Start in den nächsten Abschnitt

Wir haben uns an die aktuelle Empfehlung des BAG gehalten und nach der Einreise in die Schweiz 10 Tage Selbstisolation gemacht. Wir haben unsere Kontakte auf das absolute Minimum beschränkt und diverse Freunde haben für uns eingekauft.

Es war gut, diese Tage für Erholung, Ankommen, Auspacken und Einrichten zu haben.

Am Sonntag sind diese 10 Tage abgelaufen und wir sind alle gesund. Dafür sind wir sehr dankbar! Wir dürfen uns also ab sofort wieder ganz „normal“ verhalten. Wir freuen uns vor allem auch sehr darauf, euch zu treffen!

Am Montag war dann für die Kinder bereits der erste Schultag und Martin arbeitet nun auch wieder in seinem normalen Home Office.

Die Schultheks waren bereits wieder im Einsatz

Damit ist unser Missionseinsatz in Madagaskar nun aber auch wirklich vorbei!

Das Eine geht zu Ende, aber es ist auch ein Start in einen neuen Abschnitt. Wir sind gespannt, was Gott als nächstes mit uns vorhat.

Silvana hatte sich schon vor einiger Zeit in Madagaskar gefragt, was sie in der Schweiz als nächstes angehen möchte. Sie ist dann sehr schnell auf eine Stellenausschreibung beim einem Missionswerk gestossen. Sie suchen eine Person, welche die Kurz- und Langzeiteinsätze koordiniert und die Leute begleitet. Die Stelle würde Silvana sehr viel Freude machen. Sie hätte mit Menschen zu tun, könnte diese begleiten und hat mittlerweile ja auch selber Erfahrung mit Missionseinsätzen. Sie hat die verantwortliche Person kontaktiert und diese hat Silvana eingeladen, mal vorbeizukommen, um das genauer zu besprechen.

Ein weiteres wichtiges Ereignis war letzen Montag natürlich auch noch!Wir durften Elios siebten Geburtstag feiern! Er hat sich sehr auf diesen Tag gefreut und hat ihn auch dementsprechend von früh bis spät genossen. Lange war nicht klar, wo wir an seinem Geburtstag sein werden und in welchem Rahmen wir feiern können.

Am Morgen haben wir als Familie „Happy Birthday“ gesungen und es gab Geschenke. Danach durfte er seine Gspänli im Chindgsi wieder sehen und mit ihnen feiern. Am Nachmittag haben wir dann noch mit Grossmami und Grosspapi Kuchen gegessen. Am Abend meinte Elio dann: „Es ist gut ist mein Geburtstag jetzt vorbei, dann kann ich endlich wieder in Ruhe schlafen.“ 🙂

zu Hause angekommen

Auch der letzte Teil der Reise hat problemlos geklappt und wir sind nach fast 6 Monaten wieder gesund zu Hause angekommen.

Vielen Dank an alle, welche etwas für unseren Empfang beigetragen haben! Wir haben uns über die vielen Sachen sehr gefreut. Sobald wir ausgeschlafen sind, werden wir alles in Ruhe anschauen.

Endgültige Abreise aus Madagaskar – schon fast zu Hause

Nachdem am Dienstagmittag immer klarer wurde, dass es mit der Reise in die Schweiz klappen würde, haben wir sofort mit Aufräumen, Packen und Organisieren begonnen. Innerhalb 24 Stunden musste alles in Madagaskar geregelt sein und mussten wir mit gepackten Koffern am Flughafen stehen.

Wir haben damit gerechnet, dass es schnell gehen wird, wenn es eine Möglichkeit für die Reise in die Schweiz gibt. Aus diesem Grund haben wir alle Abschiede bereits ausgiebig gefeiert und die Dinge, welche sich im vornherein regeln liessen, erledigt. Wir hatten auch bereits eine Liste, mit den Dingen, welche wir dann kurz vor Abreise noch erledigen müssen.

Natürlich waren die Emotionen und der Stresslevel am Dienstag extrem gross! Das hat uns alle nochmals sehr herausgefordert. Am späten Dienstagabend war dann schon fast alles in unseren acht Koffern verstaut und soweit vorbereitet, dass die verbleibenden Sachen am Mittwochmorgen noch ohne Stress erledigt werden können.

Während unserem letzten Morgenessen am Mittwoch klingelte unser Handy. Die Schweizer Botschaft teilte uns mit, dass wir, aufgrund besonderer Vorkehrungen, schon 1,5h früher als geplant, am Flughafen sein müssen. Das hiess, dass wir unsere Liste nun nochmals etwas schneller abarbeiten mussten. Jeder von uns musste Vollgas geben. Mit der Unterstützung von unseren Freunden, waren wir kurz vor zehn Uhr zur Abfahrt bereit. Dann war es aber soweit und wir mussten unseren Freunden, mit welchen wir viel erlebt und geteilt haben, «weluma» sagen. Das war für uns und viele von ihnen nicht einfach.

Martin durfte noch ein letztes Mal mit unserem Mitsubishi Pajero zum Flughafen fahren. Wir waren zwar nicht ganz zur abgemachten Zeit dort, aber doch früh genug. Nun hiess es, uns noch von den engsten Freunden zu verabschieden. Das war nochmals ein sehr emotionaler Moment! Wir wussten, dass dieser Moment kommen wird und trotzdem ist es nicht leicht, sich von all den lieben Menschen zu verabschieden.

Der Flug nach Doha (Katar) war ein Charter-Flug und wurde von einer grossen Minenfirma organisiert, um ihre Mitarbeiter auszufliegen. Mit ein paar Anderen waren wir eine sehr kleine Gruppe, welche nicht Mitarbeiter dieser Firma waren. Wir wurden trotzdem sofort freundlich in Empfang genommen und mit Namen begrüsst. Dann hiess es warten. Aus Gesundheitsgründen haben sie versucht, die Nicht-Mitarbeiter und Mitarbeiter, so gut wie möglich, zu trennen.

Es gab an diesem Tag nur einen einzigen Flug am Flughafen. So hatte es überall sehr wenige Passagiere und sämtliches Personal war für uns und unseren Flug da. Als wir an der Reihe waren, gingen die Kontrollen sehr schnell und entspannt. Wir hatten genügend Zeit und niemand war gestresst.

Wir haben sehr viele, sehr schöne Souvernirs eingepackt und waren noch etwas gespannt, wie gut wir durch die Zollkontrolle kommen werden. Viele Steine, Hölzer und Tiere sind geschützt. Man darf viele Souvernirs nur mit Zertifikat und Kaufquittung ausführen. Das wird bei der Ausreise recht gut kontrolliert. Prompt mussten wir einen Souvernirkoffer öffnen. Der Zöllner hatte beim Durchleuchten etwas entdeckt und wollte sich das genauer ansehen. Wir mussten ihm diverse Schmuckstücke und Steine zeigen. Es war aber alles kein Problem und wir konnten alle Sachen wieder einpacken.

Der Flug wurde von Qatar Airways mit einem A350 durchgeführt. Erstaunlicherweise blieben viele Plätze leer und so konnten wir uns im Flieger auf beliebig viele Plätze und Reihen verteilen. Auch hier war es sehr ruhig und entspannt.

es ist gemütlich im Flugzeug

An das Tragen der Gesichtsmasken haben wir uns schon lange gewöhnt. Dass die ganze Kabinencrew jedoch weisse Ganzkörperschutzanzüge bis über die Haare, Schutzbrillen, Masken und Handschuhe trägt, ist jedoch sehr gewöhnungbedürftig. Man fühlt sich als Passagier wie ein Aussätziger in einem Chemielabor. Wir haben so keine Ahnung, was das für Leute sind, welche uns sehr freundlich und zuvorkommend umsorgt haben. Man kann die Crew einzig an den sehr unterschiedlichen Englisch-Akzenten unterscheiden.

Der Flug verlief angenehm und ruhig. Schlafen war jedoch schwierig. Gegen Ende des Fluges wurde es Laura schlecht und sie musste sich übergeben. Wie schon auf der Hinreise im Dezember wollte das anschliessend einfach nicht mehr stoppen und so hat sie die ganze Nacht lang erbrochen. Das hat sie sehr mitgenommen und an ihren Kräften gezehrt.

Es ist schon interessant, wie man sich über die Monate an einen anderen Standard gewöhnt hat. So kam Elio zum Beispiel völlig erstaunt vom WC zurück und berichtete aufgeregt: «Papi, auf dem WC gibt es zum Händewaschen sogar warmes Wasser».

Wir kamen kurz vor Mitternacht in Doha an. Das Airport-Hotel war leider bereits ausgebucht. Wir fanden aber einen Family Restroom, wo wir uns auf den Sitzen und am Boden ausbreiten konnten. So konnte jeder von uns doch noch etwas schlafen. Wir trösten uns über die Unbequemlichkeiten mit dem Wissen hinweg, dass wir bereits die nächste Nacht in unseren eigenen Betten in unserem Haus in der Schweiz verbringen werden.

Nachtlager am Flughafen in Doha

Nach 8 Stunden Aufenthalt in Katar, ging es dann mit einiger Verspätung mit Qatar Airways weiter nach London. Dieser Flug war sehr voll. Das heisst, jeder zweite Sitz war besetzt. Wir sind dankbar, wie gut unsere Kinder mit diesen langen Warte- und Flugzeiten umgehen! Dank ihren Englischkenntinissen können sie sich jetzt auch mit anderen Passagieren oder dem Flugpersonal unterhalten. In dieser speziellen Situation, wo alle Leute eine besondere Geschichte haben, kommt man viel einfacher mit anderen in Kontakt als früher.

Wir sind gut in Lodon gelandet. Der Flughafen ist praktisch leer. Am Security-Check ist lediglich noch ein einziger anderer Passagier. In der Abflughalle sind sämtliche Einkaufsläden, Restaurants und Lounges geschlossen. Einzig die Apotheke und ein einziger Kiosk sind geöffnet. Auf den vielen Sitzgelegenheiten sitzen nur ganz wenige Leute in der Halle verteilt. Die Anzahl Flüge für diesen Tag füllen gerade mal einen halben Bildschirm. Am ganzen Flughafen hat es weniger Leute als am Markt in Ambohidratrimo, wo wir jeweils unser Gemüse eingekauft haben.

Warten am Flughafen London Heathrow

Nun warten wir auf unseren letzten Flug mit der Swiss nach Zürich. Bisher ist alles nach Plan gelaufen und wir vertrauen auch darauf, dass dies auch für den letzten Abschnitt der Reise noch so bleiben wird.

Zu Hause werden wir dann Zeit brauchen, uns zu erholen und die letzten Tage zu verarbeiten. In Afrika gibt es dazu das Sprichwort, dass man bei schnellen und grossen Reisen, sich danach immer ausgiebieg Zeit nehmen soll, damit die Seele noch nachreisen kann. Erst wenn auch die Seele angekommen ist, sollte man weitergehen.

Veloma Madagaskar – Goodbye

Als wir heute morgen aufwachten, beschlossen wir, dass wir uns nochmal richtig einrichten und die Zeit hier noch geniessen wollen.
Martin ging vor dem Frühstück bereits ins Dorf, um Kredit für unser Internet zu kaufen und brachte die traditionellen Movo Boalina zum Frühstück mit.

Pünktlich um 8 Uhr starteten wir mit dem Untericht und Martin begann zu arbeiten. Schon bald klingelte das Telefon und ab dann war plötzlich alles anders!
Die Schweizer Botschaft teilte uns mit, dass es am Mittwoch einen Charterflug nach Katar geben wird und wir Plätze reservieren könnten.
Wir haben zwar eigentlich schon einen Rückflug für den 2. Juni gebucht. Offiziell ist der Flughafen in Madagaskar aber noch bis mindestens 4. Juni geschlossen. Zudem steigen die Corona-Zahlen hier täglich und es sieht nicht so aus, als könnte man demnächst wieder regulär fliegen. Es rechnet niemand damit, dass der normale Flugverkehr bald wieder möglich ist.

Wir haben deshalb alles stehen und liegen gelassen und angefangen zu packen und die Reise zu organisieren. Es wird eine abenteuerliche und lange Reise werden. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir bald gut in der Heimat ankommen werden!

„normales“ Pack-Chaos

Unsere geplante Ankunft ist am 28. Mai am Abend in Zürich. Bitte kommt nicht zum Flughafen, um uns zu begrüssen. Wir werden erstmal zwei Wochen Quarantäne Zuhause machen, um sicherzustellen, dass wir keine ungewollten Souveniers mitgebracht haben.

Wir freuen uns, Familie und Freunde bald wieder zu sehen, werden aber auch Zeit brauchen in Ruhe anzukommen, das Haus wieder einzurichten und die Aufregung der letzten Wochen zu verarbeiten.

Vielen Dank

Die Enttäuschung, nicht nach Hause fliegen zu können, war gross. Es hat uns sehr gut getan, zu spüren, wie gross die Anteilnahme von unserer Familie und den Freunden ist. Vielen Dank an alle, die sich bei uns gemeldet haben, uns ermutigt haben, mit uns enttäuscht waren und Hilfe angeboten haben. Es tut gut, sich in schwierigen Zeiten getragen zu fühlen.
Mittlerweile haben wir uns wieder aufgerafft und sehen auch die positiven Seiten wieder. Madagaskar ist nach wie vor ein Land, das uns sehr gut gefällt. Es ist auch schön, noch etwas mehr Zeit mit unseren Freunden hier verbringen zu dürfen.

Wie lange wir noch hier bleiben werden, ist noch nicht absehbar. Die Ethiopian Airline hat ab Anfang Juni wieder Flüge ausgeschrieben, die man offiziell buchen kann. Wir trauen dem aber noch nicht so ganz. Laut Informationen, welche hier verbreitet werden, ist der Flughafen noch bis sicher ca. Anfang Juni geschlossen.
Es hängt wohl auch davon ab, wie sich Corona hier weiter entwickelt. Zur Zeit werden täglich zwischen 30 und 50 neue Fälle gemeldet. Bei ca. 150 Tests pro Tag und 26 Mio. Einwohner ist diese Zahl nicht sehr aussagekräftig.



Bereits vor einigen Wochen hat ein Madagasse für unsere Kinder traditionelle Drachen aus Plastiksäcken gebastelt. Die Konstruktion war eher kompliziert und der Flugerfolg gering. Seither war für Elio aber klar, dass er nochmal Drachen steigen lassen will. Gestern haben dann ein paar Jungs aus dem Quartier hier unsere Drachen nochmal überarbeitet. Danach sind wir losgezogen, um die Drachen auf den Reisfeldern starten zu lassen. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten sind sie dann tatsächlich geflogen! Diese Drachen sind extrem leicht, weil sie aud dicken Gräsern, Plasik und Dornen gebastelt werden. Viele Kinder haben sehr lange Schnüre dran und so sieht man die Drachen schon von weit her in der Luft schweben. Einmal mehr sind wir beeindruckt, mit wie wenig die Madagassen etwas basteln können. Und das Resultat kann sich durchaus sehen lassen!

In den letzten Tagen war der Himmel hier bedeckt und die Sonne hat sich nur ab und zu gezeigt. Das hatte auch auf die Temperatur einen Einfluss. Es war relativ kühl. Wir sind sehr dankbar, dass wir von verschiedenen Freunden warme Beddecken und Kleider ausleihen durften. Wenn man nicht frieren muss, hat das einen grossen Einlfuss auf das Wohlbefinden!

herbstliche Morgenstimmung

Können wir nach Hause reisen?

Wir sind fest davon ausgegangen, dass wir am 21. Mai mit einem Sonderflug nach Paris fliegen können. Da uns mitgeteilt wurde, dass wir erst 1 oder 2 Tage im voraus erfahren, ob wir mitfliegen können oder nicht, haben wir alles vorbereitet und organisiert, dass wir dann auch parat sind und abreisen können.

Wir haben am letzten Sonntag mit verschiedenen Leuten in unserem Vorhof Abschied gefeiert. Gestern haben wir eine angenehme Zeit mit der Familie Schärer verbracht. Wir hatten sie, zum Dank für alles, was sie für uns gemacht hatten, in ein Restaurant zum Mittagessen eingeladen. Wir waren die einzigen Gäste und die Kinder genossen es, im geheizten Pool zu baden.

Abschiedsbuffet am letzten Sonntag

Heute waren wir beim Team der Soup-Kitchen zum Mittagessen eingeladen. Wir hatten nochmals eine sehr fröhliche und lustige Zeit zusammen und haben uns auch dort verabschiedet.

Im Haus haben wir gemistet und Sachen aussortiert. Viele Dinge haben wir weggegeben oder verkauft. Das meiste ist ziemlich bereit, so dass es praktisch nur noch eingepackt werden muss. Wir haben bereits eine Putzfrau organisiert, welche unsere Zimmer nach unserer Abreise reinigt. Die Lebensmittel haben wir so eingeteilt, dass nicht mehr viel übrig bleibt.

viele Sachen sind aussortiert und liegen zum Einpacken bereit

Am Morgen hat uns die Schweizerische Botschaft mitgeteilt, dass der Flug noch nicht bestätigt ist. Kurz vor Mittag haben wir von der Französischen Botschaft erfahren, dass der Flug durchgeführt wird. Wir waren danach sehr angespannt heute und haben darauf gewartet, dass die Fluggesellschaft uns kontaktiert.

Heute Abend haben wir erfahren, dass der Flug voll ist und wir nicht mitfliegen können. Es sind über 1’500 Personen auf der Warteliste. Davon haben 180 Personen aus medizinischen Gründen Priorität. Frankreich hat zudem Auflagen gemacht, dass aus Gesundheitsgründen die Kapazität des Flugzeuges nicht ausgeschöpft werden darf. Demzufolge ist die Anzahl Passagiere sehr limitiert.

Es fällt uns gerade schwer, damit umzugehen. Wir haben sehr fest damit gerechnet, dass wir Heimkehren können. Wir haben hier abgeschlossen und uns von allen Leuten verabschiedet. Nun müssen wir neue Motivation schöpfen und einen neuen Plan machen. Wir müssen vieles nochmals neu regeln und uns zum wiederholten Mal auf etwas „Neues“ einstellen. Es war die letzten Wochen ein emotional sehr intensives „auf und ab“. Das war kräftezehrend und geht nun weiter.

Hier ist es Spätherbst und die Temperaturen sinken immer mehr. Wenn die Sonne scheint, ist es am Mittag und Nachmittag weiterhin angenehm warm. Sobald die Sonne untergeht, wird es immer schneller sehr frisch. Da wir nicht geplant haben, dass wir in dieser Jahreszeit noch hier sein werden, fehlen uns auch die einen oder anderen warmen Sachen. Bettdecken und warme Socken haben wir organisiert, aber wir müssen wohl noch das eine oder andere warme Kleidungsstück besorgen. Die kalte Dusche am Morgen braucht mittlerweile auch sehr viel Überwindung…

Es ist im Moment völlig unklar, wann wieder ein Flug nach Europa durchgeführt wird und wann wir in die Schweiz reisen können. Wir werden wohl noch einige Zeit hier bleiben.

Ambohidratrimo wird noch für eine Weile unser „zu Hause“ bleiben

Unsere schöne Umgebung

Es ist nicht so einfach, zwischen zwei Welten festzustecken. Einerseits fühlen wir uns sehr wohl hier, andererseits vermissen wir auch gewissen Dinge und vor allem Menschen aus der Schweiz. Wir versuchen deshalb im Moment – mehr denn je – die schönen Seiten von Madagaskar zu geniessen und schöne Erinnerungen als Familie zu sammeln.

Bei unseren Streifzügen in der näheren Umgebung haben wir einige Orte entdeckt, welche uns sehr gefallen. Wir geniessen diese Spaziergänge und Ausflüge durch die hügelige Landschaften und quer über die Reisfelder sehr. Auch für die Kinder sind diese Touren spannend, da es hier nie einer langweiligen Strasse entlang geht. Es hat immer Löcher, welche man überspringen kann, Dämme, über die man balancieren muss und Trampelfpade, auf denen man nur hintereinander gehen kann.

Blick von unserem Standard-Spaziergang auf unser Dorf Ambohidratrimo
Beim Pfeil ist unser Haus (Bild anklicken für grössere Ansicht)
wunderbares Panorama (Bild anklicken für grössere Ansicht)

Schule & Kreativ

Auch während dem Lockdown haben wir in den letzten drei Wochen intensiv Schule gemacht. Da die Schule in der Schweiz auf Fernunterricht umgestellt hat, haben wir auch auf diese Art Unterricht umgestellt. Unsere Kinder machen nun die gleichen Aufgaben, wie ihre Klassenkameraden in Wolfhausen. Sie erhalten von der Schule für jeden Tag einen genauen digitalen Arbeitsplan auf dem Computer. Diesen müssen sie durcharbeiten. Die erledigten Aufgaben können die Kinder abhaken. So sehen die Lehrer, welche Aufgaben die Kinder erledigt haben.

Lauras Aufgabenplan

Die Umstellung auf das neue System hat einige Tage gedauert. Nun arbeiten die Mädchen aber sehr zuverlässig und selbständig mit dieser neuen Art von Schule. Sie sind in direktem Kontakt mit ihren Lehrerpersonen in der Schweiz. Für uns hat sich der Aufwand damit deutlich verringert. Unsere Hauptaufgabe ist nun, dafür zu sorgen, dass die nötigen Blätter ausgedruckt sind und die digitalen Geräte und Zugänge funktionieren. Wir sind da um zu helfen, wenn etwas nicht geht, jemand nicht mehr weiterkommt oder um etwas zu erklären oder korrigieren. Wir sind aber nicht mehr hauptsächlich Lehrer, sondern eher Assistenten. So bleibt mehr Zeit, um mit Elio „Schule“ zu machen.

Hier sind ein paar Bilder aus unserem Schulzimmer:

Neben der Schule haben unsere Kinder auch einiges an kreativen Sachen gestaltet. Unsere Mitbewohnerin hat hier kräftig mitgeholfen und mit den Kindern immer wieder tolle Sachen gebastelt. Meistens bastelt sie mit den Kindern auf französisch. Als wir uns das mal genau überlegt haben, ist uns aufgefallen, wie viel die Kinder dabei gleichzeitig lernen. Die Alltagssprache hier ist englisch, beim basteln reden sie französisch und dann sind sie auch noch kreativ! Aber das Beste am ganzen ist, dass es allen beteiligten grossen Spass macht!

Hier sind einige Eindrücke der Kreativarbeiten:

Diese und nächste Woche sind Frühlingsferien. Bei uns ist es zwar Herbst, wir halten uns aber trotzdem an die Weisung des Volksschulamtes aus der Schweiz, dass während den Ferien keine Schule gemacht werden soll. Die Kinder haben nun mehr Zeit zum Spielen. Sie haben ihre wenigen Spielsachen hervorgenommen und in unserer Stube bereits ein Hotel mit den Playmobil-Sachen aufgebaut.

Playmobil-Spital

Sozialhilfe geht weiter

Wir hatten auch diese Woche wieder die Möglichkeit den 20 ärmeren Familien Lebensmittel abzugeben.

Auch dieses mal mussten wieder 125kg Reis und 20kg getrocknete Bohnen abgepackt werden. Es ist uns auch gelungen 20kg Rüebli, 20kg Kartoffeln und 100 Eier zu besorgen. Zusätzlich haben wir jedem Paket noch eine Seife dazugelegt.

Die Familien konnten die Pakete am Karfreitag abholen.

Silvana hat den Leuten anhand der „Vier Punkte“ die Osterbotschaft von Jesus am Kreuz weitergegeben.

Sie hat den Leuten auch erklärt, wie man mit diesen Lebensmittel jeden Tag eine möglichst ausgewogene Mahlzeit zubereiten kann und wie wichtig die Hygiene in dieser Zeit ist.

Die Spende, welche wir für dieses Lebensmittelprojekt bekommen haben, reichte, um zwei Mal Lebensmittelpakete zusammenstellen zu können.
Wir haben uns jedoch vorgenommen, dies noch mindestens zwei weitere Wochen zu machen. Am Donnerstagabend kam dann ganz unerwartet die Anfrage, ob wir noch Geld für dieses Projekt benötigen. Sofort wurde uns Geld für die nächsten zwei Wochen überwiesen. Wir staunen, wie das Timing auch dieses Mal wieder perfekt war und Gott versorgt!

Sozialhilfe in ausserordentlichen Zeiten

Auch hier ist wegen Covid-19 das öffentliche Leben seit zwei Wochen massiv eingeschränkt. Die meisten Madagassen leben von Tag zu Tag. Das heisst, dass mit dem Tageslohn das Essen für den aktuellen Tag gekauft wird. Wegen den massiven Einschränkungen haben viele Leute nun keine Arbeit und daher kein Einkommen mehr. Schon nach einigen Tagen werden die Lebensmittel sehr knapp.

Am Sonntag musste die Regierung entscheiden, ob man die Einschränkungen weiter beibehält. Die Covid-19 Fallzahlen steigen täglich. Die Regierung hat erklärt, dass es keine einfache Entscheidung war. Auf der einen Seite sind die Leute darauf angewiesen, dass sie normal arbeiten können und auf der anderen Seite muss man die Ausbreitung von Covid-19 möglichst gut aufhalten. Schlussendlich hat die Regierung entschieden, die Massnahmen nochmals um zwei Wochen zu verlängern.

Bei YWAM Land of Canaan gibt es ein Programm, bei welchem 20 ärmere Familien unterstützt werden. Jeweils zu Weihnachten und zum Nationalfeiertag im Winter (Juni) werden diese Familien zu einer Feier eingeladen. Dort wird gemeinsam gesungen und es werden christliche Gedanken weitergegeben. Am Schluss erhalten sie ein Lebensmittelpaket mit Grundnahrungsmitteln.
Diese Familien haben es in der aktuellen Krise sehr schwer und es ist für sie schwierig, an genügend Lebensmittel zu kommen.

Seitdem klar ist, dass wir noch einige Zeit in Madagaskar sein werden, haben wir uns überlegt, was nun unsere Aufgabe ist und wo wir mithelfen können.
Bei uns und im Team kam der Gedanke auf, dass man diese armen Familien jetzt mit Lebensmittel versorgen sollte.

Unverhofft erhielten wir vor einigen Tagen eine Spende. Das passte perfekt!
So haben wir sofort ein Programm auf die Beine gestellt. Das Team hat uns geholfen eine sinnvolle Lebensmittelliste zusammenzustellen. Auf schweizerische Art haben wir eine detaillierte Mengen- und Kostenberechnung gemacht. Wir haben darauf geachtet, dass wir dieses Programm für einige Wochen aufrecht erhalten können und nach der ersten Woche nicht bereits alles Geld aufgebraucht ist. Es ist für die Leute besser, wenn sie pro Woche halt etwas weniger erhalten, dafür mehrere Wochen immer wieder etwas.

Dank der Hilfe der Madagassen haben wir es geschafft, die nötigen Mengen an verschiedenen Orten einzukaufen. Wir mussten 3 Reissäcke à 50kg in der Reisfabrik, 20kg Zucker und Salz, 20kg getrocknete Bohnen und 20 Liter Oel besorgen.

Als Team haben wir die Lebensmittel in Säcke pro Familie abgefüllt. Laura durfte dabei mithelfen.

Die Abgabe der Lebensmittel haben wir am Freitagmorgen gemacht. Pro Familie kam eine Person. Bevor die Lebensmittel abgegeben wurden, konnte Silvana noch ein paar Gedanken weitergegeben. Die Leute sollen mit der christlichen Botschaft ermutigt werden.

Nun sind wir in der Planung und beim Organisieren der Abgabe für diese Woche. Am Freitag soll wieder ein Paket zum Verteilen bereit sein.