Start in den nächsten Abschnitt

Wir haben uns an die aktuelle Empfehlung des BAG gehalten und nach der Einreise in die Schweiz 10 Tage Selbstisolation gemacht. Wir haben unsere Kontakte auf das absolute Minimum beschränkt und diverse Freunde haben für uns eingekauft.

Es war gut, diese Tage für Erholung, Ankommen, Auspacken und Einrichten zu haben.

Am Sonntag sind diese 10 Tage abgelaufen und wir sind alle gesund. Dafür sind wir sehr dankbar! Wir dürfen uns also ab sofort wieder ganz „normal“ verhalten. Wir freuen uns vor allem auch sehr darauf, euch zu treffen!

Am Montag war dann für die Kinder bereits der erste Schultag und Martin arbeitet nun auch wieder in seinem normalen Home Office.

Die Schultheks waren bereits wieder im Einsatz

Damit ist unser Missionseinsatz in Madagaskar nun aber auch wirklich vorbei!

Das Eine geht zu Ende, aber es ist auch ein Start in einen neuen Abschnitt. Wir sind gespannt, was Gott als nächstes mit uns vorhat.

Silvana hatte sich schon vor einiger Zeit in Madagaskar gefragt, was sie in der Schweiz als nächstes angehen möchte. Sie ist dann sehr schnell auf eine Stellenausschreibung beim einem Missionswerk gestossen. Sie suchen eine Person, welche die Kurz- und Langzeiteinsätze koordiniert und die Leute begleitet. Die Stelle würde Silvana sehr viel Freude machen. Sie hätte mit Menschen zu tun, könnte diese begleiten und hat mittlerweile ja auch selber Erfahrung mit Missionseinsätzen. Sie hat die verantwortliche Person kontaktiert und diese hat Silvana eingeladen, mal vorbeizukommen, um das genauer zu besprechen.

Ein weiteres wichtiges Ereignis war letzen Montag natürlich auch noch!Wir durften Elios siebten Geburtstag feiern! Er hat sich sehr auf diesen Tag gefreut und hat ihn auch dementsprechend von früh bis spät genossen. Lange war nicht klar, wo wir an seinem Geburtstag sein werden und in welchem Rahmen wir feiern können.

Am Morgen haben wir als Familie „Happy Birthday“ gesungen und es gab Geschenke. Danach durfte er seine Gspänli im Chindgsi wieder sehen und mit ihnen feiern. Am Nachmittag haben wir dann noch mit Grossmami und Grosspapi Kuchen gegessen. Am Abend meinte Elio dann: „Es ist gut ist mein Geburtstag jetzt vorbei, dann kann ich endlich wieder in Ruhe schlafen.“ 🙂

Wir sind überwältigt

Am Freitagabend sind wir müde, aber dankbar, in Zürich gelandet. Obwohl dieser Flieger voll besetzt war, war der Flughafen fast wie ausgestorben. Ausser den vielen Polizisten überall, welche die Leute über verschiedene Wege zum Ausgang lotsten, trafen wir fast keine Menschen. Wir waren gespannt, ob all unsere Gepäck wohl unversehrt ankommen würde. Nachdem der Flughafen ein Rollband fand, welches auch funktionierte, kamen alle unsere Koffer schnell und vollständig an. Wir sind dafür sehr dankbar!

Nach der Zollkontrolle wurden wir von einem Freund mit grossem Auto erwartet. Er hat uns nach Hause gefahren und uns geholfen alle Koffer zum Haus zu tragen. Wir sind sehr dankbar für diesen Hilfsdienst. Das hat uns den Schluss der Reise sehr viel einfacher und angenehmer gemacht!

Zuhause erwarteten uns ganz viele Überraschungen! Verschiedene Plakate, Schilder, Blumen, Karten und sogar frisch gekochtes Essen und Gebäck stand bereit. Vielen Dank an all die lieben Menschen, die für uns eingekauft, gekocht, gebacken, gemalt und gebastelt haben! Es tut so gut, wenn man so empfangen wird. Wir hatten uns darauf eingestellt, dass es ein spezielles Ankommen werden wird, da persönlichen Kontakte nicht möglich sind. Umso überwältigter wären wir vom herzlichen Empfang!

Unsere Nachbarin, welche sich um unser Haus gekümmert hat, hatte alle Betten frisch bezogen (sogar mit persönlichem Gruss und Bettmümpfeli). So mussten wir nur noch die Pijamas und Zahnbürsten auspacken und konnten dann sofort schlafen gehen.

Die Betten sind bereit

Am Samstag haben wir lange ausgeschlafen und durften dann ein feines Frühstück mit selbstgebackenem Zopf, Konfi und Honig vom Grosspapi geniessen. Auch die warme Dusche wurde von allen sehr geschätzt und ausgiebig genutzt.

feiner Zmorge

Das BAG empfiehlt, dass man im Moment nach Auslandreisen 10 Tage zu Hause bleiben soll. Daran halten wir uns. Das tolle Wetter macht uns diese Zeit sehr viel einfacher. Die Kinder geniessen den Garten und ihre Spielsachen hier wieder sehr. Wir gehen es langsam an. Für jeden Tag nehmen wir uns etwas vor, was ausgepackt und verräumt werden soll. Den Rest der Zeit nutzen wir, um auch emotional wieder in der Schweiz anzukommen.

Auch wenn uns der Abschied in Madagaskar schwer gefallen ist, ist es schön wieder in der Schweiz zu sein. Wir sind dankbar für all die schönen Erfahrungen der letzten 6 Monate.

zu Hause angekommen

Auch der letzte Teil der Reise hat problemlos geklappt und wir sind nach fast 6 Monaten wieder gesund zu Hause angekommen.

Vielen Dank an alle, welche etwas für unseren Empfang beigetragen haben! Wir haben uns über die vielen Sachen sehr gefreut. Sobald wir ausgeschlafen sind, werden wir alles in Ruhe anschauen.

Endgültige Abreise aus Madagaskar – schon fast zu Hause

Nachdem am Dienstagmittag immer klarer wurde, dass es mit der Reise in die Schweiz klappen würde, haben wir sofort mit Aufräumen, Packen und Organisieren begonnen. Innerhalb 24 Stunden musste alles in Madagaskar geregelt sein und mussten wir mit gepackten Koffern am Flughafen stehen.

Wir haben damit gerechnet, dass es schnell gehen wird, wenn es eine Möglichkeit für die Reise in die Schweiz gibt. Aus diesem Grund haben wir alle Abschiede bereits ausgiebig gefeiert und die Dinge, welche sich im vornherein regeln liessen, erledigt. Wir hatten auch bereits eine Liste, mit den Dingen, welche wir dann kurz vor Abreise noch erledigen müssen.

Natürlich waren die Emotionen und der Stresslevel am Dienstag extrem gross! Das hat uns alle nochmals sehr herausgefordert. Am späten Dienstagabend war dann schon fast alles in unseren acht Koffern verstaut und soweit vorbereitet, dass die verbleibenden Sachen am Mittwochmorgen noch ohne Stress erledigt werden können.

Während unserem letzten Morgenessen am Mittwoch klingelte unser Handy. Die Schweizer Botschaft teilte uns mit, dass wir, aufgrund besonderer Vorkehrungen, schon 1,5h früher als geplant, am Flughafen sein müssen. Das hiess, dass wir unsere Liste nun nochmals etwas schneller abarbeiten mussten. Jeder von uns musste Vollgas geben. Mit der Unterstützung von unseren Freunden, waren wir kurz vor zehn Uhr zur Abfahrt bereit. Dann war es aber soweit und wir mussten unseren Freunden, mit welchen wir viel erlebt und geteilt haben, «weluma» sagen. Das war für uns und viele von ihnen nicht einfach.

Martin durfte noch ein letztes Mal mit unserem Mitsubishi Pajero zum Flughafen fahren. Wir waren zwar nicht ganz zur abgemachten Zeit dort, aber doch früh genug. Nun hiess es, uns noch von den engsten Freunden zu verabschieden. Das war nochmals ein sehr emotionaler Moment! Wir wussten, dass dieser Moment kommen wird und trotzdem ist es nicht leicht, sich von all den lieben Menschen zu verabschieden.

Der Flug nach Doha (Katar) war ein Charter-Flug und wurde von einer grossen Minenfirma organisiert, um ihre Mitarbeiter auszufliegen. Mit ein paar Anderen waren wir eine sehr kleine Gruppe, welche nicht Mitarbeiter dieser Firma waren. Wir wurden trotzdem sofort freundlich in Empfang genommen und mit Namen begrüsst. Dann hiess es warten. Aus Gesundheitsgründen haben sie versucht, die Nicht-Mitarbeiter und Mitarbeiter, so gut wie möglich, zu trennen.

Es gab an diesem Tag nur einen einzigen Flug am Flughafen. So hatte es überall sehr wenige Passagiere und sämtliches Personal war für uns und unseren Flug da. Als wir an der Reihe waren, gingen die Kontrollen sehr schnell und entspannt. Wir hatten genügend Zeit und niemand war gestresst.

Wir haben sehr viele, sehr schöne Souvernirs eingepackt und waren noch etwas gespannt, wie gut wir durch die Zollkontrolle kommen werden. Viele Steine, Hölzer und Tiere sind geschützt. Man darf viele Souvernirs nur mit Zertifikat und Kaufquittung ausführen. Das wird bei der Ausreise recht gut kontrolliert. Prompt mussten wir einen Souvernirkoffer öffnen. Der Zöllner hatte beim Durchleuchten etwas entdeckt und wollte sich das genauer ansehen. Wir mussten ihm diverse Schmuckstücke und Steine zeigen. Es war aber alles kein Problem und wir konnten alle Sachen wieder einpacken.

Der Flug wurde von Qatar Airways mit einem A350 durchgeführt. Erstaunlicherweise blieben viele Plätze leer und so konnten wir uns im Flieger auf beliebig viele Plätze und Reihen verteilen. Auch hier war es sehr ruhig und entspannt.

es ist gemütlich im Flugzeug

An das Tragen der Gesichtsmasken haben wir uns schon lange gewöhnt. Dass die ganze Kabinencrew jedoch weisse Ganzkörperschutzanzüge bis über die Haare, Schutzbrillen, Masken und Handschuhe trägt, ist jedoch sehr gewöhnungbedürftig. Man fühlt sich als Passagier wie ein Aussätziger in einem Chemielabor. Wir haben so keine Ahnung, was das für Leute sind, welche uns sehr freundlich und zuvorkommend umsorgt haben. Man kann die Crew einzig an den sehr unterschiedlichen Englisch-Akzenten unterscheiden.

Der Flug verlief angenehm und ruhig. Schlafen war jedoch schwierig. Gegen Ende des Fluges wurde es Laura schlecht und sie musste sich übergeben. Wie schon auf der Hinreise im Dezember wollte das anschliessend einfach nicht mehr stoppen und so hat sie die ganze Nacht lang erbrochen. Das hat sie sehr mitgenommen und an ihren Kräften gezehrt.

Es ist schon interessant, wie man sich über die Monate an einen anderen Standard gewöhnt hat. So kam Elio zum Beispiel völlig erstaunt vom WC zurück und berichtete aufgeregt: «Papi, auf dem WC gibt es zum Händewaschen sogar warmes Wasser».

Wir kamen kurz vor Mitternacht in Doha an. Das Airport-Hotel war leider bereits ausgebucht. Wir fanden aber einen Family Restroom, wo wir uns auf den Sitzen und am Boden ausbreiten konnten. So konnte jeder von uns doch noch etwas schlafen. Wir trösten uns über die Unbequemlichkeiten mit dem Wissen hinweg, dass wir bereits die nächste Nacht in unseren eigenen Betten in unserem Haus in der Schweiz verbringen werden.

Nachtlager am Flughafen in Doha

Nach 8 Stunden Aufenthalt in Katar, ging es dann mit einiger Verspätung mit Qatar Airways weiter nach London. Dieser Flug war sehr voll. Das heisst, jeder zweite Sitz war besetzt. Wir sind dankbar, wie gut unsere Kinder mit diesen langen Warte- und Flugzeiten umgehen! Dank ihren Englischkenntinissen können sie sich jetzt auch mit anderen Passagieren oder dem Flugpersonal unterhalten. In dieser speziellen Situation, wo alle Leute eine besondere Geschichte haben, kommt man viel einfacher mit anderen in Kontakt als früher.

Wir sind gut in Lodon gelandet. Der Flughafen ist praktisch leer. Am Security-Check ist lediglich noch ein einziger anderer Passagier. In der Abflughalle sind sämtliche Einkaufsläden, Restaurants und Lounges geschlossen. Einzig die Apotheke und ein einziger Kiosk sind geöffnet. Auf den vielen Sitzgelegenheiten sitzen nur ganz wenige Leute in der Halle verteilt. Die Anzahl Flüge für diesen Tag füllen gerade mal einen halben Bildschirm. Am ganzen Flughafen hat es weniger Leute als am Markt in Ambohidratrimo, wo wir jeweils unser Gemüse eingekauft haben.

Warten am Flughafen London Heathrow

Nun warten wir auf unseren letzten Flug mit der Swiss nach Zürich. Bisher ist alles nach Plan gelaufen und wir vertrauen auch darauf, dass dies auch für den letzten Abschnitt der Reise noch so bleiben wird.

Zu Hause werden wir dann Zeit brauchen, uns zu erholen und die letzten Tage zu verarbeiten. In Afrika gibt es dazu das Sprichwort, dass man bei schnellen und grossen Reisen, sich danach immer ausgiebieg Zeit nehmen soll, damit die Seele noch nachreisen kann. Erst wenn auch die Seele angekommen ist, sollte man weitergehen.

Veloma Madagaskar – Goodbye

Als wir heute morgen aufwachten, beschlossen wir, dass wir uns nochmal richtig einrichten und die Zeit hier noch geniessen wollen.
Martin ging vor dem Frühstück bereits ins Dorf, um Kredit für unser Internet zu kaufen und brachte die traditionellen Movo Boalina zum Frühstück mit.

Pünktlich um 8 Uhr starteten wir mit dem Untericht und Martin begann zu arbeiten. Schon bald klingelte das Telefon und ab dann war plötzlich alles anders!
Die Schweizer Botschaft teilte uns mit, dass es am Mittwoch einen Charterflug nach Katar geben wird und wir Plätze reservieren könnten.
Wir haben zwar eigentlich schon einen Rückflug für den 2. Juni gebucht. Offiziell ist der Flughafen in Madagaskar aber noch bis mindestens 4. Juni geschlossen. Zudem steigen die Corona-Zahlen hier täglich und es sieht nicht so aus, als könnte man demnächst wieder regulär fliegen. Es rechnet niemand damit, dass der normale Flugverkehr bald wieder möglich ist.

Wir haben deshalb alles stehen und liegen gelassen und angefangen zu packen und die Reise zu organisieren. Es wird eine abenteuerliche und lange Reise werden. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir bald gut in der Heimat ankommen werden!

„normales“ Pack-Chaos

Unsere geplante Ankunft ist am 28. Mai am Abend in Zürich. Bitte kommt nicht zum Flughafen, um uns zu begrüssen. Wir werden erstmal zwei Wochen Quarantäne Zuhause machen, um sicherzustellen, dass wir keine ungewollten Souveniers mitgebracht haben.

Wir freuen uns, Familie und Freunde bald wieder zu sehen, werden aber auch Zeit brauchen in Ruhe anzukommen, das Haus wieder einzurichten und die Aufregung der letzten Wochen zu verarbeiten.

Vielen Dank

Die Enttäuschung, nicht nach Hause fliegen zu können, war gross. Es hat uns sehr gut getan, zu spüren, wie gross die Anteilnahme von unserer Familie und den Freunden ist. Vielen Dank an alle, die sich bei uns gemeldet haben, uns ermutigt haben, mit uns enttäuscht waren und Hilfe angeboten haben. Es tut gut, sich in schwierigen Zeiten getragen zu fühlen.
Mittlerweile haben wir uns wieder aufgerafft und sehen auch die positiven Seiten wieder. Madagaskar ist nach wie vor ein Land, das uns sehr gut gefällt. Es ist auch schön, noch etwas mehr Zeit mit unseren Freunden hier verbringen zu dürfen.

Wie lange wir noch hier bleiben werden, ist noch nicht absehbar. Die Ethiopian Airline hat ab Anfang Juni wieder Flüge ausgeschrieben, die man offiziell buchen kann. Wir trauen dem aber noch nicht so ganz. Laut Informationen, welche hier verbreitet werden, ist der Flughafen noch bis sicher ca. Anfang Juni geschlossen.
Es hängt wohl auch davon ab, wie sich Corona hier weiter entwickelt. Zur Zeit werden täglich zwischen 30 und 50 neue Fälle gemeldet. Bei ca. 150 Tests pro Tag und 26 Mio. Einwohner ist diese Zahl nicht sehr aussagekräftig.



Bereits vor einigen Wochen hat ein Madagasse für unsere Kinder traditionelle Drachen aus Plastiksäcken gebastelt. Die Konstruktion war eher kompliziert und der Flugerfolg gering. Seither war für Elio aber klar, dass er nochmal Drachen steigen lassen will. Gestern haben dann ein paar Jungs aus dem Quartier hier unsere Drachen nochmal überarbeitet. Danach sind wir losgezogen, um die Drachen auf den Reisfeldern starten zu lassen. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten sind sie dann tatsächlich geflogen! Diese Drachen sind extrem leicht, weil sie aud dicken Gräsern, Plasik und Dornen gebastelt werden. Viele Kinder haben sehr lange Schnüre dran und so sieht man die Drachen schon von weit her in der Luft schweben. Einmal mehr sind wir beeindruckt, mit wie wenig die Madagassen etwas basteln können. Und das Resultat kann sich durchaus sehen lassen!

In den letzten Tagen war der Himmel hier bedeckt und die Sonne hat sich nur ab und zu gezeigt. Das hatte auch auf die Temperatur einen Einfluss. Es war relativ kühl. Wir sind sehr dankbar, dass wir von verschiedenen Freunden warme Beddecken und Kleider ausleihen durften. Wenn man nicht frieren muss, hat das einen grossen Einlfuss auf das Wohlbefinden!

herbstliche Morgenstimmung

Können wir nach Hause reisen?

Wir sind fest davon ausgegangen, dass wir am 21. Mai mit einem Sonderflug nach Paris fliegen können. Da uns mitgeteilt wurde, dass wir erst 1 oder 2 Tage im voraus erfahren, ob wir mitfliegen können oder nicht, haben wir alles vorbereitet und organisiert, dass wir dann auch parat sind und abreisen können.

Wir haben am letzten Sonntag mit verschiedenen Leuten in unserem Vorhof Abschied gefeiert. Gestern haben wir eine angenehme Zeit mit der Familie Schärer verbracht. Wir hatten sie, zum Dank für alles, was sie für uns gemacht hatten, in ein Restaurant zum Mittagessen eingeladen. Wir waren die einzigen Gäste und die Kinder genossen es, im geheizten Pool zu baden.

Abschiedsbuffet am letzten Sonntag

Heute waren wir beim Team der Soup-Kitchen zum Mittagessen eingeladen. Wir hatten nochmals eine sehr fröhliche und lustige Zeit zusammen und haben uns auch dort verabschiedet.

Im Haus haben wir gemistet und Sachen aussortiert. Viele Dinge haben wir weggegeben oder verkauft. Das meiste ist ziemlich bereit, so dass es praktisch nur noch eingepackt werden muss. Wir haben bereits eine Putzfrau organisiert, welche unsere Zimmer nach unserer Abreise reinigt. Die Lebensmittel haben wir so eingeteilt, dass nicht mehr viel übrig bleibt.

viele Sachen sind aussortiert und liegen zum Einpacken bereit

Am Morgen hat uns die Schweizerische Botschaft mitgeteilt, dass der Flug noch nicht bestätigt ist. Kurz vor Mittag haben wir von der Französischen Botschaft erfahren, dass der Flug durchgeführt wird. Wir waren danach sehr angespannt heute und haben darauf gewartet, dass die Fluggesellschaft uns kontaktiert.

Heute Abend haben wir erfahren, dass der Flug voll ist und wir nicht mitfliegen können. Es sind über 1’500 Personen auf der Warteliste. Davon haben 180 Personen aus medizinischen Gründen Priorität. Frankreich hat zudem Auflagen gemacht, dass aus Gesundheitsgründen die Kapazität des Flugzeuges nicht ausgeschöpft werden darf. Demzufolge ist die Anzahl Passagiere sehr limitiert.

Es fällt uns gerade schwer, damit umzugehen. Wir haben sehr fest damit gerechnet, dass wir Heimkehren können. Wir haben hier abgeschlossen und uns von allen Leuten verabschiedet. Nun müssen wir neue Motivation schöpfen und einen neuen Plan machen. Wir müssen vieles nochmals neu regeln und uns zum wiederholten Mal auf etwas „Neues“ einstellen. Es war die letzten Wochen ein emotional sehr intensives „auf und ab“. Das war kräftezehrend und geht nun weiter.

Hier ist es Spätherbst und die Temperaturen sinken immer mehr. Wenn die Sonne scheint, ist es am Mittag und Nachmittag weiterhin angenehm warm. Sobald die Sonne untergeht, wird es immer schneller sehr frisch. Da wir nicht geplant haben, dass wir in dieser Jahreszeit noch hier sein werden, fehlen uns auch die einen oder anderen warmen Sachen. Bettdecken und warme Socken haben wir organisiert, aber wir müssen wohl noch das eine oder andere warme Kleidungsstück besorgen. Die kalte Dusche am Morgen braucht mittlerweile auch sehr viel Überwindung…

Es ist im Moment völlig unklar, wann wieder ein Flug nach Europa durchgeführt wird und wann wir in die Schweiz reisen können. Wir werden wohl noch einige Zeit hier bleiben.

Ambohidratrimo wird noch für eine Weile unser „zu Hause“ bleiben

Macht Geld glücklich?

Erst kürzlich haben wir folgenden Spruch gelesen:

Geld alleine macht nicht glücklich, aber kein Geld zu haben auch nicht. Geld an sich ist nichts anderes, als Energie, die es uns ermöglicht, Wertschätzung auszudrücken.

Laura Malina Seiler

Wir erleben hier oft, was es heisst, wenn Menschen kein Geld für das Allernötigste haben.
Es ist eine grosse Herausforderung ein gutes Familienleben zu haben, wenn man täglich ums überleben kämpft!
Deshalb sind wir umso dankbarer für alle, die uns immer wieder Geld spenden um Menschen hier zu helfen! Ohne euch könnten wir all diese Hilfe hier nicht möglich machen.

Vielen herzlichen Dank!

Jemand hat uns kürzlich geschrieben: „Ich weiss nicht, ob ihr immer noch in Madagaskar seid, aber ich würde gerne noch Geld spenden“.
Erst am Tag zuvor hat uns eine Familie, mit welcher wir bei YWAM zusammenarbeiten, erzählt, dass sie dringend noch Geld brauchen, um die Geburt und alles Zubehör für ihr Baby bezahlen zu können. Es ist eine Risikoschwangerschaft. Um das Risiko für Mutter und Kind so gering wie möglich zu halten, wollen sie in einem guten Krankenhaus gebären.
Das Geld, welches uns gespendet wurde, reicht genau, um die Geburt zu bezahlen! So kann die Familie das Geld, welches sie selber bereits gespart haben, für die Babyausstattung nutzen.
Wir haben im Gespräch mit der Familie nachgefragt, was sie denn von ihrer ersten Tochter noch an Babysachen haben. Sie haben gar nichts mehr! Weshalb? Sie haben es an Familien, welche in Not waren, weitergegeben. Es tut gut, zu sehen, dass Gott diese Grosszügigkeit belohnt, indem diese Familie jetzt ebenfalls beschenkt wird.

Wir sind zur Zeit intensiv mit der Familie der jungen Frau dran, welche seit einiger Zeit bei uns im Haus wohnt. Ursprünglich war der Plan, ihr bei der Finanzierung ihres Studiums zu helfen. In den letzten Wochen haben wir ihre Familie besser kennengelernt und gesehen, wie gross die Not in ihrer Familie ist. Auch sie sind permanent am Kämpfen, um die Familie einigermassen über Wasser halten zu können. Eigentlich reicht das Geld vorne und hinten nicht. Dies führt zu grossem Frust beim Vater und diesen lässt er dann in unkontrollierten Wutausbrüchen an den Kindern aus.

Letzte Woche war es so heftig, dass die älteste Tochter uns gebeten hat, ihr zu helfen, den Vater anzuzeigen. Wir waren mit ihr auf dem Einwohneramt, welches für den Kinderschutz zuständig ist. Die Verantwortliche Frau dort ging mit uns zur Polizei und der Vater wurde vorgeladen. Um die Kinder zu schützen, haben wir mit der ältesten Tochter zusammen den Pastor der Familie um Hilfe gebeten.

Wir waren sehr erstaunt, als wir seine Reaktion hörten. Er sagte uns und den Kindern ganz deutlich, dass Kinder den Eltern in jeder Situation absolut zu gehorchen haben. Wenn sie es nicht tun, ist es die Pflicht der Eltern, diesen Gehorsam einzufordern. Nötigenfalls auch mit den Stock.

Gemeinsam mit der Hilfsorganisation Nehemia sind wir jetzt auf der Suche nach einem Weg, diese Eltern zu einer Kooperation mit uns zu bewegen. Viele Probleme in dieser Familie hängen mit der finanziellen Notlage und der fehlenden Bildung der Eltern zusammen. Da das Rechts- und staatliche Sozialsystem hier nur schlecht funktioniert, gibt es fast keine Möglichkeit, den Kindern zu helfen, wenn die Eltern das nicht wollen.

Wir hoffen sehr, dass die Eltern einwilligen, dass ein Sozialarbeiter vorbeikommt, um mit ihnen zu besprechen, wie man die finanzielle Situation der Familie verbessern könnte. An die finanzielle Hilfe, kann man dann die Bedingung koppeln, dass die Eltern Schulungen zum Thema Finanzen und Erziehung besuchen. Zudem hätten die Kinder eine Ansprechsperson für Probleme.

Wie bereits am Anfang erwähnt: Geld macht nicht glücklich. Aber wenn man nicht täglich um jeden Rappen kämpfen muss, bleibt mehr Energie, welche man in die Familie investieren kann. So gesehen lohnt es sich, weiter in diese Familie zu investieren.

der Abschied kommt näher

Zur Zeit werden wir oft gefragt: „Wisst ihr schon, wann ihr nun zurück kommen könnt?“
Die Antwort lautet: „nicht wirklich“.

Der Flughafen hier in Madagaskar bleibt voraussichtlich bis zum 15. Juni geschlossen. Reguläre Flüge sind bis dann also nicht möglich.

Die Schweizerische Botschaft hat uns am Montag informiert, dass es wahrscheinlich am 21. Mai einen Sonderflug geben könnte. Dieser wird hauptsächlich von der Französischen Botschaft zusammen mit anderen europäischen Ländern organisiert. Der Flug würde von Antananarivo bis Paris gehen. Wir sind auf der Warteliste für diesen Flug. Neben den Personen aus anderen Ländern, sind schon ca. 20 Schweizer vor uns auf der Liste. Es ist deshalb nicht klar, ob es für uns Plätze geben wird. Wir erfahren das erst einen oder zwei Tage vor Abflug.

Das heisst, wir sind jetzt wirklich zwischen zwei Welten. Wir sind dabei die Dinge in der Schweiz zu regeln (Hausübergabe mit den Mietern, Schule, …) und gleichzeitig sind wir hier am Abschied nehmen, obwohl wir nicht wissen, ob wir wirklich fliegen werden. Zudem sind wir dabei unsere Sachen im Haus auszusortieren und zusammenzuräumen.
Emotional ist das für alle eine grosse Herausforderung!

Abschied bei YWAM Land of Canaan

Gestern haben wir uns bei YWAM Land of Canaan verabschiedet. Das Team, mit welchem wir 5 Monate zusammengearbeitet haben, hat uns zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Es gab viele madagassische Spezialitäten: jede Menge frittierte Sachen mit Teig und natürlich Reis und dazu weisse Bohnen. Nach dem Essen hat jedes Teammitglied einige besondere Erlebnisse erzählt, welche sie mit uns erlebt haben. Wir waren sehr berührt, wie viele kleine Begebenheiten die Leute und uns hier geprägt haben. Wir haben sehr viel miteinander erlebt! Diese Leute sind uns sehr ans Herz gewachsen. Zum Abschluss haben sie noch für uns gebetet.

Abschied Güggel Fanomezana

Heute haben wir uns von unserem Güggel Fanomezana verabschiedet. Das ist uns nicht leicht gefallen. Obwohl von Anfang an klar war, dass wir ihn nicht für immer behalten können, haben wir dieses Tier lieb gewonnen! Sein „Kikerikii“ wird uns fehlen!

Wir haben lange überlegt, wohin wir ihn geben können, damit er nicht sofort geschlachtet wird. Die Kinder haben viel dafür gebetet. Uns kam dann die Idee, ihn einer Familie zu schenken, welche für eine andere YWAM-Base hier in der Nähe arbeitet. Wir wussten, dass sie auch Hühner haben.

Am Morgen haben die Kinder Fanomezana nochmals mit seinem Lieblings-Unkraut gefüttert und seine Kiste mit frischen Heu für die Reise schön gemacht. Dann ging es los. Nach einer holperigen Fahrt und etwas Suchen (es gibt hier keine Strassennamen und Hausnummern), haben wir das Haus der Familie gefunden. Der Mann dieser Familie heisst überigens auch Fanomezana 🙂
Sie haben die Kiste geöffnet und begannen zu strahlen! Sie haben schon 44 Hühner und Güggel, aber genau diese Art Güggel fehlte noch in ihrem Stall. Bis jetzt konnten sie sich nicht dazu durchringen, einen solchen zu kaufen. Die Freude auf beiden Seiten war gross! Sie haben uns dann den Hühnerstall und die zukünftige Frau von unserem Güggel gezeigt.

Es ist schön zu wissen, dass er an einem guten Ort ist jetzt und dass man sich gut um ihn kümmern wird. Zudem hat er dort viel mehr Auslauf als bei uns und erst noch ganz viele Gspänli.

So wurde dieser Abschied um einiges leichter als erwartet! Unglaublich, Gott kümmert sich sogar um so banale Anliegen wie ein gutes Zuhause für ein lieb gewonnenes Haustier.

Unsere schöne Umgebung

Es ist nicht so einfach, zwischen zwei Welten festzustecken. Einerseits fühlen wir uns sehr wohl hier, andererseits vermissen wir auch gewissen Dinge und vor allem Menschen aus der Schweiz. Wir versuchen deshalb im Moment – mehr denn je – die schönen Seiten von Madagaskar zu geniessen und schöne Erinnerungen als Familie zu sammeln.

Bei unseren Streifzügen in der näheren Umgebung haben wir einige Orte entdeckt, welche uns sehr gefallen. Wir geniessen diese Spaziergänge und Ausflüge durch die hügelige Landschaften und quer über die Reisfelder sehr. Auch für die Kinder sind diese Touren spannend, da es hier nie einer langweiligen Strasse entlang geht. Es hat immer Löcher, welche man überspringen kann, Dämme, über die man balancieren muss und Trampelfpade, auf denen man nur hintereinander gehen kann.

Blick von unserem Standard-Spaziergang auf unser Dorf Ambohidratrimo
Beim Pfeil ist unser Haus (Bild anklicken für grössere Ansicht)
wunderbares Panorama (Bild anklicken für grössere Ansicht)