durchringen, einen solchen zu kaufen. Die Freude auf beiden Seiten war gross! Sie haben uns dann den Hühnerstall und die zukünftige Frau von unserem Güggel gezeigt.

Es ist schön zu wissen, dass er an einem guten Ort ist jetzt und dass man sich gut um ihn kümmern wird. Zudem hat er dort viel mehr Auslauf als bei uns und erst noch ganz viele Gspänli.

So wurde dieser Abschied um einiges leichter als erwartet! Unglaublich, Gott kümmert sich sogar um so banale Anliegen wie ein gutes Zuhause für ein lieb gewonnenes Haustier.

Ganz nah dran – Teil 2

Es ist uns ein grosses Anliegen, langfristige Hilfe zu leisten. Es gibt immer jemanden, der dringend Geld oder Essen braucht. Mit Geld und Essen allein löst man die eigentlichen Probleme der Menschen nicht. Es ist aber gar nicht so einfach, herauszufinden wie man längerfristig helfen kann. So ist es auch bei der zweiten Familie, welche wir aktuell begleiten.

Es ist ein junges Ehepaar mit einem kleinen Kind. Der Ehemann leidet schon seit Jahren an Hämerrhoiden und kann deshalb seit längerem nicht mehr arbeiten. Die Ehefrau kümmert sich um das Kind, den Haushalt und ist nebenbei noch in der Ausbildung zur Hebamme. Wann immer möglich arbeitet sie stundenweise an verschiedenen Orten, um wenigstens ein bisschen Geld für die Familie zu verdienen. Dieses Geld reicht allerdings bei weitem nicht, um alle Lebenskosten zu decken. Sie wohnen im unteren Stock eines Hauses in zwei kleinen Zimmern mit insgesamt ca. 15 Quadratmetern. Gekocht wird draussen auf einer improvisierten Kochstelle aus Backsteinen. Im Garten gibt es ein Plumpsklo.

Wir haben uns entschieden, dem Mann die Operation zu bezahlen, damit er bald wieder arbeiten kann. Leider haben sie sich für einen Arzt entschieden, der seine Arbeit sehr schlecht gemacht hat. Bereits am zweiten Tag nach der OP wurde der Patient nach Hause entlassen. Den Katheter musste seine Frau selber entfernen (zum Glück lernen Hebammen hier das Legen von Kathetern). Als er dann Zuhause nicht Wasser lassen konnte, machte sich seine Frau auf die Suche nach einem passenden Katheter. In den Apotheken in der Umgebung war allerdings nur die grössere Grösse erhältlich und in der Not hat sie ihm dann diesen gelegt.

Als er sich am nächsten Tag vor Schmerzen wand, hatte sie unsere Mitbewohnerin Narindra angerufen und um Hilfe gebeten. Gemeinsam konnten wir einen passenden Katheter auftreiben und sie konnten ihm damit helfen.

Da der Chirurg ihnen nur ein leichtes Antibiotika mitgegeben hatte, hatte sich die Wunde schon nach wenigen Tagen entzündet. Narindra kennt, Gott sei Dank, viele Ärzte. Wir liessen uns von einem beraten und er war schockiert, als er hörte, dass keine entzündungshemmenden Medikamente verschrieben worden sind. Ausgerüstet mit den richtigen Medikamenten und Desinfektionsmittel wurde die Wunde dann langsam besser. Es brauchte viel Zuspruch von uns, um den Patienten zu motivieren zu essen, zu trinken und sich zu bewegen.

Seit Anfang letzter Woche hat sich die Wunde wieder entzündet und die Schmerzen sind wieder sehr stark. Leider ist die Familie trotz unserem Rat nicht zum Arzt gegangen. Am Dienstag war der Leidensdruck dann endlich gross genug und so brachte Silvana ihn am Mittwochmorgen zum Arzt. Leider konnte der Arzt uns nur bestätigen, dass die Wunde nicht gut aussieht und man unbedingt einen Chirurgen beiziehen muss. Wir hoffen jetzt sehr, dass sie ihre Eigenverantwortung ernst nehmen und den Termin beim Chirurgen wahr nehmen.

Wir versuchen zu helfen, können und wollen ihnen aber nicht die ganze Verantwortung abnehmen. Viele Leute hier in Madagaskar funktionieren leider so. Sie wissen wohl, dass etwas nicht in Ordnung ist oder man etwas unternehmen sollte, aber sie warten ab, bis jemand kommt und ihnen hilft.

Je mehr wir in Familie hineinsehen desto klarer wird uns, was mit dem „Mindset of Poverty“ oder „Armuts-Mentalität“ gemeint ist. Die Menschen haben sich damit abgefunden, dass ihre Familien immer schon arm waren und darum auch immer arm bleiben werden. Es fehlt ihnen der Ehrgeiz, etwas an ihrer Situation zu verändern. Das stimmt uns sehr traurig!
In Madagaskar gibt es sehr wohl Möglichkeiten sich etwas zu erarbeiten. Wenn jemand will und etwas kreativ ist, kann man sich hier durchaus einen Job schaffen. Hier wird alles noch geflickt, umgestaltet. weiterverarbeitet, gesammelt und verkauft. Diverse Hilfswerke bieten Ausbildungen in handwerklichen Bereichen an. Es gibt Sprachkurse und weiterführende Schulen. Für all das braucht es den Glauben, dass man etwas an seiner Situation verändern kann, sowie den Willen es anzupacken und die Ausdauer es durchzuhiehen.

links: Rechnung des öffentlichen Spitals
rechts: Rechnungen für Medikamente aus unterschiedlichen Apotheken
wichtig sind die Stempel!

Ganz nah dran

Es ist gar nicht so einfach, nicht den ganzen Tag und mit jedem über Corona zu reden. Schliesslich erleben wir alle im Moment die Auswirkungen dieser Krise jeden Tag sehr deutlich im Alltag. Auch wenn die offiziellen Fallzahlen hier immer noch erstaunlich tief sind, hat der Virus grossen Einfluss auf das Leben vieler Menschen in Madagaskar. Durch die Not kommen wir nochmal viel näher mit den Menschen um uns herum in Kontakt. Wir werden von mehr Menschen um Hilfe gebeten als vorher.

Wie auch in der Schweiz, ist es für Familien eine Herausforderung plötzlich ohne Beschäftigung gemeinsam Zuhause eingesperrt zu sein. Während in der Schweiz Familien mit dem Home Schooling kämpfen, unternehmen viele Schulen hier nichts, damit die Kinder auch Zuhause lernen können. Die meisten Kinder haben keine Schulbücher, welche sie nach Hause nehmen könnten, um wenigstens den Stoff der letzten Wochen zu wiederholen. Wir haben gehört, dass es immer wieder passiert, dass die Familien die Schulhefte als WC-Papier verwenden.

Eine junge Frau, welche vor der Corona-Krise oft hier im Haus zu besuch war, hat uns ebenfalls um Hilfe gebeten. Wir haben ihrer Familie während dem Lockdown mit Nahrungsmitteln und etwas Geld geholfen. Was nach einer guten Idee tönt, hat sich leider als sehr schwierig erwiesen. Anfangs ist sie mit dem Geld, dass wir ihr gegeben haben, direkt einkaufen gegangen und hat nur Lebensmittel nach Hause gebracht. Leider haben die Eltern dann durch ihre Geschwister erfahren, dass wir ihr zu den Esswaren auch Geld geben. Sie forderten dann das Geld von ihr. Beim nächsten Mal musste die junge Frau das Geld zu Hause abgeben. Es hat sich aber herausgestellt, dass die Eltern dieses Geld nicht für Lebensmittel brauchen. Zudem bekommen nicht alle Kinder von dem Essen, welches gekocht wird. Je mehr wir in diese Familie hinein sehen, desto trauriger stimmt es uns. Gewalt, Missbrauch und Lügen sind in dieser Familie ein grosses Problem. Wir haben lange überlegt und gebetet, wie wir dieser jungen Frau und ihren Eltern helfen könnten. Die Frau aus der Familie zu nehmen, ist kulturell nicht so einfach und schafft viele neue Probleme.

Wir hatten dann den Eindruck, dass wir bei der Hilfsorganisation Nehemia Madagasikara um Rat zu fragen könnten. Der Leiter dort hatte sofort ein offenes Ohr für uns und wir konnten mit der jungen Frau bereits am nächsten Tag für ein Gespräch dort vorbei kommen. Gemeinsam mit Nehemia Madagasikara sind wir jetzt dabei, die Kosten für die Schulbildung und die Lebenskosten für diese Frau zusammenzustellen. Danach wollen wir einen Vertrag mit ihr ausarbeiten.

Wenn sie die Schlussprüfungen besteht, schliesst sie im August die obligatorische Schule ab und kann im Januar mit einem Studium an der Universität beginnen. Wir hoffen, dass es uns gelingt, die Finanzierung für das 4-jährige Studium zu organisieren. Da in den letzten Tagen bereits einige Spenden bei uns eingegangen sind, welche wir dafür nutzen können, sind wir zuversichtlich, dass das möglich sein wird. Wir sind sehr dankbar, für all unsere Freunde in der Schweiz, welche uns so grosszügig unterstützen. Diese Frau ist uns sehr ans Herz gewachsen. Wir haben hier nur wenige Menschen getroffen, welche ein so klares Ziel und einen festen Willen haben, dies zu erreichen. Sie leistet jetzt schon sehr viel, um ihren Traum zu erreichen. Wir sind überzeugt, dass sie ihr Studium nutzen wird, um später für sich selber, ihre Familie und andere sorgen zu können.

Letzte Woche kam es in dieser Familie zu einem Notfall, wo wir nicht wegschauen konnten und wollten. Das jüngste Kind der Familie ist 5 Jahre alt und hatte einen epileptischen Anfall. Sie war während ca. 1,5 Stunden bewusstlos! Da die Eltern weder ein Telefon noch ein Transportmittel haben, haben sie lediglich eines der Geschwister losgeschickt, um die grosse Schwester zu holen. Mit Hilfe unserer Mitbewohnerin haben sie dann einen Krankenwagen organisiert. Leider hat die anwesende Krankenschwester am Freitag entschieden, dass man vorläufig nichts machen muss und man erst am Montag für eine Laboruntersuchung ins Krankenhaus soll. Uns war bei dieser Entscheidung nicht wohl. Martin hatte das kleine Mädchen, welches immer noch kaum ansprechbar war und auf nichts reagierte, in die Stadt in Krankenhaus gefahren. Mittlerweile wurde bei einem Spezialisten das Gehin untersucht (EEG, Elektroenzephalogramm) und wir warten auf das Resultat.

Manchmal stellen wir uns die Frage, warum hier in medizinischen Notfällen nicht schneller gehandelt wird. Anscheinend sind in dieser Familie nach ähnlichen Vorfällen schon zwei Kinder im gleichen Alter gestorben. Soweit wir das verstehen, sind es vor allem zwei Probleme:

  • Vielen Familien fehlt das Geld für Arztbesuche oder für die anschliessende Behandlung. Wozu braucht man eine Diagnose für eine Krankheit, wenn man anschliessend doch kein Geld für die Medikamente hat?
  • Wie findet man einen vertrauenswürdigen Arzt?

Im Fall von diesem kleinen Mädchen haben wir erfahren, wie die Gesundheitsversorgung hier arbeitet. Das Kinderkrankenhaus hat uns ins Labor für das EEG geschickt. Dazu muss man einmal durch die halbe Hauptstadt fahren. Wir haben extra vorher angerufen, ob sie am Samstag offen haben und ein EEG möglich ist. Als wir dort ankamen, sagte man uns, der Arzt arbeite heute nicht und wir sollten bitte am Montag wieder kommen. Das Geld für den Scan könne man via Handy überweisen auf ein Handynummer. Also musste man am Montag wieder ins Labor fahren! Als wir am Montag anrufen wollten, um zu fragen, wieviel Geld wir nun überweisen müssen, stellte sich heraus, dass die Nummer zur Zeit nicht in Gebrauch ist. Es dauerte lange, bis wir die richtige Nummer hatten, um das Geld zu überweisen.

Nach dem Scan hiess es, wir sollten am Dienstag wieder kommen um die Resultate abzuholen und diese ins Kinderspital bringen. Am Dienstag war dann allerdings niemand im Kinderspital, welcher die Resultate auswerten konnte. Heute hat die Familie es dann nochmal probiert im Kinderspital. Wir sind gespannt, ob es geklappt hat!

Wenn man jetzt rechnet, dass ein durchschnittlicher Tageslohn hier in Madagaskar 10’000 Ariary ist und die Fahrt zum Krankenhaus und zurück 3’000 bis 4’000 Ariary kostet, kann man sich denken, wie schwierig solche Sachen für die Bevölkerung hier sind.

Das ist kein Fussballheft, sondern ein persönliches Gesundheitsbüchlein. Jede Person muss das Büchlein selber besorgen (Cover nach eigener Wahl) und bei jedem Arzbesuch mitbringen. Der Arzt notiert darin seine Untersuchungsergebnisse und Behandlungen.

Immer noch in Madagaskar

Der 21. April 2020 war eigentlich unser Reisedatum für die Heimreise in die Schweiz. Wegen dem Lockdown wurde unser Flug jedoch gestrichen. Es gab noch ein paar wenige Flüge von Antananarivo nach Paris mit Air France. Wir haben es uns jedes Mal gut überlegt und sind immer wieder zum Schluss gekommen, dass es für uns besser ist, hier zu bleiben.

Wie geht es weiter?

Martin wird am Montag mit etwas reduziertem Pensum wieder mit der Arbeit bei seinem schweizer Arbeitgeber beginnen. Silvana wird ihre Arbeit bei YWAM Land of Canaan reduzieren und sich hauptsächlich um das Homeschooling und den Haushalt kümmern. Wenn möglich, würden wir gerne in der Auffahrtswoche vom 18. Mai in die Schweiz zurück reisen.
Auch wenn wir nicht mehr gleich viel bei YWAM mitarbeiten können, wollen wir uns weiterhin in die beiden Familien, welche wir hier sehr nahe begleiten, investieren.

In den letzten beiden Wochen hatten unsere Kinder Schulferien. So blieb etwas mehr Zeit, um die Umgebung zu erkunden. Lange wussten wir nicht so recht, wie sicher es ist, wenn wir hier zu Fuss durch die Gegend streifen. Mittlerweile fühlen wir uns aber sehr wohl und kennen doch schon einige Leute. So haben wir uns immer mal wieder auf Erkundungstour gewagt und schöne Plätze entdeckt. Besonders die Reisfelder sind zur Zeit wunderschön! Wer hätte gedacht, wie viele Schattierungen Grün es gibt!
Es hat uns gut getan, endlich mal wieder aus unserem Hof raus zu kommen und die Weite der Natur zu geniessen. Die Kinder sind viel ausgeglichener und auch wir Eltern sind entspannter.

Update zur aktuellen Lage

Die Nachrichten zum Corona Virus überschlagen sich weltweit. Auch hier in Madagaskar bekommen wir mit, was in Europa und der Schweiz los ist. Das ist eine völlig neue Situation für alle und scheint grosse Ängste und Fragen auszulösen.

In Madagaskar gibt es weiterhin keine bestätigten Fälle von Corona. Der Alltag geht hier seinen gewohnten Gang. Alle fahren immer noch dicht gedrängt im Bus, in der Schule finden die Abschlussprüfungen statt und alle Geschäfte sind geöffnet.
Einzig am Flughafen hat man verschiedene Massnahmen ergriffen. Die einreisenden Passagiere werden geprüft und bei Verdacht auf Corona in ein Spital in der Nähe von uns unter Quarantäne gestellt.
Eine gewisse Angst ist auch hier bei der Bevölkerung spürbar.

Die Regierung von Madagaskar hat am Samstag entschieden, dass Flüge zwischen Madagaskar und Europa verboten werden. Diese Regelung gilt bereits seit Sonntag. Bis am Donnerstag dieser Woche können Ausländer noch nach Europa ausreisen. Danach sind Reisen zwischen Europa und Madagaskar während 30 Tage nicht mehr erlaubt.

Wir mussten uns Gedanken machen, ob wir sofort ausreisen möchten. Wenn wir bleiben, besteht das Risiko, dass wir allenfalls nicht pünktlich am 21. April abfliegen können. Ein frühere Rückkehr ist dann nicht mehr möglich.

Wir haben als Familie gebetet und mit verschiedenen Schweizer Familien hier in Madagaskar gesprochen. Wir haben entschieden, dass wir – wie ursprünglich geplant – hier bleiben und abwarten, wie sich die Lage entwickelt.

Mehrere Gründe haben zu diesem Entscheid geführt:
Erstens ist das Leben in der Schweiz zur Zeit nicht einfacher als hier. Die Versorgung ist gut und das Home Schooling eingespielt.
Zweitens ist es uns hier wohl und sind wir noch mit verschiedenen Projekten beschäftigt.
Drittens ist unser Haus in der Schweiz noch bis Mitte April vermietet.

Die Hygienemassnahmen nehmen wir sowieso schon länger sehr ernst und wir informieren uns von Zeit zu Zeit über die neusten Entwicklungen zum Thema Corona.

Wir möchten uns rücksichtsvoll und überlegt verhalten, uns aber nicht von der Angst leiten lassen. Wir vertrauen darauf, dass Gott uns führt und leitet und für uns sorgt.
Psalm 91 hilft uns dabei!

Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.

Psalm 91, 11

Wie geht ihr in der Schweiz mit dieser ausserordentlichen Lage um? Schreibt uns.

Rückblick Days for Girls Schulung

Ich blicke auf einen gelungenen „Ambassador of Womans Health“ Kurs zurück!
Danke allen, die in an uns gedacht haben und für alle Spenden für dieses Projekt!

Die Referentinnen sind nach einer 27-stündigen Reise mit Sack und Pack gut bei uns im Kings Kids House angekommen. Wir haben unsere kleine Stube zu einem Schlafzimmer umfunktioniert und so konnten sie sich nach der Reise erst etwas erholen. Da sie so früh ankamen, konnten wir den Nachmittag nutzen, um die finanziellen Dinge zu organisieren.

Am Donnerstagmorgen haben wir die 100 Bindenset in die 50 Stoffsäcke abgepackt, welche eine Frau von hier für mich genäht hat. Für jede Kursteilnehmerin gab es als Geschenk zwei Binden mit 8 Einlagen, einem wasserdichten Etui und einem schönen Stoffbeutel dazu. Es hat Spass gemacht, diese liebevoll und sehr präzise genähten Sets zusammenzustellen.

Kurz vor Mittag sind wir zu Land of Canaan gegangen, um den Raum einzurichten. Für die vielen Teilnehmer mussten vorgängig Stühle von verschiedenen Orten organisiert werden.

Mit etwas Verspätung konnten wir den Kurs um 13:30 Uhr mit 21 Teilnehmerinnen beginnen. Die Referentinnen haben mit viel Begeisterung und sehr lebendig über Hygiene, die weiblichen und die männlichen Geschlechtsteile, den weiblichen Zyklus und die Entstehung von Babys unterrichtet. Dazu haben sie gutes Bildmaterial in madagassischer Sprache mitgebracht.

Als es dann um die Binden und ihre Handhabung ging, haben sie das ganz praktisch vorgeführt. Es war sehr unterhaltsam und kurzweilig ihnen zuzuhören (sogar für mich, obwohl ich kein madagassisch verstehe). Anhand von Bibelstellen haben sie erklärt, wie wunderbar jede von uns geschaffen wurde und was für ein Wunder es ist, dass unser Zyklus so gut funktioniert. Wir sind einzigartig und kostbar geschaffen und sollen unseren Körper deshalb auch mit Sorgfalt und Wertschätzung behandeln. Dazu gehört auch, dass wir uns nicht einfach an den Erstbesten verschenken sollen und das Recht haben „Nein“ zu sagen, wenn wir etwas nicht wollen. Gerade in einer Kultur, in der alles geteilt wird, ist es umso wichtiger zu sagen, dass man seinen Körper mit niemandem teilen muss, wenn man das nicht will.

Die Teilnehmerinnen hörten mit grossem Interesse zu und stellten auch viele Fragen. Unter anderem kam auch die Frage nach Menstruationstassen auf. Da ich meine beiden mit nach Madagaskar genommen habe, konnte ich diese am Freitag zeigen und erklären. Viele der Teilnehmerinnen können sich gar nicht vorstellen so etwas zu benutzen oder Mädchen in der Handhabung zu unterrichten. Die Binden sind da einfacher. Eine andere Frage war, wie man jetzt weiter vorgehen sollte, wenn man Mädchen in diesen Themen unterrichten möchte. Diese Frage haben wir mit nach Hause genommen und dort konkrete nächste Schritte für die Frauen zusammengestellt. Am Freitag konnten wir ihnen konkrete Vorschläge vorlegen, wie man so eine Arbeit starten könnte.

Besprechung der nächsten Schritte im Team

Am Freitag konnten wir Teilnehmer nicht mehr nur entspannt zuhören, sondern mussten selber aktiv werden. Wir bekamen die Schulungsbögen und hatten in Gruppen 20 Minuten Zeit das Gehörte von gestern nochmal zu repetieren. Anschliessend musste jede von uns ein paar Seiten präsentieren. Ich war beeindruckt, wie viel die Frauen noch wussten und wie selbstbewusst einige vor dem Publikum standen.

Vorbereitung für die eigene Präsentation

Am Schluss des Kurses gab es für jede Teilnehmerin ein Zertifikat und das Bindenset. Sie haben sich riesig gefreut!

Ich fand es in den letzten Monaten nicht immer einfach, dass wir hier mit ganz vielen verschiedenen Organisationen zusammenarbeiten. Es hat lange gedauert, sich einen Überblick über alle verschiedenen Zweige von YWAM zu verschaffen und es war nicht so einfach, sich da nicht zu verzetteln. Für diese Schulung kam mir das aber wieder zugute! Viele dieser kleineren Organisationen haben eine bis zwei Frauen geschickt und so konnten wir das Wissen von Days for Girls an vielen Orten verbreiten.

Nach dem Kurs fuhren wir noch bei einem Kinderheim der anglikanischen Kirche vorbei, um die Arbeit von Days for Girls vorzustellen. Sie waren sehr interessiert und hätten gerne bald eine Schulung während dem Unterricht.

Am Samstagvormittag sind wir noch beim Kinderheim hier in Ambohidratrimo vorbeigegangen. Sie nähen dort auch waschbare Binden. Wir wollten gerne sehen, wie diese aussehen und fragen, ob sie auch Schulungen anbieten. Wir wurden freundlich empfangen. Die verantwortlichen für die Arbeit mit den Mädchen meinten dann, sie hätten auch Binden, seien aber noch nicht so zufrieden mit der Wahl der verwendeten Materialien. Schulung gebe es bei ihnen bis jetzt nicht. Sie haben uns gebeten am Montag nochmal vorbeizukommen, um zu planen, wann wir im Schulunterricht über das Thema Hygiene und den weiblichen Zyklus lehren können.

Es ist unglaublich, wie schnell die Anfragen jetzt reinkommen. Wir wurden schon von Schulen und von einer Organisation, welche im Busch arbeitet, gefragt, ob wir Schulungen anbieten können. In den nächsten Tagen müssen wir einen Plan erarbeiten, wie wir weiter vorgehen wollen. COVID-19 macht das ganze etwas kompliziert. Offiziell sind weltweit alle Aktivitäten von Days for Girls gestoppt. Hier in Madagaskar gibt es aber im Land noch keine Einschränkungen und der Unterricht an den Schulen findet planmässig statt.

Zwischen August und Oktober kann man neue Unternehmen, welche Binden nähen, bei Days for Girls international anmelden. Ich hoffe, dass wir bis dahin genügend Frauen finden, welche bereit sind, so eine Firma zu starten. Frauen welche bereits nähen können und gerne lernen würden wie man Binden näht, habe ich bereits genügend gefunden.

Dank euren Spenden haben wir jetzt noch etwas Geld übrig, welches wir entweder ins Startup für die Firma oder in zusätzliche Binden für all die Präsentationen investieren können. Vielen Dank!

Schulung Days for Girls

Ein Traum von Silvana ist es, hier in Madagaskar eine Schulung von Days for Girls durchzuführen.

Schon vor zwei oder drei Jahren, hat sie an der Generalversammlung vom Frauenverein über die Arbeit von Days for Girls gehört. Damals kamen zwei Frauen und haben dieses Projekt vorgestellt. Die Mädchen und Frauen werden mit waschbaren Binden ausgestattet, damit sie trotz Menstruation am normalen Leben und Schulalltag teilnehmen können. Diese Binden werden mit viel Sorgfalt und besonderem Material, wenn immer möglich, im Land selber hergestellt. Das Nähen von diesen Binden schafft Arbeitsplätze und generiert so ein Einkommen für Frauen.
Die Binden werden immer zusammen mit vielen wertvollen Infos an die Mädchen und Frauen weitergegeben.

Unter anderem werden folgende Themen angeschnitten:

  • Hygiene: Wie wasche ich richtig die Hände
  • Wie pflege ich die Binden richtig
  • Selbstverteidigung: Wie kann ich mich wehren, wenn ich körperlich oder sexuell bedrängt werde
  • Wie funktioniert der weibliche Zyklus
  • Anatomie von Frauen und Männern
  • Wie entsteht ein Baby
  • Wie schütze ich mich vor Geschlechtskrankheiten

Unsere Mitbewohnerin Narindra war von Anfang an sehr begeistert über die Infos und Möglichkeiten von Days for Girls. Auch bei Land of Canaan stiess das Thema auf offene Ohren. So begannen Silvana und Narindra eine Schulung zu organisieren. 
Am Donnerstag und Freitag 12./13. März findet die erste Days for Girls Schulung hier in Ambohidratrimo auf madagassisch statt. Die Schulung ist auf grosses Interesse gestossen und wir freuen uns, dass sich 23 Frauen angemeldet haben.

Zwei Frauen, welche schon länger solche Schulungen anbieten und auch Binden nähen, kommen extra von der Westküste zu uns, um bei uns die Schulung durchzuführen.
Das Schulungsmaterial wurde schon vor einiger Zeit auf madagassisch übersetzt und so können wir den Kurs in der Landessprache anbieten.

Diese Woche liegt unser Fokus darauf, Frauen mit dem Wissen und Material von Days for Girls auszustatten, damit sie anschliessend dieses Wissen in ihren Einsatzbereichen an andere weitergeben können. In einem zweiten Schritt wollen Silvana und Narindra eine kürzere Schulung für Strassenkinder und auch für die Schulkinder hier in der Nähe anbieten und weitere Bindensets verteilen. 

Schon bevor wir die Schweiz verlassen haben, hat Silvana mit diversen Leuten über die Idee dieses Projekt gesprochen und von ein paar Frauen Geld für die Umsetzung bekommen. Viele Dinge sind hier in Madagaskar um einiges günstiger als in der Schweiz. Trotzdem summieren sich die Ausgaben. Wenn sich jemand vorstellen kann, dieses Projekt konkret zu unterstützen, sind wir sehr dankbar für Spenden.

Hier ist eine (mehr oder weniger vollständige) Zusammenstellung der Kosten:

  • Ausdrucken der Flyer und Einladungen: CHF 6.-
  • Ausdrucken der Unterlagen für Silvana: CHF 12.-
  • Ausdrucken der Präsentationen und Mappen: CHF 14.-
  • Ausdrucken der Unterlagen für Schulungsteilnehmer: CHF 54.-
  • Reise und Verpflegung für 2 Referentinnen: CHF 37.-
  • Lohn für 2 Referentinnen für 7 Tage: CHF 33.-
  • 50 Stoffsäcke: CHF 27.-
  • 100 Binden: CHF 311.-
  • Raummiete für 2 Tage Schulung: CHF 27.-

Das gibt ein Ausgabentotal von CHF 521.-.
Die Beiträge der Teilnehmerinnen belaufen sich auf 210’000 Ariary (CHF 57.-).
Drei Teilnehmerinnen können nicht die vollen Kurskosten bezahlen. Sie haben uns angeboten beim Vorbereiten und Aufräumen des Raumes zu helfen.

Uns ist es wichtig, die Frauen hier mit allem nötigen Material auszustatten, damit sie auch ohne uns zukünftig Binden mit den nötigen Infos verteilen können. Um dies zu ermöglichen, haben wir die Schulungsunterlagen für jede Frau ausgedruckt, Präsentationsmappen in englisch und madagassisch zusammengestellt und 100 Binden nähen lassen.

Wir haben uns entschieden, den Kurs relativ günstig anzubieten und jeder Frau ein vollständiges Bindenset zu schenken. So können sie damit eigene Erfahrungen sammeln. Wenn sie selber von der Nützlichkeit von diesen Binden überzeugt sind, können sie auch andere Frauen dafür begeistern. Der Kurs kostet 10’000 Ariary. Das entspricht etwa 2.60 Schweizerfranken. Das tönt für uns zwar nach wenig Geld. Wenn man aber bedenkt, dass 10’000 Ariary hier ein durchschnittlicher Tageslohn ist, ist für die Leute hier doch sehr viel Geld. 

Vieles ist bereits organisiert und liegt bereit für den Kursstart am Donnerstag. Heute werden die Unterlagen gedruckt, welche morgen geliefert werden. Die beiden Referentinnen werden bei uns im Haus übernachten. Jetzt geht es noch darum, Bettzeug und Essen für sie zu organisieren. Wir beten, dass die zweitägige Reise für sie mit dem Taxi Brousse ohne Zwischenfälle möglich ist und sie am Mittwoch pünktlich bei uns eintreffen werden.

Stoffsäcke und Bindenset liegen bereit

Wenn dir dieses Projekt ein Anliegen ist, dann sind wir dankbar, wenn du uns im Gebet untersützt. Im Moment steht vor allem die Schulung von Donnerstag und Freitag im Fokus.

Wenn du dieses Projekt finanziell untersützen möchtest, dann kannst du das folgendermassen machen:
IBAN: CH26 0021 4214 4147 8540 L
Bank: UBS Schweiz AG
lautend auf:
M. & S. Schelldorfer-Lüssi
Geissbergstrasse 48
8633 Wolfhausen

Vermerk: Missionseinsatz „Days for Girls“


Verwende Twint und unsere Handynummer, um uns zu unterstützen.



Nach dem Kurs werden wir hier einen kurzen Rückblick posten. 

Unsere Visa sind da!

Bereits in der Schweiz haben wir viele Dokumente für unsere Visa zusammengetragen und eingereicht. Um unsere Carte de Résident zu erhalten musste der Visaprozess hier fortgesetzt werden. Gott sei Dank haben wir hier eine junge Frau gefunden, die sich damit gut auskennt und uns tatkräftig unterstützte.

Nachdem wir bereits im Dezember als ganze Familie für Fotos aufs Innenministerium in der Innenstadt mussten, musste Martin gestern nochmals dort vorbei. Um ohne Stau in die Stadt zu kommen fuhr er bereits um 5:45 vor. Immerhin ist es um diese Zeit schon hell und einigermassen warm. Da das Büro erst später aufmacht hatte er noch Zeit etwas durch die Strassen zu schlendern und die Stadt zu beobachten, wie es dort immer lebendinger wird. Es ist extrem spannend zu sehen, was dort alles läuft. Es ist auch faszinierend was dort alles zum Verkauf angeboten wird. Besonders die Früchte- und Gemüsestände werden immer sehr schön hergerichtet. Es wimmelt aber auch von Essensständen, wo alle mögliche Esswaren angeboten werden. Die warmen, frittierten Teigbällchen aus Reismehl schmeckten wunderbar.

Die Bezahlung der Visagebühr musste dann an einem anderen Ort gemacht werden. Dazu haben Martin und seine Begleitperson ein Taxi genommen. Martin hat sich den ältesten Renault 4L ausgesucht. In diesen Fahrzeugen ist die Fahrt ein Abenteuer. Die Taxifahrer haben diese Autos extrem gut im Griff. Man fährt dort immer sehr bequem und ruhig.

Taxi Renault 4L

Heute war es dann soweit und wir konnten unsere Pässe inklusive Visum und Carte de Résident in Empfang nehmen! Diesmal ohne Probleme und Zwischenfälle!

Seit heute sind wir am packen für unsere 10 tägige Reise. Zusammen mit unseren schweizer Nachbarn machen wir einen Outreach-Einsatz. Am Samstag fahren wir an die Ostküste nach Tamatave und werden dort am Sonntag einen Input für das Couple Ministry vorbereiten. Das Ziel dieses Ministries ist es, Ehepaare und junge Familie zu ermutigen und sie auszurüsten für ihre Partnerschaft, ihr Zusammenleben als Familie und in der Erziehung der Kinder.

Anschliessend hoffen wir ein paar entspannte Tage am Meer bei Foulpointe verbringen zu können. Bis jetzt sieht es nicht nach einem Zyklon aus und wir beten, dass es so bleibt!

Das Wochenende darauf werden wir nach Vavatenina reisen und eine oder zwei Nächte im Busch verbringen. Dort hat es eine Kings Kids Base und wir dürfen etwas Zeit mit ihnen verbringen und uns anschauen, was und wie sie dort arbeiten. Matratzen müssen wir selber mitbringen in den Busch. Zu essen gibt es Reis und Bananen. Wir sind gespannt, was wir dort alles erleben werden!

Wir sind dankbar, wenn ihr für Gesundheit für uns alle betet und auch für eine pannenfreie Reise. Die Berichte über die Strassenverhältnisse von Tamatave bis Foulpointe und Vavatenina sind sehr unterschiedlich, aber es wird sicher ein Abenteuer.