erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Wir haben das schöne Wetter am Samstag genutzt um das Uplands Festival zu besuchen. Dies ist ein grosses Schulfest hier in der Nähe mit Ständen, verschiedenen Schulsportteams die gegeneinader spielen, einem Kinderspielareal mit verschiedensten Hüpfburgen, Stierreiten, Zugfahrt, Springreitwettkämpfen und diversen Konzerten am Abend.
Zum ersten Mal waren wir bei einem Ruggbyspiel dabei. Zum Glück fanden auch unsere Kinder, dass dieser Sport ziemlich rauh, und darum nichts für sie  ist 🙂

Es war ein entspannter Tag mit etwas für jeden. Um etwa 15:30 Uhr beschlossen wir, dass es Zeit für frische Donuts ist zur Stärkung. Während wir warteten bis Elio fertig ist mit Stierreiten, gingen die Mädchen noch kurz auf die Hüpfburg. Kurz darauf rannte Irina uns weinend entgegen. Sie ist auf der Hüfpburg auf den Arm gestürzt. Es war schnell klar, dass sie starke Schmerzen hat und etwas nicht gut ist. Wir sind dann zum Satitätsposten gegangen und sie haben den Arm untersucht. Es sei nichts gebrochen, weil dann würde sie noch viel mehr weinen, war die Aussage der Sanitäterin. Sie haben den Arm gekühlt und ihr eine provisorische Schlinge umgebunden. Die frisch gebackenen Donuts haben dann etwas Ablenkung gebracht.

Am Abend war es gar nicht so einfach, einen Weg zu finden, wie Irina sich hinlegen konnte, ohne starke Schmerzen zu haben. Es dauerte lange bis sie schlafen konnte und sie musste viel weinen. Als sie dann am Sonntagmorgen vor Schmerzen nicht aufstehen konnte, war klar, dass wir ins Krankenhaus müssen.

Es gibt 20 Minuten von hier ein gutes privates Krankenhaus mit einer Kinderabteilung. Wir konnten Laura und Elio auf der Base lassen und machten uns um 9 Uhr auf den Weg. Zum Glück war in der Notaufnahme nicht viel los und der Notfallarzt kam schon bald. Er hat es sich kurz angeschaut und meinte, sie soll Schmerzmittel bekommen und so bald als möglich zum Röntgen.

Schon auf dem ersten Röntgenbild war sogar für uns als Laien klar zu sehen, dass der Oberarmknochen triangelförmig gebrochen war. Um 11 Uhr war klar, dass man den Arm nicht gipsen kann, weil der Bruch zu weit oben bei der Schulter ist. Die Optionen waren also entweder den Arm für 6-8 Wochen komplett am Oberkörper zu fixieren und ihn ja nicht zu bewegen oder den Bruch mit einer Platte zu fixieren. Nach Rücksprache mit einem Arzt in der Schweiz haben wir uns dann für die Operation entschieden. Irina fand das gar nicht gut! Die Vorstellung zu operieren machte ihr sehr Angst. Zudem wollte man niemanden mit ihr im Krankenhaus übernachten lassen. Sobald sie schlafen werde, sollten wir nach Hause gehen und erst am nächsten Tag wieder kommen.

Da wir uns weigerten Irina für die Nacht alleine im Krankenhaus zu lassen, boten sie uns an, dass wir zwei Stunden nach der Operation nach Hause dürfen und am nächsten Morgen wieder kommen sollten.

Der Kontakt zur Krankenverischerung in der Schweiz hat gut geklappt. Man hat sofort einen Fall eröffnet und hat uns weitergeholfen.

In diesem Spital werden Eingriffe nur vorgenommen, wenn im Voraus bezahlt wird. Da auch die Person der Krankenvericherung die verantworliche Person im Spital nicht umstimmten konnte, mussten wir die ganze Operation bezahlen, bevor Irina operiert werden konnte.

Um 16 Uhr brach plötzlich Hektik aus und man wollte Irina so schnell wie möglich für die Operation vorbereiten. Sie wehrte sich mit Händen und Füssen, was für uns Eltern emotional nicht ganz einfach war. Zum Glück durfte Silvana mit Irina bis in den Oberationssaal und bei ihr sein, bis sie schlief. Gleich nach der Operation durften wir wieder zu ihr, damit sie nicht alleine war beim Aufwachen.

Wir waren sehr dankbar, dass Laura und Elio hier auf der Base gut aufgehoben waren und ihre Zeit mit dem Team sehr genossen! Martin ging am Abend nach Hause um für die Beiden da zu sein.

Irina hat die Operation gut überstanden. Der Arzt meinte, der Bruch sei doch mehr zersplittert gewesen, als er erst dachte und es sei gut, dass man es jetzt fixiert hat. Er wollte uns zur Sicherheit doch eine Nacht im Krankenhaus behalten.

Irina hat die Operation gut überstanden

Irina bekam ziemlich viele Schmerzmittel und konnte relativ viel schlafen in der Nacht. Silvana schlief weniger gut auf ihrem Klappbett. Um 01:00 Uhr kam plötzlich ein Mann in Bomberjacke und schwarzer Wollmütze ins Zimmer, schaltete die grosse Deckenbeleuchtung ein und sagte, Silvana müsse jetzt sofort mitkommen um für die nächsten Röntgenbilder zu bezahlen. Anscheindend würde man morgens um 5.30 Uhr nochmals röntgen um zu sehen, wie die Platte sitzt. Kaum war Silvana wieder etwas eingedöst, stand um 04:30 Uhr wieder ein Mann da und wollte Irina mitnehmen zum Röntgen. Zum Glück war Silvana da, sonst hätte er Irina, die nur mit einer Unterhose bekleidet war, ohne Decke oder Jacke mitgenommen.

Ein paar Dinge laufen hier in Afrika etwas anders als bei uns, aber im Grossen und Ganzen wurden wir gut beraten und professionell betreut!

Ein Orthopäde hat uns am Montag geholfen die Schlinge für Irina anzupassen, um den Arm noch eine Weile ruhig zu stellen. Irina kommt gut damit zurecht. Irgendwie hat sie ja schon Übung, alles nur mit der rechten Hand zu tun…

Am Freitag müssen wir nochmals ins Krankenhaus. Dann schaut sich der Arzt die Naht an und der Orthopäde entscheidet, wie wir mit der Schlinge weiterfahren sollen. Wenn möglich, sollen wir nächste Woche mit Physiotherapie anfangen, um Übungen für schonende Bewegungen im Alltag zu lernen.

Wir sind dankbar, dass alles so gut gegangen ist und geniessen es sehr, wieder Zuhause zu sein. Jetzt heisst es, sich erholen und das Wochenende  verarbeiten.

After School Program

Wir haben schon einiges vom After School Program geschrieben in unserem Blog. Hier ein Einblick in so einen Nachmittag.

Das After School Program ist ein Freizeitprogramm für Schulkinder am Nachmittag. Es ist einer der Schwerpunkte der Arbeit von Ten Thousand Homes.

Die Mitarbeiter von Ten Thousand Homes und wir als Familie gehen, wenn immer möglich, 4 mal pro Woche am Nachmittag dorthin.

Das After School Program findet an zwei unterschiedlichen Orten in einem Gemeinschaftszentrum statt. An diesem Ort gibt es eine Kochmöglichkeit, sauberes Wasser, Plumpsklos und viel Platz zum Spielen. Ein paar Fussbälle, Steine, Holzstecken, Sand, Hände und Füsse reichen völlig aus um vergnügt zu spielen.

Klettern auf dem Jacarandabaum
Spielen im Sand

Drei Frauen beginnen schon am Morgen mit dem Zubereiten der Mahlzeit. Gekocht wird auf einfache Art über dem Feuer. Die Nahrungsmittel werden von verschiedenen Firmen, Einkaufsläden und Restaurants gespendet.

Gekocht wird in grossen Töpfen über dem Feuer
einfache Kochstelle

Bevor die Kinder ankommen, gibt es für die Frauen einen kurzen Input zu verschiedenen Themen über Glaube, Familie, Alltag. Dieser wird von einem Mitarbeiter von Ten Thousand Homes gemacht. Silvana hat das auch einmal auf Englisch gemacht. Sie hat das so gut gemacht, dass sie nun gleich für die nächsten drei Wochen diese Inputs macht. Da die Frauen nicht so gut Englisch können, wird dieser Input durch einen Mitarbeiter auf SiSwati übersetzt.

Nachdem die Kinder von der Schule zurück kommen, gehen sie kurz nach Hause um sich umzuziehen und kommen danach zum Freizeitprogramm. Als erstes werden Name und Alter erfasst. Dadurch wird eine Grundlage geschaffen, um Kinder auch ausserhalb der After School Program zu unterstützen.

auch ganz kleine Kinder werden zum After School Programm mitgebracht

Um ca. 15:00 rufen wir die Kinder zusammen. Dann singen wir 2-3 Lieder oder lernen  z.B. einen Bibelvers.

gemeinsames Singen

Nach der gemeinsamen Zeit erhalten die Kinder eine nahrhafte Mahlzeit. Es gibt immer Pap und meistens braune Bohnen dazu. Je nachdem was für Lebensmittel gespendet wurden gibt es auch Fleisch oder Früchte dazu. Gegessen wird von Hand. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die älteren Geschwister um die ganz kleinen Kinder kümmern und ihnen helfen, wenn sie beim Essen Hilfe brauchen.

Verteilen der Mahlzeiten

Das Essen, welches die Frauen kochen, ist jedes mal sehr lecker! Elio liebt Pap und Bohnen bereits heiss und hofft immer, dass noch etwas für ihn übrig bleibt.

Pap und Sauce

Immer für eine Altergruppe gibt es zusätzlich noch eine altersgerechte Lektion, z.B. Lesen in Englisch, Schreiben oder üben der Buchstaben. Damit alle in den Genuss einer Lektion kommen, wechselt die Altergruppe jede Woche.

Lektion in der Altergruppe

Wenn alles wieder abgewaschen und aufgeräumt ist, ist es um ca. 16:30 Zeit, nach Hause zu gehen.

 

Arbeitsbereiche von Ten Thousand Homes

Letzte Woche hatte Silvana die Gelegenheit bei einem Hausbesuch dabei zu sein. Es war sehr eindrücklich und hat zum Nachdenken angeregt. Auf der einen Seite hat es uns traurig gemacht, zu sehen, mit welchen Problemen Familien hier zu kämpfen haben. Auf der anderen Seite macht es uns auch dankbar, für alles was wir haben.

Ten Thousand Homes hat ein Unterstützungsprogramm für Schulkinder. Dabei werden Familien und Kinder unterstützt, damit sie die Schule besuchen können. Familien, in denen ein Kind unterstützt wird, werden mindestens einmal im Monat besucht, um zu sehen, wie es ihnen geht und was sie brauchen.

Wir haben eine Familie besucht, in der die Kinder schon früh ohne Eltern zurechtkommen mussten. Die Mutter verliess ihre vier Kinder, als sie zwischen 5 und 16 Jahren alt waren. Die älteste Tochter brach ihre Schulausbildung ab, um sich um die jüngeren Geschwister zu kümmern. Mit 19 Jahren bekam sie dann selber ein Baby. Ten Thousand Homes hat vor ein paar Jahren ein Haus für diese Familie gebaut und die Kinder in ihr Unterstützungsprogramm aufgenommen. Sie haben dieser jungen Frau ermöglicht, ihren Schulabschluss nachzuholen, indem sie eine Kinderbetreuung finanzierten, für Schuluniform und Essen für die Familie sorgten. Mittlerweile ist die Familie auf sechs Personen angewachsen, da auch die zweitälteste Tochter ein Baby bekommen hat.

Bevor wir diese Familie besuchten, gingen wir für sie einkaufen, um sie mit dem Nötigsten zu versorgen. Wir brachten ihnen unter anderem WC-Papier, Zahnpasta, Binden, Medizin gegen Fieber und Erkältung, Seife, Waschmittel und ein paar Grundnahrungsmittel.

Während unserem Besuch, tauschte sich eine Mitarbeiterin von Ten Thousand Homes mit den Frauen über ihren Alltag aus. Wie geht es mit den Kindern in der Schule und wie kommen sie finanziell über die Runde? Ein Schwerpunkt dieser Besuche ist es, ganz praktische Unterstützung in der Kindererziehung oder der Finanzplanung zu bieten. Es gibt so viele Kleinigkeiten, die wir in Europa so selbstverständlich in unseren Familien lernen, die hier fehlen, weil keine Eltern da waren um sie ihren Kindern vorzuleben.

In den 80er Jahren war AIDS hier in Afrika ein sehr grosses Problem. Viele Menschen starben früh und hinterliessen kleine Kinder. Diese Kinder wurden dann von Verwandten oder den älteren Geschwistern aufgezogen. Dadurch ging viel vom Wissen, welches Eltern normalerweise an ihre Kinder weitergeben, verloren. Diese Kinder, die ohne ihre Eltern aufwuchsen sind heute zwischen 25 und 35 Jahre alt und selber wieder Eltern. Woher sollen sie wissen, wie man Kinder grosszieht und Familie lebt?

AIDS ist auch heute noch ein grosses Problem in Südafrika. In den letzten Jahren ist die Sterberate dank guter medizinischer Versorgung deutlich gesunken. Dadurch können mehr Kinder mit ihren Eltern aufwachsen. Leider ist die Ausbreitung noch lange nicht eingedämmt und so hat es auch im After School Programm viele Kinder, die HIV Positiv sind.

Wir sind sehr dankbar, dass wir dank unserer Arbeit bei Ten Thousand Homes ganz nahe mit den Menschen hier in Kontakt kommen dürfen. Vieles was die Menschen hier leisten, beeindruckt uns sehr. Auch die Fröhlichkeit und Zufriedenheit, welche die Menschen hier ausstrahlen, ist wunderschön. Doch manchmal stimmt es uns auch sehr traurig, zu sehen, wie schwierig das Leben hier manchmal ist und mit wie wenig einige Familien auskommen müssen. So gerne würden wir helfen um Lebensumstände zu verbessern oder finanzielle Nöte zu lindern.

Ten Thousand Homes hat T-Shirts wo draufsteht: “to change a nation love the children”. Und genau das versuchen wir hier zu tun. Wir wollen dabei helfen, den Kindern im After School Program einen sicheren Ort zu bieten, an dem sie so angenommen werden, wie sie sind. Sie sollen sich hier wohl fühlen, spielen und kreativ sein können. Sie bekommen hier eine nahrhafte Mahlzeit und Unterstützung für ihre Schularbeiten und haben so später hoffentlich bessere Chancen, sich ihr Leben nach ihren Wünschen und Träumen zu gestalten.

Tiere

Wir haben hier in Südafrika schon viele Tiere gesehen.

Hier sind einige Bilder von Tieren, wo es uns gelungen ist, ein gutes Foto zu machen.

Baboon (Pavian)
Tree Squirrel (Eichhörnchen)
Turtle (Schildkröte)
Warthog (Warzenschwein)
Kudu
Giraffe and Impala
Findest du das Flusspferd?
Zebra
Auch Elefanten plantschen gerne
Elephant
Hippopotamus (Flusspferd)
Hyena (Hyäne)
Waterbuck (Wasserbock)
Vervet Mokey (Grüne Meerkatze)
Impala
Spotted Bushsnake
diese Schlange ist ungefährlich
Kobra-Baby
kein Tier, aber trotzdem schön 🙂

Wochenendausflug

Von verschiedenen Seiten wurde uns die Panoramaroute von der Base Richtung Norden empfohlen.

Damit wir genügend Zeit haben, die ganze Route mit ausreichend Pausen zu machen, haben wir das auf zwei Tage mit einer Übernachtung «auswärts» aufgeteilt.

Laura und Martin haben das Wochenende vorbereitet und zusammen geplant. Laura hatte die Aufgabe den Reiseführer zu lesen und alle Sehenswürdigkeiten herauszuschreiben. Danach haben wir die Punkte auf der Karte gesucht und gemeinsam entschieden, welche Orte wir besuchen wollen. Laura hat anschliessend anhand der Reisezeiten für die einzelnen Abschnitte einen Reiseplan berechnet und aufgeschrieben. Mit dieser Aufgabe haben wir gleich mehrere Fächer und Themen aus Lauras Schulstoff bearbeitet 🙂

Am Samstagmorgen haben wir alles Gepäck in unserem kleinen Mietauto verstaut. Obwohl wir nur für zwei Tage weg gingen, haben wir den Kofferraum ziemlich gefüllt. Wir haben wirklich nur ein ganz kleines Mietauto (Renault Kwid)…

Die Route führte uns durch eine bergige Gegend mit Schluchten und Tälern (Blyde River Canyon, Bourk’s Luck Potholes). Immer wieder gab es sehr schöne Aussichtspunkte (God’s Window, Three Rondavels, Lowveld View).

Mac Mac Pools

Für uns etwas speziell war, dass man für die Aussichtspunkte etwas bezahlen muss. Dafür sind diese Orte immer sehr gepflegt, haben ideale Picknicktische, saubere WCs und genügend Parkplätze. Allermeistens lohnen sich diese paar Franken.

An diesen Aussichtspunkten gibt es immer auch einige Stände mit Souvenirartikel. Dies verkaufen typische afrikanische Produkte, welche auch tatsächlich hier und meist in Handarbeit hergestellt wurden. Die Verkäufer sind Personen aus den einfachen, umliegenden Bergdörfern, welche sich damit den Lebensunterhalt verdienen. Diese sind freundlich und nicht besonders aufdringlich.

Abendstimmung bei Three Rondavels

In Pilgrims Rest haben wir das anders erlebt. Dies ist eine kleine Ortschaft in einem ehemaligen Goldgräbergebiet. Dieses Dorf wurde vor allem für die Touristen wiederbelebt und schön hergerichtet. Als wir dort waren, waren ausser uns kaum andere Gäste da.

Die Souvenirhändler und Autowäscher waren sehr aufdringlich und jeder versuchte uns an seinen Stand zu holen. Wenn man irgendwo stehen blieb, um etwas anzuschauen, begannen sie sofort mit ihren guten Preisen zu werben.

Als wir zurück zu unserem Auto kamen, war dies sauber gewaschen und wir sollten bitte dafür bezahlen. Jetzt war uns auch klar, warum wir unbedingt dort parkieren sollten. Tja, wir haben daraus gelernt! Nur weil jemand in einer Leuchtweste mitten auf der Strasse steht und dir sagt, dass du nur hier parkieren kannst, heisst das noch lange nicht, dass du auch da parkieren musst.
Wir waren froh, als wir wieder alle im Auto sassen und auf dem Weg zu «gewöhnlicheren» Ortschaften waren.

Auf dieser Reise haben wir einmal mehr gestaunt über die üppige Natur von Südafrika. Es war schön, einige der Highlights aus dem Reiseführer mit eigenen Augen zu sehen. Uns wurde einmal mehr bewusst, wie sehr wir es schätzen, dass wir durch die Arbeit bei Ten Thousand Homes in Dörfer und zu Menschen kommen, die wir als Touristen nie besuchen würden. Hier erleben wir Afrika hautnah – mit all seinen schönen und auch schwierigen Seiten.

Elios Highlight

Bei unserem Airbnb hatte es 4 Hunde. Die haben mir sehr gut gefallen. Der grösste davon schleppte eine halbe Decke mit sich herum. Wenn man ihn streichelte legte er sich hin, kaute auf seiner Decke und genoss es. Die beiden Terrier fand ich auch sehr herzig. Einer davon war sehr verspielt. Wenn man ihm etwas warf, machte er ganz lustige Luftsprünge. Der zweite wollte nicht gestreichelt werden. Wenn man es versuchte, lief er rückwärts.

Irinas Highlight

Mir gefiel das Gästehaus, in dem wir übernachteten, sehr. Es hatte sehr schöne Dekosachen und war gemütlich eingerichtet. Das Haus steht mitten in einer Zitrusplantage. Es hatte ganz viele Bäume, die voll mit Orangen, Grapefruit und Mandarinen waren.

Schlafzimmer im Airbnb-Haus

Lauras Highlight

In Graskop assen wir feine Omeletten zum Zmittag. Zum Dessert gab es dann noch mehr Omeletten! Eine mit Schokomuss und eine mit Zimtzucker.

Das Haus war so schön gross und warm! Da habe ich mich sehr wohl gefühlt!

Die Bourke’s Luck Potholes waren sehr beeindruckend! Es war schön, dort die Füsse zu baden. Man musste einfach aufpassen, dass man nicht ausrutschte.

Bourke’s Luck Potholes

Umbau

Immer am Mittwoch arbeiten wir als Team gemeinsam an einem Projekt. Letzte Woche war unser Ziel, eine Wand in der Bibliothek herauszubrechen. Also genau das Richtige für Elio und Martin 🙂

Es war schwer, sich vorzustellen, wie wir das mit nur einer Steinfräse, drei Hammer und zwei Brecheisen schaffen sollten. Wenn man irgendwo beginnt, mit dem Brecheisen ein kleines Loch in die Wand zu machen, fühlt man sich etwas auf verlorenem Posten. Doch schon bald hatten wir ein paar grössere Löcher geschafft und es wurde einfacher.

Irgendwann wollte Martin das Zwischenstück zwischen den beiden grossen Löchern herausschlagen. Plötzlich kam ihm die halbe Wand entgegen. Geistesgegenwärtig machte er einen Schritt rückwärts und die Backsteine fielen bis vor seine Füsse. Gott sei Dank war ausser ihm nur noch Lennon im Raum und niemand wurde verletzt!

Wir staunten, wie schnell wir vorankamen! Bereits vor dem Mittagessen konnten wir beginnen die Trümmer der Mauer zu entsorgen. Dies gefiel vor allem den Kindern! Die grossen Leute brachten die vollen Schubkarren weg und die Mädchen brachten die leeren Schubkarren wieder zurück. Elio hatte als jüngster Bauarbeiter das Glück, dass er sich auf dem Rückweg oft in die leere Schubkarre setzen durfte und so ein Taxi zurück zur Baustelle hatte.

Am Abend waren wir alle müde und zufrieden. Wir hatten es sogar noch geschafft, den ganzen Raum wieder zu putzen. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man als Team auf einen erfolgreichen Arbeitstag zurückschauen kann.

Preiswerte Unterkunft für Krügerpark und Panoramaroute

Hier auf der Base gibt es zwei kleine Wohnungen für Feriengäste.
Diese sind sehr schön eingerichtet und mit allem ausgerüstet, was man so braucht.

Die Wohnungen werden durch die Mitarbeiter auf der Base gepflegt und können über Airbnb zu einem günstigen Preis gebucht werden.

 

Hier geht es zu den beiden Wohnungen:

BEAUTIFUL OASIS IN THE AFRICAN BUSH

BEAUTIFUL ARTSY AFRICAN RETREAT

 

Die Lage hier ist ideal für Touristen.
In gut 30 Minuten ist man beim Numbi Gate vom Krügerpark.
Ebenso beginnt hier die sehenswerte Panoramaroute.  Diese ist wirklich sehr eindrücklich und hat uns sehr gefallen.
Zum Kruger Mpumalanga International Airport (KMI / MQP) sind es nur 15 Minuten.

 

Falls uns jemand noch kurzfristig besuchen möchte, einfach eine der Wohnungen buchen 🙂

Ein aufregender Tag

Ein Thema welches uns immer noch beschäftigt, ist das Visum von Irina. Die Botschaft in der Schweiz hat uns und einer verantwortlichen Person am Flughafen in Johannesburg eine Mail geschrieben und sich entschuldigt, dass sie bei Irinas Visum vergessen haben die Dauer zu erwähnen. Sie empfehlen uns jetzt, nach Johannesburg zum Flughafen zu gehen, um das Problem dort zu besprechen. Da Johannesburg jedoch 4 Stunden von hier entfernt ist, beschlossen wir heute, es einfach mal am Krüger Flughafen zu probieren. Das ist zwar ein sehr kleiner, aber doch ein internationaler Flughafen und hat deshalb ebenfalls Einreisebeamte, welche sich mit Visa auskennen müssten.

Mit unserem Mietauto machten wir uns auf den Weg. Wir haben uns mittlerweile recht gut an den Linksverkehr und einige Eigenheiten der Autofahrer hier gewöhnt. Etwa auf halber Strecke wurden wir von der Polizei angehalten. Der Polizist fragte uns, warum wir bei einem Stoppschild nicht anhalten. Hmmm, diesen Stopp hatten wir tatsächlich übersehen! Das kostet 2000 Rand (CHF 200). Aber erst mal der Fahrausweis! Sobald er sah, dass es ein ausländischer Fahrausweis ist, kostete die Busse nur noch 500 Rand, also etwa CHF 50. Wir sollten bitte jetzt sofort mitkommen zur Polizeistation in White River um das zu regeln und die Busse zu bezahlen. White River ist leider genau die andere Richtung als der Flughafen… Wir stellten uns innerlich darauf ein, dass wir den ganzen Morgen für diesen Ausflug brauchen würden.

Der Polizist hatte es allerdings nicht eilig und schien in Plauderlaune zu sein. Er fragt uns, was wir hier machen und wie uns Südafrika gefällt. Wahrheitsgemäss antworteten wir, dass es uns hier sehr gefällt und wir bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht haben. Ob wir unseren Freunden empfehlen würden auch mal nach Südafrika zu kommen, war seine nächste Frage. Ja natürlich empfehlen wir allen, dass sich eine Reise hierher lohnt! Er zögere immer mehr bevor er mit dem Stift etwas auf das Papier schrieb, überlegte und meinte dann: «OK! Dann lassen wir es bei einer Warnung bewenden! Aber bitte haltet euch in Zukunft an die Verkehrsregeln! Ihr sollt Südafrika in guter Erinnerung behalten und ich wünsche euch weiterhin einen guten Aufenthalt hier.» Wir konnten es kaum glauben! Gott sei Dank hatten wir kurz vorher im Auto dafür gebetet, dass die Beamten uns heute wohlgesinnt sein werden!

Etwas später als geplant kamen wir also am Flughafen an. Dort ging es wieder als erstes zur Polizeistation um eine Besucherkarte für den internationalen Bereich des Flughafens zu bekommen. Das war zum Glück einfach. Auch bei der Immigrationsbehörde wurden wir freundlich empfangen. Der Chef persönlich hörte sich unser Anliegen an. Leider konnte er uns nicht wirklich helfen. Wenn jemand einmal mit einem Touristenvisum eingereist ist, kann man das nicht mehr ändern. Das Visum muss neu beantragt werden. Er meinte dann, dass ich das nicht lohnt, weil es erstens zu lange dauert, zweitens einiges kostet und wir drittens wahrscheinlich nicht alle erforderlichen Papiere dabei hätten. Sein Vorschlag ist nun, dass uns die Botschaft in Bern ein offizielles Dokument mit Stempel und Unterschrift ausstellt, in dem sie den Fehler erklären. Bei der Ausreise würde Irina auf die schwarze Liste kommen, weil sie ihr Visum überzogen hat. Das gibt dann eine Busse und Landesverweis. Sobald wir dann wieder in der Schweiz sind, sollen wir nach Bern zur Botschaft, um einen Antrag zu stellen, dass dieser Eintrag auf der schwarzen Liste in Irinas Akten gelöscht wird. Alles also ziemlich kompliziert!

Wir waren noch keine Stunde zurück auf der Base, kam die Nachricht, dass wieder eine Schlage beim Hauptgebäude sei und der Schlangenfänger bald da ist, um sie einzufangen. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Als wir beim Hauptgebäude ankamen, hatte er die Schlange bereits in der Hand. Er war sehr begeistert von diesem schönen Tier: eine «spottet bush snake». Diese sei ungiftig und sehr gesund für einen Garten, weil sie Eidechsen frisst. Wir durften die Schlange sogar streicheln. Kurz darauf traf noch ein zweiter Schlangenfänger ein, der in seinem Auto eine Kobraschlange hatte, die er kurz zuvor gefangen hat. Er holte sie dann für uns aus dem Auto und wir durften sie anschauen. Diese Kobra ist allerdings sehr giftig und wenn man von so einer gebissen wird, ist man nach 20 Minuten tot. Patchi beschrieb ihm dann die Schlange, welche sie vor einer Woche auf der Base gesehen hat und er meinte, es könnte sich um eine schwarze Mamba handeln. Diese ist die giftigste Schlange hier in Südafrika.
Wir beten also weiterhin um Sicherheit für alle hier auf der Base!

 

spottet bush snake

Samstag-Ausflug

Nach dem Frühstück machten wir uns mit einem feinen Picknick im Rucksack auf nach Kaapsehoop. Man hatte uns dieses kleine Dorf als guten Ausgangspunkt für Wanderungen empfohlen. Das Navi kannte dieses Dorf leider nicht und auf unserer Strassenkarte sind leider auch nicht alle Ortschaften und Strassen verzeichnet. Dank Google Maps und den Koordinaten konnten wir es problemlos finden. Die Strasse dahin führte durch schöne Wälder und Täler. Am Ende ging es dann noch ziemlich aufwärts und die Aussicht wurde immer spannender.

Das Dorf besteht hauptsächlich aus Restaurants, Hotels und Künstler-Ateliers. Jedes Haus in diesem Dorf hat seine Eigenheit und sie sind bunt zusammengewürfelt. Martin hat im Internet drei verschiedene Karten mit Wandervorschlägen gefunden, die jedoch alle 12km und länger sind. Im Dorf war noch eine Rundwanderung für ca. eine Stunde zu einem Aussichtspunkt ausgeschrieben. Die Kinder fanden einen Weg, der spannend aussah und so machten wir uns einfach mal auf den Weg.

Schon bald wurde aus dem Weg ein Trampelpfad und kurze Zeit später mussten wir schon über grosse Steine und Felsen klettern. Da Martin anhand der Karte sich aber ziemlich sicher war, dass dieser Weg ebenfalls zum Aussichtspunkt führen würde, folgten wir weiter diesem gut markierten Weg. Die Kinder waren richtig begeistert. So macht wandern Spass! Wir begegneten keinem Menschen und auch keinem Tier. Weit und breit nur wunderschöne Natur und über uns der blaue Himmel. Wir fanden ein schönes Plätzchen für unser Picknick.

Gestärkt machten wir uns weiter auf den Weg zum Aussichtspunkt. Dort hatte es tatsächlich noch andere Leute! Eine Gruppe junger Leute mit einem Hundebaby genoss die schöne Aussicht. Unsere Kinder waren so fasziniert von diesem Hundebaby, dass wir mit den Leuten sofort ins Gespräch kamen. Schnell stellte sich heraus, dass sie aus Nelspruit sind und dort zusammen in einer Kirche sind.

Da wir den selben Rückweg hatten, machten wir uns gemeinsam auf den Weg. Elio und Irina rannten mit dem Hund an der Leine den ganzen Weg zurück zum Dorf. Kurz vor den Häusern sahen wir dann doch noch eines der Wildpferde, für die diese Gegend hier bekannt ist.

Weil es gerade so gemütlich war, gingen wir noch zusammen als ganze Gruppe in ein Restaurant und gönnten uns ein Glacé. Es war ein richtig schöner Tag in der wunderschönen Natur und mit neuen Freunden. Wir werden sie sicher bei Gelegenheit in ihrer Kirche besuchen.

Briefpost

Heute ist der erste Brief aus der Heimat eingetroffen!
Knapp drei Wochen hat er gebraucht. Wir haben uns sehr darüber gefreut!

der erste Brief per Post

 

Somit wissen wir jetzt auch, dass die Adresse, welche wir hier auf unserem Blog veröffentlicht haben, richtig ist ?